she's pregnant

1K 80 56
                                        

D A N I E L

"Ich will dich gar nicht lange stören und wollte dir nur kurz sagen, dass ich schwanger bin und du der Vater bist. Aber du musst dich um nichts kümmern, ich regel' das alles irgendwie. Nur dachte ich, dass du es vielleicht wissen wollen würdest. Bye."

Es tutete.
Sie hatte aufgelegt.

Fassungslos starrte ich mein Handy an und fragte mich, ob das gerade ein schlechter Scherz oder ein Albtraum oder tatsächlich die verdammte Realität war.

Hatte Harper gerade wirklich gesagt, dass sie von mir schwanger war?
War das wirklich passiert?
Und hatte sie danach allen ernstes aufgelegt?!

Überfordert starrte ich mein Handy an, dann tat ich das Erstbeste, was mir einfiel: Ich rief Max an.
Der hatte ja mit Penelope schon so eine Art Kind und er wusste hoffentlich, was ich jetzt tun sollte, weil ich gerade einfach nur das Ergebnis purer Fassungslosigkeit und Überforderung war.

Zu meiner grenzenlosen Erleichterung hob er bereits nach dem zweiten Klingeln ab.
"Hey Dan-"

"Harper ist schwanger", platzte es aus mir heraus bevor ich weiter darüber nachdenken konnte und einen Moment lang herrschte Schweigen am anderen Ende der Leitung.

Dann erklang ein sehr hohes, sehr unmännliches: "Was?!"

"Harper. Ist. Schwanger. Sie hat mich eben gerade angerufen, mir gesagt, dass sie von mir schwanger ist, ich mich aber um nichts kümmern muss und sie das alles regeln wird und dann hat sie aufgelegt. Was soll ich denn jetzt machen?"

"Das fragst du mich? Du bist der Ältere von uns beiden und meistens zwar der Verrücktere, aber auch der Vernünftigere."

"Aber du hast eine Freundin mit Kind."

"Es ist aber nicht mein Kind, du Genie. Jemanden zu schwängern ist eine völlig andere Nummer, Daniel."

"Das ist mir auch klar!", entgegnete ich beinahe panisch und mir wurde zum ersten Mal klar, wie irre ich eigentlich gerade klang.
Also schloss ich kurz die Augen und bemühte mich, ruhig ein und aus zu atmen, was zumindest halbwegs funktionierte.

"Denkst du sie wird das Kind behalten?", fragte Max in die somit entstandene Stille hinein und ich starrte nachdenklich auf die Wand mir gegenüber.

"Keine Ahnung. Sie meinte, sie würde das regeln. Aber was soll das denn heißen? Regeln klingt nicht so, als ob sie es behalten würde, oder?"

Ich hörte selbst, wie unsicher und beinahe ängstlich meine Stimme dabei klang.
Max seufzte tief.
"Ja, klingt tatsächlich nicht so. Also, was wirst du jetzt tun?"

"Keine Ahnung. Wie ist das denn so mit einem kleinen Kind?"

"Na ja, Penelope ist immerhin schon zwei, ganz klein ist das nicht mehr. Aber so an sich ist es schon anstrengend. Mittlerweile schläft sie zum Glück so gut wie immer durch, aber ich glaube das ist auch erst seit einem guten halben Jahr so. Richtig extrem muss es in den ersten acht bis zehn Monaten gewesen sein.
Na ja, außerdem muss man regelmäßig Windeln wechseln und wenn sie traurig oder wütend ist oder Hunger hat oder sie irgendwas stört, dann schreit sie sich einfach die Seele aus dem Leib bis man gefühlt alles menschenmögliche versucht hat, um sie zum Aufhören zu überreden."

Seine Erzählungen machten mir eher Angst als mich zu beruhigen, doch dann fuhr Max fort und ich konnte hören, wie er dabei zu lächeln begann:
"Aber wenn Kinder lachen oder glucksen, dann ist das das süßeste Geräusch, das du je gehört hast.
Und genauso schnell wie sie schreien, lachen sie auch. Wenn Penelope etwas richtig gut gefällt, dann fängt sie ganz breit an zu strahlen und zu kichern, sodass man gar nicht anders kann, als mitzulachen.
Egal wie schlecht du drauf bist, ein Kinderlachen wird alles wieder in Ordnung bringen, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Aber das sind wahrscheinlich alles Dinge, die du von deinem Neffen und deiner Nichte kennst."

Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt