H A R P E R
Verwirrt musterte ich das Foto, das Daniel mir geschickt hatte. Es war ein Selfie, auf dem er breit grinste und das Peace-Zeichen machte.
Unter seinem Namen erschienen die Worte schreibt... und ich wartete neugierig auf die Erklärung für dieses Bild.
Sunnyboy😁: Happy Monday! Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche und hab mir überlegt, dass ich dir jeden Morgen ein Motivationsfoto schicken werde, das dir in den Tag hilft😉 Und natürlich kannst du mir gerne auch eins schicken😜
Seine Nachricht entlockte mir tatsächlich ein kleines Schmunzeln und kurzerhand machte ich ein Selfie, auf dem ich skeptisch eine meiner Augenbrauen hob. Bereits wenige Sekunden nachdem ich es verschickt hatte, kam die Antwort.
Sunnyboy😁: Ja, mit so einer Reaktion hab ich gerechnet😂 Grüß Elliott von mir!
Me: Mach ich. Dir auch einen schönen Tag und einen guten Start in die Woche. Wann und wo findet eigentlich das nächste Rennen statt?
Sunnyboy😁: Ist da etwa jemand auf den Geschmack der Formel 1 gekommen?😌 Wir fahren nächstes Wochenende nochmal in Österreich.
Me: Drei Wochenenden hintereinander? Ist das nicht sehr anstrengend?
Sunnyboy😁: Ja, ist es. Aber Herausforderungen sind da, um bewältigt zu werden💪🏻 Und ich kann ein weiteres Rennen gut gebrauchen, um das von letzter Woche vergessen zu können...
Me: Das schaffst du, Elliott und ich glauben an dich!
Sunnyboy😁: Danke, das ist lieb von euch☺️ Aber jetzt will ich dich nicht weiter aufhalten, du musst ja bestimmt langsam los zur Arbeit.
Me: Ich bin schon seit einer Stunde da. Meine Chefin bestraft mich mit einem Haufen zusätzlicher Aufgaben für meinen Urlaub und den einen Krankheitstag und das kann ich nur alles abarbeiten, indem ich früher komme und später gehe.
Sunnyboy😁: Ist das überhaupt legal, dass sie dich so tyrannisiert? Kannst du dich nicht irgendwie dagegen wehren?
Me: Ich weiß nicht, ob es legal ist, aber ich kann mich nicht dagegen wehren ohne zu riskieren meinen Job zu verlieren. Apropos, wenn ich den nicht aufs Spiel setzen will, muss ich jetzt wirklich mal das Handy wegpacken. Wir hören später wieder voneinander.
Sunnyboy😁: Ich freu mich schon darauf😉
Seine Worte entlockten mir ein Schmunzeln, was sie in letzter Zeit immer öfter taten, dann steckte ich mein Handy ein und machte mich wieder an die Arbeit. Eine halbe Stunde später kam auch Mrs. Frier ins Büro, machte aber keine Bemerkung dazu, dass ich schon vor ihr da war und verschwand schweigend im Nebenraum.
Ja, es war wirklich wieder alles beim alten.
D A N I E L
Nachdenklich sperrte ich mein Handy wieder und seufzte leise, was bei Max nicht unbemerkt blieb. Fragend sah er mich an.
"Hey, was ist los?"
"Harpers Chefin. Diese Frau ist wirklich ein Monster, das nicht auf andere Menschen losgelassen werden sollte."
Jetzt begann Max ein wenig zu grinsen.
"Harper also. Na, die Frau scheint es dir ja wirklich sehr angetan zu haben. Wie steht es denn gerade bei euch?"
Wieder seufzte ich.
"Dass du auch gleich so schwierige Fragen stellen musst, Verstappen. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht wirklich. Sie bringt mich einfach komplett durcheinander."
"Das sehe ich. Ist in Frankreich noch irgendwas zwischen euch passiert oder ist sie immer noch distanziert?"
"Wir haben uns geküsst. Na ja, eigentlich hab ich sie geküsst, aber sie hat es erwidert und dann hat Lando uns unterbrochen. Und ich hab ihr meine Handynummer gegeben und ihr gesagt, dass ich sie mag und sie gerne noch besser kennenlernen würde."
Zufrieden sah Max mich an.
"Na, das ist doch schonmal eine ganze Menge. Und die Tatsache, dass du gerade mit ihr geschrieben hast, zeigt außerdem, dass sie deine Handynummer eingespeichert und dich angeschrieben hat. Das sind lauter gute Zeichen."
Ich nickte nachdenklich und legte ein wenig den Kopf schief.
"Ich glaube sie hat schon eine Menge durchgemacht und hat verlernt den Leuten zu vertrauen."
"Na, da hat sie mit dir ja den Hauptgewinn gemacht. Du bist so ziemlich der vertrauenswürdigste Mensch, den ich kenne", entgegnete Max und ich grinste ihn an und tat so, als ob ich erröten würde und mir Luft zufächeln müsste.
"Aww, wie süß von dir. Ich hab dich auch lieb, Maxie!"
"Idiot", erwiderte der Holländer lachend und griff nach einem Kissen, das neben ihm auf dem Sofa lag, um es nach mir zu werfen. Matrix-mäßig wich ich aus und fing es sogar auf, dann sah ich Max gespielt enttäuscht an.
"Wie kannst du mir das nur antun und mich mit einem Kissen attackieren? Ich bin schockiert."
"Das merke ich", antwortete Max trocken und fing grinsend das Kissen auf, das ich ihm zurückschleuderte. Während er es neben sich legte und es sich dann darauf bequem machte, konnte ich das Grinsen nicht von meinen Lippen wischen.
Dass dieser Spast mein Teamkollege und Freund geworden war, war wohl eines der besten Dinge, die mir je passiert waren.
Das würde ich ihm natürlich nie sagen, sonst würde er ja komplett abheben und arrogant werden.
Aber mal im Ernst: Irgendwie liebte ich diesen durchgeknallten Typen, der fast zehn Jahre jünger war als ich und der mir seit fünf Jahren auf den Sack ging.
Es war gut, dass ich ihn hatte.
H A R P E R
Erschöpft öffnete ich die Wohnungstür und schloss sie wieder hinter mir. Es war fast vier Uhr morgens, mittlerweile war sogar Lauren nicht mehr hier, sondern zum Schlafen in ihre Wohnung gegangen.
Wie konnte es eigentlich sein, dass ich gerade mal einen Tag gearbeitet hatte und schon wieder gefühlt keinen Schlaf bekommen würde? Dabei hatte ich "nur" bis 23 Uhr gearbeitet bzw. so lange bis die letzte Putzfrau mich gefragt hatte, wer von uns beiden abschließen sollte.
Aber dann hatten sämtliche öffentliche Verkehrsmittel mir den Mittelfinger gezeigt und waren entweder ausgefallen oder hatten Verspätung gehabt. Für ein Taxi hatte ich kein Geld und mein Auto stand in der Werkstatt und wartete genauso wie ich auf die Entscheidung, ob der Eigentümer der Werkstatt es mir abkaufen würde oder nicht.
Ich hoffte sehr auf ersteres, denn wenn ich die Gebühren für das Herumstehen in der Werkstatt zu bezahlen hatte, müsste ich mich ordentlich verschulden und das wollte ich um jeden Preis vermeiden.
Ich schwankte kurz, als ich aus meinen Schuhen schlüpfte, und musste mich einen Moment lang an der Wand abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Die Müdigkeit schien bis in die letzte Zelle meines Körpers eingedrungen zu sein und ich verspürte nur noch das Bedürfnis zu schlafen. Am liebsten sehr lang und ausgedehnt zu schlafen, aber man konnte nicht alles haben.
In wenigen Stunden würde mein Wecker wieder klingeln und dass das grausam werden würde, war mir jetzt schon klar. Normalerweise hätte ich wohl einfach die Nacht durchgemacht, weil das in solchen Fällen oft die beste Lösung war und man dann am Tag nicht wie ein Schluck Wasser in der Kurve hing, aber gerade konnte ich mir nicht vorstellen auch nur ein paar weitere Minuten wach zu bleiben.
Mit schlurfenden Schritten lief ich zu Elliotts Zimmer und warf einen kurzen Blich hinein, dann tapste ich ins Bad, machte mich bettfertig und taumelte anschließend ins Wohnzimmer, wo ich nur noch das Licht ausschaltete und einen Wecker stellte, bevor ich die Augen schloss und sofort ins Land der Träume abdriftete.
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Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)
FanficBerühmt, beliebt und rasend schnell. Daniel Ricciardo gilt in der Formel 1 als herausragender Overtaker und abseits der Rennstrecke als Sonnenschein und Stimmungsaufheller. Zur Saison 2021 wechselt er zu McLaren, doch er findet sich langsamer zurech...
