in all seriousness

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D A N I E L

Lächelnd musterte ich das Foto auf meinem Handy, dann wischte ich nach links und schaute mir das nächste an.

Sie waren in England entstanden und zeigten Harper, Elliott und mich, wie wir alle drei gleichzeitig aus unseren Schuhen tranken.
Als ich ein weiteres Mal zur Seite wischte, kam ich zu dem Video, das Theo von uns gemacht hatte und musste unweigerlich lächeln, als ich Harper auf meinem Bildschirm lachen sah und hörte.

Natürlich war die McLaren-Party am Sonntagabend der Wahnsinn gewesen und ich hatte viel Spaß dabei gehabt, aber den Sieg am Abend danach mit meiner Familie zu feiern, war auf einem ganz anderen Level schön gewesen.

Umso schwerer war mir dienstags der Abschied gefallen, aber ich hatte mich auch auf L.A. gefreut und so war ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge hierher geflogen.

Hinter mir erklangen Schritte und ich schaute überrascht auf und entdeckte Brian, dem das Haus gehörte, in dem ich bis zum Rennen untergekommen war. Fragend sah er mich an.
"Was ist das für ein Video?"

"Meine Freundin, ihr Sohn und ich haben am Montag meinen Sieg gefeiert und dabei alle einen Shoey gekippt."

Brian begann zu grinsen und ich erwiderte es verwirrt.
"Was ist los? Warum grinst du so?"

"Weil du auch grinst. Und zwar nicht so wie immer, sondern irgendwie... liebevoll. Und richtig glücklich. So glücklich haben die anderen und ich dich lange nicht mehr gesehen."

Nachdenklich nickte ich.
"Ja, das bin ich auch. Ich bin wirklich glücklich. Harper ist wundervoll und Elliott ist auch was ganz besonderes. Ich kann mir mein Leben gar nicht mehr ohne die beiden vorstellen."

Jetzt wirkte Brian überrascht.
"So krass? Denkst du schon darüber nach sie zu heiraten?"

Seine Worte stimmten mich nachdenklich, denn so genau hatte ich darüber bisher noch nicht nachgedacht.
Also schüttelte ich den Kopf.

"Wir sind ja erst ein paar Monate zusammen und auch wenn in dieser Zeit viel passiert ist, sind es nur Monate.
Außerdem denke ich nicht, dass Harper ja sagen würde, wenn ich sie jetzt schon fragen würde. Das wäre ihr zu überstürzt und zu schnell.
Aber irgendwann... ja, irgendwann kann ich mir sehr gut vorstellen sie zu heiraten."

~~~

"Hey."

"Hey", erwiderte Harper und stellte ihr Handy so vor sich, dass sie es nicht mehr in der Hand halten musste, "Wie ist es in L.A.?"

"Sehr, sehr cool. Die Jungs und Mädels wiederzusehen und zusammen abzuhängen oder irgendwas zu unternehmen, dass hab ich echt vermisst, weil wir uns jetzt sehe lange nicht gesehen hatten. Und wie ist es in England?"

"Alles wie immer. Elliott hat im Mathetest eine 1 geschrieben, aber in einer Rechnung hat er einen Flüchtigkeitsfehler gemacht und darüber ärgert er sich."

Das brachte mich zum Lachen, denn ich wusste ganz genau, von wem der Kleine das geerbt hatte.

"Das hat er definitiv von dir", sagte ich also, und Harper nickte zustimmend.

"Schuldig im Sinne der Anklage. Was ist sonst noch so passiert? Oh, er will zu einer Lesenacht in der Schulbücherei. Ich bin noch nicht ganz so davon überzeugt, dass er dort wirklich übernachtet, aber er ist fest entschlossen und wenn er mich noch ein paar Mal mit seinem Hundeblick anschaut, werde ich wahrscheinlich einknicken und es ihm erlauben."

Sie schmunzelte kurz und ich tat es ihr gleich.
"Ich bin auch dafür, dass du es ihm erlaubst. Für einen Siebenjährigen ist er schon so reif und vernünftig und je nachdem, wann das ist, hätten wir dann mal wieder ein bisschen Zeit für uns. Wir könnten zum Beispiel mal ausgehen."

Überrascht sah Harper mich an.
"Du meinst ein Date?"

"Ja, ein Date. Im Grunde genommen hatten wir noch nie eins."

"Das... stimmt. Aber da können wir ja im Detail nochmal drüber reden, wenn du aus Amerika zurück bist."

Ich nickte zustimmend.
"Guter Vorschlag, so machen wir's. Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema. Hast du schon neue Erkenntnisse bezüglich deiner Bewerbungen?"

Harper seufzte.
"Die zwei Firmen in London haben mir abgesagt und die in Woking wollten sich bis spätestens 20.10. melden, also haben sie noch eine knappe Woche."

"Ich bin mir aber eigentlich sicher, dass du den Job in Woking bekommst. Du hast doch erzählt, dass die beiden Gespräche sehr gut gelaufen sind."

"Ja, schon, aber das ist noch keine Garantie für eine Zusage und vielleicht hab das auch nur ich so eingeschätzt."

Zuversichtlich zwinkerte ich ihr zu.
"Ich bin optimistisch. Deshalb wollte ich auch mit dir darüber reden, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn wir uns eine Wohnung in Woking suchen.
Ich will nicht auf Dauer im Hotel leben, sondern mit euch zusammen und für uns beide wäre das arbeitstechnisch am besten."

"Falls ich den Job kriege", erinnerte Harper mich, dann atmete sie tief durch und schaute mich voller Ernsthaftigkeit an, "Daniel, ich... ich hab nachgedacht. Willst du wirklich nach England ziehen? Du müsstest sinnvollerweise deine Wohnung in Monaco aufgeben und würdest dich total festlegen.
Außerdem brauchen wir dann eine andere Lösung für Theo, weil seine Schule hier in London ist und er nicht jeden Morgen ewig mit dem Zug fahren kann. Und Elliott müsste auch die Schule wechseln."

Ich spürte, dass Harper wirklich viel darüber nachgedacht hatte und verstand ihre Argumente, also nickte ich verständnisvoll.
"Mir ist klar, dass das ein großer Schritt ist. Aber die Wohnung in Monaco hab ich schon seit Monaten untervermietet und war nicht dort, den Unterschied würde ich kaum spüren."

"Wirklich nicht? Was ist mit deinen Freunden dort?
Hier kennst du außer Lauren und mir niemanden, in Woking müsstest du auch komplett von vorne anfangen. Außerdem weiß ich, wie sehr du das englische Wetter hasst. Du brauchst Monaco, du brauchst die Sonne, die Wärme, das Meer und all die Menschen, die du dort kennst.
Was ist mit Max?
Früher habt ihr euch mindestens einmal die Woche getroffen, jetzt seht ihr euch nur noch zu den Rennen. Ich weiß, dass dir das fehlt.
Vielleicht gerade noch nicht so sehr, weil die Verliebtheit noch überwiegt, aber irgendwann wird sich das legen, dann braucht jeder von uns auch wieder Interessen außerhalb unserer Beziehung und Max ist nunmal einer deiner besten Freunde.
Ich will nicht, dass du das für uns aufgibst."

Sofort schüttelte ich den Kopf.
"Ich gebe vielleicht was auf, aber dafür gewinne ich auch etwas wahnsinnig tolles dazu. Ich bin mir sicher, dass es das wert ist.
Und wegen Theo wird uns auch etwas einfallen. Er ist fast 18 und hat dank des Stipendiums schon einen genauen Plan für die Zukunft. Wenn wir für ihn eine WG in London finden, wird er dort mit Sicherheit glücklicher sein als irgendwo anders.
Und Elliott ist wahnsinnig gut in der Schule. Wenn er wechselt, wird ihm das vom Stoff her nicht schaden und so offenherzig und fröhlich wie er ist, wird er auch an einer neuen Schule schnell Freunde finden."

Ich sah, dass Harper nachdenklich wurde, wollte sie aber nicht zu sehr bedrängen, also seufzte ich leise.
"Was hältst du von einem Kompromiss?
Wir warten erstmal ab, ob du den Job in Woking bekommst. Wenn du ihn bekommst, suchen wir dort nach einer Wohnung und wenn nicht, dann lassen wir uns was anderes einfallen."

Harper nickte.
"Okay, aber dann hab ich auch noch eine Bedingung. Falls wir nach Woking ziehen, werden wir nichts kaufen, sondern nur mieten. Damit sind wir flexibler falls sich etwas in unserem Leben ändert."

Kurz kniff ich die Augen zusammen, dann nickte ich.
"Einverstanden, aber dann hab ich auch noch eine Bedingung. Was auch immer wir mieten, es soll einen Garten haben, in dem Elliott spielen kann."

Jetzt kniff Harper wiederum die Augen kurz zusammen, dann nickte auch sie.
"Deal."

Zufrieden grinste ich.
"Deal."

Melt My Ice, Sunnyboy (Daniel Ricciardo FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt