Doch schnell musste ich feststellen, dass er immer noch nicht zurück war.
Es war nun fast ein Tag vergangen, denn es war schon Abend.
Also beschloss ich mir ein Uber zu bestellen und zu der Adresse zu fahren, die mein Dad aus dem Mann herausgequetscht hatte.
Es war ein großes Haus, an dem ich abgesetzt wurde.
Neugierig sah ich mich um, bevor ich das Grundstück betrat.
In dem Moment fuhr ein Auto an mir vorbei und parkte auf dem Hof.
Da es schon dunkel war, erkannte ich nicht sofort die zwei Gestalten, die dort aussteigen.
Doch es waren mein Dad und Daniel LaRusso, die sich blendend zu verstehen schienen.
"Dad!", rief ich entsetzt und stürmte mit geballten Fäusten auf ihn zu. Mir war egal, dass LaRusso dabei war, denn ich war wütend, dass er einfach wieder verschwunden war.
"Enna?", fragte er mich verwirrt und sah prüfend zu Daniel, "Wir wollten aus Spaß einen Kampf austragen...", er klang, als wäre er das Kind und ich die Erwachsene.
"Du warst einen Tag lang nicht Zuhause!", fuhr ich ihn wieder an, doch er nahm mich ruhig zur Seite, "Lass uns das bitte später klären.", er sah sich um, "Wie bist du eigentlich hierhergekommen?"
Ich erzählte ihm wütend alles von meinem Tag, während wir drei auf eine Halle zugingen.
Als ich die beiden so beobachtete, merkte ich, dass sie etwas getrunken haben mussten, sagte aber nichts dazu.
"Ihr wollt jetzt wirklich kämpfen?", fragte ich kopfschüttelnd, denn ich wollte eigentlich nur, dass mein Vater mit mir nach Hause kam.
"Ja, da im Dojo.", LaRusso deutete auf die Halle, auf die wir zugingen, "Aber nur ein mal. Nur ein Mal, Johnny.", sagte er nun an meinen Dad gerichtet.
Er ging vor in die Halle und wir folgten ihm.
"Hey Robby.", hörten wir ihn plötzlich sagen.
Wir hörten jemanden, der ihm antwortete, bevor wir eintraten.
Doch ich konnte meinen Augen nicht trauen, als wir das Dojo von LaRusso betraten, "Robby?!", fragte ich verwirrt.
"Was soll'n das?", fragte mein Dad und wendete sich an LaRusso, "Was soll das hier werden?"
"Oh, ich habe dir gar nicht gesagt, dass du nicht der Einzige mit einem Schüler bist. Ich habe auch einen.", Daniel LaRusso legte eine Hand auf die Schulter meines Bruders und sah meinen Vater stolz an.
Doch die Freundschaft, die sie bis eben vorgespielt hatten, schien bei meinem Dad schon verflogen zu sein. Ohne Vorwarnung schubste er seinen alten Rivalen gegen einen Schrank.
"Dad!", rief Robby, doch LaRusso und er fingen an sich anzuschreien.
Als ich bemerkte, dass mein Bruder dazwischen gehen wollte, riss ich ihn mit einem Arm zu Boden und fing an auf ihn einzuschlagen.
Ich konnte die Wut meines Vaters teilen. Außerdem war ich seit dem letzten Gespräch mit Robby immer noch wütend auf ihn.
Doch anstatt, dass mein Dad die Chance nutzte, um LaRusso zu verprügeln, riss er mich von meinem Bruder herunter. Auch Daniel kam Robby zur Hilfe und zog ihn auf die Beine.
"Hast du jetzt komplett den Verstand verloren?!", schrie mein Dad mich nun an, während LaRusso sich um die blutende Nase meines Bruders kümmerte.
Ich sah meinen Dad nur wütend an, denn ich war nur ganz kurz davor auch auf ihn loszugehen.
Aber bevor es dazu kommen konnte, packte mein Vater mich am Arm.
"Ich fass es einfach nicht.", sagte er noch an meinen Bruder gerichtet, bevor er mich am Arm aus dem Dojo zog und in sein neues Auto verfrachtete.
"Was ist denn in dich gefahren?!", schrie er mich erneut an, als er seine Tür schloss.
Trotzig sah ich ihn an, "Ich hatte noch etwas mit ihm zu klären."
Mein Vater schüttelte nur mit dem Kopf.
"Du hättest die Chance nutzen sollen, um LaRusso die Fresse zu polieren.", vorwurfsvoll sah ich ihn an.
"Glaubst du wirklich ich nutze es aus, wenn meine Kinder sich gegenseitig verprügeln? Was geht nur in deinem Kopf vor?", er wurde von Wort zu Wort lauter.
"Ich wollte dir nur helfen!", schrie ich ihn nun auch an, als er den Motor startete, "Aber es ist alles falsch, was ich für dich mache!"
"Schon okay.", murmelte er plötzlich und wir machten uns endlich auf den Weg nach Hause, "Morgen ist das All-Valley. Du solltest dich ausruhen und nicht in der Gegend herumtreiben und mich suchen. Ich fahre dich nach Hause, danach fahre ich noch schnell ins Dojo."
Ohne ein weiteres Wort zu wechseln fuhren wir nach Hause.
Er brachte mich sogar noch in die Wohnung, "Hast du schon für morgen alles bereitgelegt?", fragte er nun wieder ganz ruhig. Ich nickte zu einem Rucksack auf dem Sofa.
"Alles klar. Leg dich schlafen, okay?", flüsterte er väterlich und sah mich an.
"Ja, Dad.", flüsterte ich, als er auch schon wieder die Wohnung verließ.
Ich hatte die Party verpasst, nur um meinen wieder ein mal betrunkenen Vater zu suchen, mich anschreien zu lassen und früh schlafen zu gehen...
Ein wenig enttäuscht von dem Tag und von meinem Dad legte ich mich an diesem Abend schlafen.
Ich war ein wenig aufgeregt, da das Tunier vor der Tür stand und ich wusste, dass mein Vater viel von mir erwartete und ich nicht wusste, ob ich seinen Erwartungen gerecht werden konnte.
Doch schließlich fielen auch meine Augen zu und ich schlief sogar recht gut in dieser Nacht vor meinem allerersten Tunier in meinem Leben.
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Cobra Kai: Der Weg von Enna Lawrence
FanfictionEnna fand sich in einer völlig neuen Welt wieder, als sie nach all den Problemen mit der Polizei und ihrer instabilen Mutter schließlich bei ihrem Vater, Johnny Lawrence, landete. Sie war wütend und fühlte sich verraten, doch das Jugendamt hatte ent...
