79. Melodie des Wassers

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Damino

Ich schnaufe aus. Sie hat jedes gute Recht, mir nicht zu glauben. Dennoch bemerke ich, wie gefrustet ich darüber bin.

Sie schaut mich erwartungsvoll an, während ich meinen Blick auf sie fokussiere. Das Wasser wirft helle Lichtstreifen über ihre linke Gesichtshälfte.

„Lass uns hinsetzen", ordne ich an. Ich deute auf den Rand des Beckens und setze mich mit einem angewinkelten Bein ab. Sie folgt mir, ihr Kleid halb aufrecht hängend und ihre Haare zur Seite gelegt. Dann setzt sie sich mit etwas Abstand rechts von mir nieder. Sie lässt ihre Beine in das Wasser tauchen und beginnt, sie hin und her zu bewegen. Das Wasser bildet leichte Wellen und ich sehe ihnen nach.

„Ja, ich meinte es ernst. Alles, was ich zuvor gesagt habe, meinte ich ernst."

Ihr Blick huscht wieder in meine Richtung. „Aber warum?", hakt sie weiter nach. Ich verlagere mein Gewicht etwas weiter nach links, um sie besser in den Winkel zu nehmen. „Du bist mir nie aus dem Kopf gegangen, obwohl ich es anfangs so sehr erzwingen wollte und deshalb all diese egozentrischen Dinge getan habe." Sie starrt mich stumm an, nur die Bewegungen ihrer Beine gehen fortan weiter.

„Ich habe dich von Beginn an gemocht, weil du mir die Stirn bieten konntest und dich nicht von mir hast herumreißen lassen, wie es mir sonst immer gelingt. Abgesehen davon hast du einen ausdrucksstarken Charakter und lässt dir von niemandem etwas sagen, was mich von Tag eins an beeindruckt hat", erkläre ich in Erinnerung schwelgend. Und das nur wegen einer AG. Es ist schon fast lächerlich.

„An dem Tag hätte ich dir am liebsten eine ausgeteilt", gibt sie verschmitzt zu. Dessen bin ich mir sicher. Ich nicke bloß, als ich sage: „Das hast du dann an einem anderen Tag nachgeholt." Ich höre sie leise glucksen. „Ja, weil du Ky fast zu Tode gewürgt hättest." Stimmt. Das hatte ich schon fast verdrängt.

Ich nicke wieder. „Das habe ich auch an dir gemocht. Wie sehr du auf deine Freunde aufgepasst hast."

Sie legt den Kopf etwas schief. „Ja?"

„Ja."

Dann muss ich daran denken, dass Taylan sie vor zwei Jahren beschimpft hatte und Jack ihn bei seinen Boshaftigkeiten unterstützt hat. Er ist ein Verräter. Ein Feigling.

Wurde ihr das schon mitgeteilt? Hat sie es möglicherweise selbst herausgefunden? Ich muss sie diesbezüglich noch fragen. Aber erst, wenn ich all ihre Fragen beantwortet habe. Das bin ich ihr schuldig.

„Und deshalb willst du es mit mir auf einer ernsten Basis versuchen? Weil du mich magst?", fragt sie. Ihre Beine werfen stärkere Wellen ins Wasser, als ich ihnen beim Überschlagen zusehe. Ich tauche meine Hand ins Wasser und deute mit dem Kinn dorthin. „Siehst du, wie es Kreise um meine Hand zieht, wenn ich sie im Wasser bewege?", frage ich sie. Sie nickt, hält ihre Beine still, bevor sie antwortet.

„Das beantwortet meine Frage aber nicht", meint sie abschätzig.

Ich bewege die Hand ein letztes Mal und ziehe sie wieder aus dem Wasser. Die Kreise verklingen und es ist wieder eine glatte Oberfläche zu sehen. „Die Kreise sind verklungen, sobald ich meine Hand aus dem Wasser genommen habe. So haben sich alle meine bisherigen sexuellen beziehungsweise romantischen Interaktionen mit Frauen angefühlt. Die Wellen hatten mich kurz umschlungen, aber sobald ich aus dem Wasser war, in dem Sinne nicht mehr in Berührung mit dem Körper der Frau, waren alle Glücksgefühle verklungen."

Nachdenklich taucht sie mit ihrer Hand ebenfalls ins Wasser und beobachtet die vergehenden Kreise. Ich räuspere mich kurz, bevor ich das Wort wieder ergreife.

„Kannst du dich noch an die Silvesterfeier erinnern?", frage ich sie. Sie sieht wieder zu mir, ihre Mimik ist unleserlich, was mich etwas beunruhigt.

„Ja, da hatten wir das erste Mal...", spricht sie.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jun 06 ⏰

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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt