Kapitel 2: Komplikationen

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Den anderen hatte ich fast genauso schnell niedergerungen und zerrte die Beiden nun zur Lichtung zurück. Nat kämpfte noch, schien allerdings volle Kontrolle über den Kampf zu haben. Ich grinste, das war mein Mädchen. Ich setzte beide ins Auto und zog ihnen Handschellen an, die wir praktischerweise immer im Auto haben, man weiß schließlich nie, wofür man sie braucht. Ich nahm noch ein weiteres Paar hinaus und schmiss es Nat zu, die ihren Mann nun niedergerungen hatte und dafür sorgte, dass es auch so bleib. Sie fing sie geschickt aus der Luft und zog sie ihm an.

"Erkennst du irgendetwas an ihnen?", fragte ich Nat. Sie schüttelte den Kopf: "Nur, dass sie uns aus irgendeinem Grund Tod sehen wollen." Ich sagte ihr nicht, dass sie anscheinend nur sie Tod sehen wollen, denn sonst hätte die erste Kugel auf mich gehen müssen. Ich meine, ich saß auf ihrem Schoß und wenn sie mich erschossen hätte, hätte Nat erstmal unter mir rauskommen müssen und sie hätten deutlich mehr Zeit gehabt, eventuell noch einen zweiten Schuss abzufeuern. Ich ging zurück zum Auto und deutete ihr einzusteigen, aber ganz so dumm schienen die Männer doch nicht gewesen zu sein. Unser Auto hatte nun einen platten Reifen. Ich stöhnte auf. Uns blieb nur das Zurückfliegen, da wir doch relativ weit weg waren... Naja, da wird mein Flügel jetzt durchmüssen. "Wir fliegen", sagte ich laut zu meiner rothaarigen Freundin, "Schlag ihn bewusstlos, ihn nehmen wir mit zum Befragen, dann haben wir wenigstens einen, falls die anderen zwei es schaffen zu fliehen." Sie nickte und ich wusste, dass sie nicht wusste, dass ich die Kugel mit meinem Flügel abgewehrt habe, denn dann hätte sie garantiert protestiert. Also nahm ich sie huckepack und hielt den inzwischen bewusstlos geschlagenen Mann mit meinen Armen vor mir fest. Dann hob ich ab, Richtung Haus zurück.

Ich merkte, dass ich immer schwächer wurde und jetzt, wo das Adrenalin nach ließ, kam auch der kleinere Schmerz in der Brust und ein Schmerz, der mich fast ohnmächtig werden ließ, im Flügel zurück. Ich war froh, als dass Haus in Sicht kam und ließ den Mann zwei Meter über den Boden einfach fallen. Nat ließ sich kurz bevor ich aufkam von meinem Rücken gleiten, worum ich froh war, denn mit ihrem Gewicht noch auf dem Rücken wäre es mir garantiert nicht gelungen das Gleichgewicht bei der Landung zu halten, was mir so schon sehr schwer viel. Die grünäugige schrie Richtung Haus, dass die Anderen rauskommen sollen. Ich machte ein Schritt auf sie zu und strauchelte nun doch, was die Russin sofort wahrnahm. Sie kam zu mir und hielt mich aufrecht. "Geh hoch aufs Zimmer und ruh dich aus, ich regle das hier", sagte sie mit sanfter Stimme. Ich nickte knapp, beschloss aber erst die Blutungen zu stillen, bevor ich das Haus betrat und alles vollblutete. Ich kam an das Küchenfenster an der Rückseite des Hauses, in dem Laura war, und ließ mir von ihr Wasser und Verbandszeug geben. Dann flog ich hoch aufs Dach und beobachtete, wie die anderen Absprache hielten. Ich fuhr meinen linken Flügel ein, den rechten konnte ich nicht einziehen, da es nicht geht, wenn die Flügel eine Verletzung haben. Vorsichtig probierte ich mein T-Shirt aufzuschneiden, den Ritz, den ich überall für die Flügel drin habe, zu vergrößern, damit ich es ausziehen konnte, scheiterte jedoch daran, meinen Arm so weit nach hinten zu beugen. Ich beschloss alles so zu lassen, wie es war und später Nat um Hilfe zu bitten. Ich döste ein bisschen vor mich hin, während die anderen noch redeten und muss wohl eingeschlafen sein, denn ich erwachte, als ich eine Berührung an meiner Schulter spürte.

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