Zwanzig Minuten später saßen alle zusammen am Tisch und jeder hatte ein Stück Pizza vor sich liegen. „Ah, Marie. Ich soll die noch von Dr. Cho ausrichten, dass du heute Nachmittag mal bei ihr vorbei schauen sollst. Dann würde sie mit dir einen Trainingsplan erstellen, der auf deine Verletzungen ausgerichtet ist", sprach Tony mich an. Ein dickes Lächeln bildete sich auf meinen Lippen: „Echt? Ich gehe gleich nach dem Essen zu ihr." Er nickte und schien sich über meine Freude zu freuen. Dann räusperte er sich und die Gespräche verstummten, auch wenn er daraufhin nur Nat ansprach: „Natasha, kannst du mich heute Nachmittag nochmal sprechen bitte? Nach dem Essen am besten." Meine Freundin warf ihm einen kritischem Blick zu, nickte aber. „Supi", freute er sich und warf dann einen Blick in die Runde, die auch alle das kurze Gespräch verfolgt hatten.
Etwas später öffnete ich die Türe zum Büro von Dr. Cho und sie kündigte mir an, mich nochmal komplett untersuchen zu wollen, bevor wir mit der Ausarbeitung des Trainingsplans anfangen würden. Also gingen wir zum Krankenzimmer und kaum betrat ich hinter ihr den Raum blitzten wieder Bilder von meinem Zimmer bei Letizia vor meinem innerem Auge auf. Schnell verdrängte ich diese und bekam gerade noch mit, wie Helen sich zu mir umdrehte und auf die Liege deutete. Ich setzte mich und ließ sie eine gefühlte Ewigkeit ihre Tests mit mir machen, während ich darum bemüht war die Bilder zurückzudrängen. Endlich war sie fertig und wir gingen wieder zu ihr ins Büro. Schon praktisch alles in einem Haus zu haben.
Zwei anstrengende Stunden später in denen ich darum gekämpft hatte möglichst viel tun zu dürfen hatte ich endlich meinen Trainingsplan, mit der einzigen Voraussetzung, dass ich einmal wöchentlich kommen muss zur Untersuchung, bis sie mir sagt, dass das nicht mehr nötig ist. Ich steckte das Papier zusammengefaltet in eine Hosentasche und ging zurück zu meinem Zimmer. Dort angekommen zog ich mir Sportklamotten an, denn ich wollte keine Sekunde länger warten mit dem Trainieren. Ich schnappte mir auch noch ein paar Wurfmesser, denn die konnte ich auch nach dem offiziellem Trainingsplan noch üben, da die ja weniger körperliche Arbeit erforderten als Konzentration. Unten in der Sporthalle ging ich erstmal zum Laufband, um mich einzulaufen. Bereits nach einem Kilometer war ich schon an der Belastungsgrenze, dabei hatte ich früher drei oder noch mehr zum Einlaufen gemacht. Verärgert über meine niedrige Kondition beschloss ich, noch etwas weiter zu laufen, damit diese möglichst schnell wieder besser wurde. Nachdem ich nach fünf Kilometern schweißgebadet und mit zitternden Beinen das Laufband verließ, beschloss ich meinen Beinen erstmal eine Pause zu geben und stattdessen die Arme zu trainieren. Also ging ich zu einem Gerät, wo ich die verschiedenen Arm und Bauchmuskeln auf einmal trainierte. Auch hier merkte ich schnell, dass meine Kraft nachgelassen hatte und musste bereits nach einer viertel Stunde aufhören, da ich die Gewichte einfach nichtmehr hochbekam. Also machte ich eine Minute Pause und ging erneut auf das Laufband. Nach etwa zwei Kilometern hörte ich die Tür aufgehen.
„Ich dachte mir schon, dass ich dich hier finde", meinte eine vertraute Stimme. Ich drehte mein Kopf leicht zur Seite um sie anzusehen. „Ach ja", fragte ich lächelnd ohne die Geschwindigkeit runterzudrehen. Sie nickte und musterte mich dann genauer. „Geht's dir gut? Du siehst etwas blass aus", sagte sie. Ich winkte ab und wand mich wieder dem Joggen zu. „Bin's nur nicht mehr gewohnt Sport zu machen", erklärte ich. Plötzlich stand sie neben mir und warf einen Blick auf die Anzeige. „Marie", meinte sie empört und stellte meine Geschwindigkeit runter bis das Band ganz zum Stehen kam. Erst jetzt merkte ich, dass meine Beine stark zitterten und ich kaum noch Luft bekam. Ich schwankte kurz und hielt mich an der Seite des Gerätes fest. Eine weiche Hand schlang sich um mein Handgelenk und zog mich bestimmend mit sich. Sie setzte mich auf eine Bank am Rand und brachte mir meine Wasserflasche, die ich gierig leerte sobald ich wieder halbwegs zu Atem kam. „Danke", brachte ich hervor und merkte, dass meine Stimme zitterte. Vorsichtig hob ich meinen Blick von meiner Flasche und begegnete ihrem. Eine Vielzahl von Emotionen blitzten darin auf, aber primär waren Wut und Sorge zu erkennen. Verlegen senkte ich meinen Blick wieder. Ich verstehe, warum sie wütend war. Schließlich hatte ich unnötigerweise einen Rückfall riskiert, nur weil ich es etwas übertrieben hatte. Aber ich habe mich so unsportlich gefühlt. Ich hatte sosehr das Bedürfnis wieder etwas Sport zu machen. Richtig Sport und nicht nur eine halbe Stunde, in der ich einen Kilometer joggte und ein paar mal fünf Kilo anhob. „Sieh mich an", sagte sie bestimmt und ich hob meinen Blick erneut.
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Black Angel
FanfictionMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
