Blinzelnd erwachte ich und ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es bereits früher Mittag war. Ich war anscheinend ganzschön müde von dem gestrigen Tag. Ich zog mich um und ging nach unten, um zu frühstücken. Die anderen waren auch alle da und beschäftigten sich unterschiedlich. „Na, schönen Tag gehabt?", fragte Wanda mich, „Oder sollte ich besser nach der Nacht fragen?" Ich merkte, wie mir das Blut ins Gesicht schoss. „Ich hatte sie wohl doch ziemlich erschöpft", meinte meine Freundin dann auch noch und ich streckte ihr immer noch mit hochrotem Gesicht die Zunge raus. „Ein sehr schöner Tag", bestätigte ich Wandas Frage und fügt dann noch leiser hinzu: „Und eine schöne Nacht." Ich ging kurz zu Nat, die auf dem Sofa las und gab ihr einen schnelle Kuss. Dann setzte ich mich an den Tisch um was zu essen.
„Ich dachte, ihr wärt alle schon längst am Arbeiten", wand ich mich an die anderen, die alle so getan hatten, als ob sie das vorherige Gespräch nicht mitbekommen hätten. „Wir haben gedacht, solange du noch schläfst, müssen wir das Ausnutzen und nichts machen", gab Tony sofort zu. „Tony hat das gedacht, und da er erst alles mit dem Scanner scannen wollte, kann noch niemand anderes was machen", berichtigte Steve ihn. Grinsend beendete ich mein Frühstück: „Na, dann kann er das ja jetzt mache." Ich nahm aus dem Augenwinkel wahr, wie dieser den Kopf schüttelte und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Seufzend ging er raus und nahm Vision als Hilfe mit.
Wir anderen setzen uns dann auch an die Arbeit und hatten ein paar neue Sachen herausgefunden, bis es Zeit zum Abendessen war. Wir tauschten uns aus und ich bemerkte, wie hippelig Nat war. „Alles gut?", fragte ich sie. Sie warf mir einen etwas überraschten Blick zu. „Nur noch zu viel Energie. Ich glaube, ich gehe nach dem Essen noch joggen. Willst du mit", erklärte sie mir. „Gehen wir in den Wald? Ich wollte mal wieder Flugtraining machen", meinte ich, „Dann kannst du joggen und ich fliegen." Sie nickte und nach dem Abendessen zogen wir uns um und fuhren mit dem Auto los.
Am Waldrand angekommen war es inzwischen dunkel, was ich sehr gut fand, da ich somit auch über den Bäumen fliegen konnte. Wir stellten das Auto ab. „Wo geht eigentlich der Weg lang", fragte mich Nat. „Lauf einfach irgendwo hin, ich kenne mich hier ziemlich gut aus. Ich habe die Wärmebildbrille von Tony dabei, müsste dich also auch jederzeit wiederfinden", erklärte ich ihr. Sie schüttelte belustigt den Kopf. „Was?", fragte ich mit gespielter Empörung, „Ich finde es interessant die ganzen Tiere zu sehen." „Ich hatte auch nichts gesagt", meinte sie lächelnd. Ich zog lediglich kurz meine Augenbrauen hoch und sie gab mir grinsend einen Kuss, bevor sie loslief.
Ich fuhr meine Flügel aus und genoss, wie der Wind mit den Federn spielte. Mit einem kräftigem Flügelschlag hievte ich mich in die Luft und flog Natasha hinterher. Ich ging über die Baumwipfel und ließ mich geschickt vom Wind tragen. Er war heute ziemlich stark und ich musste gegen ihn fliegen, was das Vorwärtskommen ziemlich schwer machte, aber um in der Luft zu bleiben musste ich dadurch kaum mit den Flügeln schlagen, sondern konnte einfach gleiten. Ich genoss die Ruhe, die hier oben herrschte und beobachtete die Nachtaktiven Tiere im Gestrüpp, die ihr Leben lebten. Der Wind füllte meine Flügel und streichelte sie. Ein Paar Minuten ließ ich mich einfach nur tragen.
Unter mir joggte jemand, der wohl Natasha sein musste, da weit und breit keine andere Person war. Ich beobachtete eine Weile ihre Wärmesignaturen bevor ich mit meinem eigenem Training begann. Mit mehreren Flügelhieben flog ich nach oben, so weit, dass Natasha nur noch ein kleiner roter Punkt war und ich schon längst die Stadt sehen konnte. Der Wind war hier oben weniger und kurz verharrte ich flügelschlagend und genoss die Aussicht. Dann fixierte ich den roten Punkte, der Natasha darstellte und zog meine Flügel eng an mich. Im Sturzflug peitschte der Wind um meine Ohren und der Punkt wuchs sehr schnell immer weiter an, bis er eindeutig als Mensch identifizierbar war. Ich öffnete meine Flügel um meinen Fall zu bremsen und spürte den Druck. Es verlangte viel Kraft, die Flügel an Ort und Stelle zu halten und nicht einfach nach oben ausweichen zu lassen. Zwei Meter über dem Boden hatte ich es dann geschafft und schwebte kurz in der Luft, bevor ich mich sanft herunterließ. „Angeberin", meinte Nat, die meine kleine Vorstellung gesehen hatte, da der Weg der einzige Ort war, wo mich keine Bäume bei der Landung störten, als sie an mir vorbeilief. Ich lächelte sie an. „Das war doch noch Garnichts", meinte ich und machte mich wieder auf den Weg über die Bäume.
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Black Angel
Fiksi PenggemarMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
