Kapitel 64: Dem Tode geweiht

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„Ich bin die Tochter von Elijah Mor, Letizia Mor", stellte sie sich vor, „Meine Mutter war schwach, sie wollte mich abtreiben. Mich, das Kind eines Vergewaltigers. Sie hatte nicht erkannt, was für ein Geschenk er ihr damit machte. Also rettete mein Vater mich, indem er meine Mutter gefangen nahm und wartete, bis ich auf der Welt war. Danach brachte er sie als Strafe dafür, dass sie mich hatte abtreiben wollen, um. Er zog mich auf und lehrte mich alles was ich weiß. Er organisierte mir Privatlehrer und brachte mir bei, wie man Intrigen schmiedete und Leute manipulierte. Als ich zehn Jahre alt war, gab er mir meine Erste Mission. Ich bewältigte sie trotz den vielen Komplikationen. Alser von den ganzen schiefgelaufenen Sachen durch seine Mittelsmänner erfuhr schien er schon damit zu rechnen, dass ich nicht lebend zurückkam. Doch ich kam zurück und er war überrascht, aber stolz. Immer wieder schickte er mich auf Missionen und egal wie unmöglich sie zu bewältigen schienen, ich schaffte es doch immer. Ich sorgte dafür, dass die unterschiedlichsten Flughäfen durch Terroranschläge in die Luft flogen, und dass nur, weil sich ein hoher Politiker oder jemand anderes, den mein Vater tot sehen wollte sich gerade auf diesem befand. Mit mir baute er einen Terroristischen Zweig auf, der dafür sorgt, dass er alles bekommt, was er will. Alles lief gut, bis du auf der Bildfläche auftauchtest. Viele kleinerer Untergruppen von uns wurden gefangengenommen oder getötet und als ich schickte Shallah um dich gefangen zu nehmen und dich zu Foltern, was auch eineinhalb Jahre gut ging. Du warst aus dem Weg und meine Leute wurden nichtmehr gefangengenommen. Doch dann kamst du frei und sorgtest dafür, dass er und seine Leute, die auch meine Leute waren, starben. Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich mich persönlich um dich kümmern muss. Also schmiedete ich einen Plan, der so fein ausgeklügelt war, dass er eigentlich nicht schief gehen konnte. In der Zwischenzeit hast du dich den Avengers angeschlossen, was die Sache etwas verkomplizierte. Aber da sie meinen Vater auch mehrmals indirekt Schaden zugefügt haben, war es jedeglich die kleinen Änderung meines Plans, auch sie gefangen zu nehmen. Dann heuerte ich die Leute an und alles lief ganz gut, bis du beschlossen hattest, nach Deutschland zu gehen. Naja, ich hatte eben damit gerechnet, dass du klüger seiest und nicht so etwas dummes tun würdest, aber was soll man machen... Jedenfalls hatte es erneut eine kleine kurzfristige Änderung zur Folge und ich plante wieder alles neu. Ich beauftragte meine Leute, einen passenden Standort zu finden und die passenden Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Und dann bekam ich dich. Ich wusste, dass ich euch nicht alle auf einmal überwältigen kann, also musste ich auf günstige Gelegenheiten warten, in denen ihr allein seid. Und du warst die Erste. Nun, was dann geschah weißt du ja. Und jetzt sitze ich hier und warte auf meinen Vater, denn eins kann ich euch sagen: Es ist nur eine Frage der Zeit bis er  mich findet und hier rausholt und dann seid ihr alle so gut wie tot. Ich wollte euch nicht töten, mir hat es gereicht, euch aus dem Verkehr zu ziehen, vielleicht sogar meine Waffe aus euch machen zu können, aber diese Chance habt ihr euch jetzt verwirkt. Jetzt seid ihr dem Tode geweiht." Hämisch grinsend sah sie mich an. Ich war noch etwas überfordert mit den vielen Informationen, die ich auf einmal bekommen hatte, aber sie deutete mein Schweigen als Angst, was mir gerade passte. „Ja,an deiner Stelle hätte ich jetzt auch Angst. Mein Vater hält die Fäden der ganzen Unterwelt in der Hand und wenn er etwas will, bekommt er es. Also genießt euren letzten Tage", meinte sie mit Schadenfreude in der Stimme. Ich sah sie ohne irgendeine Mimik an, dann stand ich auf und ging.

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