Kapitel 75: Videoüberwachung

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Tony brachte und alle beim Frühstück auf den neusten Stand, was Letizia betrifft. So wie es aussieht, hatte ihr Vater mehrmals probiert sie loszuwerden, ohne es zu auffällig zu machen, aber wie durch ein Wunder hat sie es trotzdem jedes Mal zurück geschafft. Demnach geht das Genie auch davon aus, dass ihr Vater nicht probieren wird sie zu befreien. Irgendwie tat es mir fast schon leid, dass sie von beiden Eltern nicht gewollt war. Tony erzählte uns noch ein bisschen was anderes, bevor das frühstück beendet war und jeder seiner Wege ging.

Mein Magen knurrte und verärgert legte ich mein Buch weg. In zwei Stunden gibt es Abendessen. Seufzend stand ich auf und machte mich auf den Weg in die Küche, um nur eine Kleinigkeit zu essen. „Marie, ich habe etwas, das du dir vielleicht ansehen willst", meinte Tony zu mir, während ich genüsslich in meinen Apfel biss. Ich sah ihn fragend an: „Was?" „Das siehst du vielleicht besser", meinte er und verließ die Küche. Ich folgte ihm schnell und wir kamen schließlich in seinem Büro an. „Jarvis, zeig ihr die Überwachungsaufnahmen", befahl er seiner KI und der Bildschirm vor uns erwachte zum Leben. Er zeigte ein Gebäude aus der Sicht von vier Überwachungskameras. Ein Gebäude, dass ich zwar erst zweimal in meinem Leben gesehen habe, aber dennoch sofort wieder erkannte. „Woher hast du die Aufnahmen", fragte ich sofort und spürte, wie sich alles in meinem Körper anspannte. „Ich habe probiert, alle Taten, die von Letizia verursacht wurden, zu finden, damit ich eine Liste mit all ihren Verbrechen habe", erklärte mir der Milliardär und deutete auf den Bereich, wo gerade eine Frau erschien. Letizia. Ihr Blick ging hektisch hin und her bevor sie wieder aus dem Blickfeld verschwand. Ich schaute auf das Datum. Es war der Tag, der Tag, der alles veränderte. Und die Zeit passte auch. Ich wusste, was jetzt passiert, dennoch konnte ich den Blick nicht abwenden. „Da bist du", meinte Tony leise und deutete erneut auf den Bildschirm, „Ich hatte dich zufällig entdeckt und war mir erst gar nicht sicher, ob es wirklich du bist." Mein deutlich jüngeres Ich setzte sich gerade auf einen der vielen Stühle am Gate und beobachtete ein krabbelndes Kind. Durch das Fenster sah man noch das Flugzeug, dass ich in der nächsten Stunde hätte betreten sollen. Dann flog alles in die Luft und das Bild wurde schwarz. Ich zuckte zusammen und wand mich ab. „Sie war es?", flüsterte ich. Es war eigentlich offensichtlich, aber ich wollte trotzdem nochmal die Bestätigung haben. „Ja, ich habe noch andere Beweise gefunden. Wieso hast du nie erzählt, was dir damals passiert ist. Dann hätte ich mich schon viel früher darum gekümmert?", fragte Tony. „Es ging niemanden was an und ich habe mich selbst darum gekümmert... dachte ich zumindest", antwortete ich knapp, „Danke, dass du es mir gezeigt hast." Ich sah ihm kurz in die Augen und zwang mich zu einem halbherzigen Lächeln, dann verließ ich fluchtartig den Raum.

Ich ging in mein Zimmer, zog meinen Anzug an und stattete mich komplett aus. Zum Glück war Nat gerade trainieren, sonst müsste ich jetzt Fragen beantworten, die ich gerade nicht beantworten wollte. „Anzug aktivieren", sagte ich und sofort hatte ich die Brille wieder auf. „Lin", meinte ich zu meiner KI, die ich inzwischen so getauft hatte, „Gibt es irgendwas, dass mich durch Wände sehen lässt? Ich will gerade niemandem begegnen." Statt einer Antwort sah ich plötzlich einfach durch die Wände. „Danke", lächelte ich. Langsam bahnte ich mir meinen Weg zum Aufzug und hoffte, dass dieser nirgends halten wird. Eine aufregende Aufzugfahrt später stand ich im Keller, wo die Gefangenen gehalten wurden. Schnell machte ich mich auf zu der Überwachungszentrale, wo ich dem Angestelltem befahl, mich kurz allein zu lassen. Ich bin zwar nicht gut im hacken, aber wenn ich schon an der Quelle sitze, bekomme sogar ich es hin, eine Schlaufe über eine Kamera zu legen. Eine Minute später verließ ich den Raum wieder und tat so, als ob ich wieder hochgehen würde. Sobald der Angestellte die Tür geschlossen hatte, drehte ich wieder um und macht mich auf den Weg zu Letizia.

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