Kapitel 74: Das Video

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Nat stellte das Auto in der Garage ab und wir betraten den Tower. „Hey", begrüßte uns Wanda. „Hey", grüßten wir zurück. Sie kaute kurz auf ihren Lippen. Ich zog meine Augenbrauen hoch: „Spuck es schon aus, was wolltest du uns sagen?" Sie schien irgendwie erleichtert, dass ich fragte. „Naja, zeigen trifft es eher. Kommt mit." Sie führte uns ins Wohnzimmer, wo Clint gerade ein spätes Mittagessen zu sich nahm. Die Sokovianerin schaltete den Fernseher ein und zeigte uns ein Video, dass schon mehrere Millionen Mal gesehen wurde. DAS Video. Ich warf dem Fernseher einen grimmigen Blick zu und Nat schlug mit der Faust auf den Tisch. „Ich hätte ihr zwingen sollen, das zu löschen, statt einfach zu gehen", fluchte sie. Ich nahm die Fernbedienung von Wanda uns spulte nochmal zum Anfang. „Er hat nur die Umarmung drauf, die könnte rein freundschaftlich sein", meinte ich und versuchte sowohl meine Freundin wie auch mich davon zu überzeugen. „Hm", grummelte Wanda, „Dafür ist sie eventuell etwas zu lange." „Aber ihr seht wenigstens süß aus", meinte Clint, der unbemerkt hinter uns getreten ist. „Das hilft nicht", fauchte die Russin ihren besten Freund an. Dieser zuckte mit den Schulter: „Wenn da jemand was reininterpretiert, ist es jetzt eh zu spät, das hat schon viel zu viele Aufrufe um da irgendwas rückgängig machen zu können. Auch wenn es nicht das ist, was ihr hören wollte, ihr solltet euch überlegen, bei der nächsten Pressekonferenz eure Beziehung öffentlich zu machen." Nat schnaubte und verließ den Raum. Seufzend setzte ich mich auf die Coach. „Dabei lief der Tag so perfekt", flüsterte ich vor mich hin. Clint sah mich entschuldigend an: „Ich wollte sie nicht verscheuchen. Ich wollte nur, dass sie sich keine falschen Hoffnungen macht. Wenn du willst, gehe ich sie suchen." Ich winkte ab: „Alles gut, sie wird nur gerade etwas Zeit für sich brauchen." Ich stand auf und ging auf unser Zimmer. Nat wird schon kommen, sobald sie bereit ist zu reden.

Etwa eine Stunde später klopfte es zaghaft an der Tür. „Ja?", fragte ich. Die Tür öffnete sich und die Rothaarige trat ein. „Wir sollten reden", meinte sie leise. Ich nickte und klopfte neben mich aufs Bett. Sie setzte sich zu mir und sah mir kurz in die Augen. „Ich denke, Clint hatte Recht", begann sie, „Es öffentlich zu machen ist die einfachste Lösung. Und ich liebe dich, Marie. Ich habe nichts dagegen, es öffentlich zu machen. Es interessiert mich nicht, was die Medien und die Leute dazu sagen werden, solange ich mit dir zusammen bin und du glücklich bist. Wenn du es nicht öffentlich machen willst, dann finde ich einen Weg, wie die Leute nicht davon ausgehen werden, dass wir zusammen sind. Ich habe nur momentan noch keinen Ansatz, aber den werde ich schon irgendwie finden..." „Nat", unterbrach ich sie. Sie verstummte. „Erstens, brauchst DU dich nicht darum zu kümmern, wir sind ein Team und das ist definitiv nichts, um das du dich allein kümmern musst", begann ich, „Und zweitens habe ich nichts dagegen, es öffentlich zu machen. Ich liebe dich und würde es in die ganze Welt hinausschreien, wenn du mich darum bitten würdest." Sie schaute mich mit großen Augen an: „Wirklich? Das geht dir nicht alles zu schnell? Ich meine, die Medien kennen erst seit kurzem deinen wirklichen Namen..." Erneut unterbrach ich sie: „Wenn es mir zu schnell gehen würde, hätte ich das gesagt. Nat, unsere Beziehung ist nichts für das ich mich schäme und das ich unter allen Umständen geheim halten will. Ich will, dass die Welt weiß, dass du vergeben bist. Und wenn sie weiß, dass du mir gehörst, ist das nur besser. Ich hatte eher den Eindruck, dass es etwas ist, was du nicht unbedingt willst..." Ihre Schultern zuckten kurz nach oben: „Ich habe gelernt, dass Liebe etwas für Kinder ist und ziemlich lange daran geglaubt, bis du mir über den Weg gelaufen bist. Es... Es fällt mir schwer, anderen etwas zu geben, womit sie mich verletzen können. Und das können sie mit dir, weil mir alles, was man dir antut auch weh tut. Aber gleichzeitig will ich, dass alle wissen, dass du nicht mehr zu haben bist und dass ich die beste Freundin habe, die man sich nur wünschen kann." Weiter kam sie nicht, denn ich küsste sie. „Womit habe ich dich nur verdient", dachte ich mir für mich. Ihre Lippen erwiderten den Kuss und er wurde leidenschaftlicher. Ihre Hände fuhren unter mein T-Shirt und hinterließen eine brennende Spur auf meiner Haut. „Nat", hauchte ich und begegnete ihren wunderschönen grünen Augen, die vor Lust und Leidenschaft etwas dunkler waren als sonst. Ich zog ihre Lippen wieder auf meine und gab mich ihr vollends hin.

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