Kapitel 54: Erklärung

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Etwas später hatte Nat mich in den Trainingsraum getragen und angefangen zu trainieren. Ich saß an die Wand gelehnt da und beobachtete sie. Sie war bereits auf dem Laufband und saß jetzt an einer Maschine zum Gewicht heben. Dadurch, dass sie nur einen Sport-BH anhatte, konnte ich ihre Rückenmuskulatur bewundern, die sich auch jedes Mal anspannte. Ihre roten Haare waren zu einem Zopf gebunden und lagen teilweise auf ihrer Schulter. Ich war eine Zeitlang einfach nur darin vertieft, sie zu betrachten, dessen sie sich natürlich voll und ganz bewusst war. Irgendwann fing ich an zu reden, die Frage von Steve heute Morgen genauer zu beantworten: „Als ich gedacht hatte, du seist tot, da habe ich mich irgendwie komplett von meinem Körper abgekapselt. Die Geräusche um mich wurden zu einem kaum wahrnehmbaren Summen. Die Schmerzen in meinem Körper zu einem kaum wahrnehmbaren Brennen. Das Blut in meinem Mund zu einem nichtmehr wahrnehmbarem Geschmack. Die Gefühle und alles was mich menschlich, zu einem Lebewesen machte, verschwand einfach. Nur der Widerhall blieb, immer leiser werdend, bis ich ihn schließlich nichtmehr wahrnahm. Ich bekam nichts mehr von der Außenwelt mit, aber das war mir recht. Ich hatte das erste Mal seit langem keine Schmerzen mehr, weder körperlich noch seelisch." Ich blickte auf und sah, dass sie aufgehört hatte zu trainieren und ein paar Schritte vor mir stand. Ihre grünen Augen zeigten so viel Verständnis, Mitgefühl und Liebe, dass ich einen Moment davon überwältigt war und innehielt.

„Ich hatte all meine Sinne verloren, alles, was mich an die Außenwelt bindet", fuhr ich fort, „Alles bis auf eines. Meinen Geruchssinn. Als du mich umarmt hast..." Ich stockte kurz, bevor ich ihr wieder in die Augen sah: „Du riechst nach Sandelholz. Nicht besonders intensiv, aber so, wie ich noch nie einen Geruch wahrgenommen habe... Du hast mich umarmt und ich habe es gerochen. Erst wollte ich mir nicht erlauben, zu hoffen. Schließlich habe ich die Leiche gesehen, die ich für dich hielt. Aber da war es bereits zu spät. Ich hatte schon angefangen die Schmerzen wieder zu fühlen, die Fließen zu sehen, das Wasser an meiner Haut zu spüren und den metallischen Geschmack nach Blut zu schmecken. Ich wollte es nicht wagen zu hoffen, doch tat ich dies bereits und so musste ich fragen, ob du es bist. Das erste Mal kam kein Ton aus meinem Mund... beim zweitem Mal schon." Sie hatte sich irgendwann neben mich gesetzt und nahm mich jetzt in die Arme. Es interessierte mich nicht, dass sie verschwitzt war. Sie streichelte durch meine Haare ohne etwas zu sagen, aber ich genoss die Stille. Bis sie natürlich zerstört werden musste.

„Hey Leute", sagte Clint. „Hey", grüßten wir zurück. Er sah uns an: „Soll ich später wieder kommen?" Ich schüttelte schnell den Kopf: „Ich wollte eh hoch, mich ein bisschen ausruhen." „Ich bringe dich", sagte meine Freundin sofort. Sie nahm mich hoch und ich umschlang ihren Körper mit meinen Beinen und Armen. Sie trug mich hoch und legte mich vorsichtig auf dem Bett ab. Ich kuschelte mich unter die Decke und seufzte zufrieden. Nat lächelte mich an, setzte sich neben mich auf die Bettkante und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich würde noch etwas trainieren gehen, wenn es für dich ok ist", meinte sie. Ich nickte: „Ich komm die nächsten zwei Stunden auch alleine zurecht und wenn nicht rufe ich Wanda." Sie nickte bestätigend, gab mir noch einen Kuss auf die Wange und verließ dann das Zimmer. Ich schloss die Augen und schlief ein.

Sorry, dass es erst so spät kommt 😅 hatte den ganzen Tag kein Internet

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