„Warst du bei ihr", fragte mich die Spionin, kaum dass Wanda den Raum verlassen hatte. Ich sah sie etwas schuldbewusst an und nickte bestätigend. Dann sprang ich plötzlich auf. „Ich habe vergessen, die Schleife aufzulösen!", rief ich und sagte dann ruhiger, „Ich muss nochmal runter." Sie sah mich mit zusammengekniffenen Augen an, bevor sie ebenfalls aufstand: „Komm, ich gehe mit." Ich nickte und zusammen machten wir uns auf den Weg in den Keller.
„Lass uns kurz allein", meinte Nat zu dem Angestellten, ein anderer als der von heute Nachmittag. Dieser nickte und ging. Sofort setzte sich die Spionin an den Computer und fing an ziemlich schnell zu tippen. Ich kam schon lange nicht mehr mit, als nach weniger als einer Minute sagte: „Fertig. Wenn du willst, dass deine Hacks nicht so schnell rückgängig gemacht werden können, wäre etwas Nachhilfe angesagt." Sie zwinkerte mir zu und ich wurde etwas rot. „Hey, ich hatte es nie nötig, etwas zu hacken. Ich finde es schon ziemlich gut, dass ich es überhaupt soweit kann", beschwerte ich mich. Mark hatte mir ein paar einfache Grundlagen gezeigt, aber bei allen komplizierterem habe ich einfach nur einen USB-Stick in den Computer gesteckt und er oder der Stick haben den Rest erledigt. Sie lächelte mich kurz an und blickte dann auf die Überwachungsvideos. „Ist das Blut?", fragte sie und sah mich an. Ich sah ihr über die Schulter. Letizia war jetzt wieder so zu sehen, wie ich sie zurückgelassen hatte. Blut war ihr Hosenbein seitlich heruntergelaufen und auf den Boden getropft. Auch im ihrem Gesicht war noch Blut, dass von den zwei Schlägen kam. Ich sah weg vom Bildschirm, weg von ihr. Langsam zuckte ich mit den Schultern, bevor ich flüsterte: „Ich habe vielleicht das ein oder andere Mal die Kontrolle verloren." Sie war von mir unbemerkt aufgestanden und zwang mich jetzt, ihr in die Augen zu sehen. Dann überraschte sie mich, indem sie sanft mit ihren Fingern meine Wange entlang strich und ihre Stirn gegen meine legte. „Ich wusste nicht, dass es dir so zu schaffen macht. Ich hatte immer gedacht, dass du dich auch da auf das positive, deine Verwandlung, konzentrierst. Hätte ich gewusst...", ihre Stimme verklang langsam, sie weiß anscheinend auch nicht so ganz, was sie gemacht hätte, wenn sie es gewusst hätte. Ich schnaubte leise auf: „Manchmal wünsche ich mir einfach nur ein normales Leben. Ohne Kämpfe. Ohne Waffen. Ohne die Angst, dass man sterben könnte. Oder schlimmer: Die Angst, dass du sterben könntest. Manchmal verfluche ich meine Verwandlung, auch wenn sie gewissermaßen genau das ist, was ich mir früher immer gewünscht hatte. Man weiß die Sachen oft erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat." Nat sah mich verwirrt, aber dennoch mit total viel Liebe in den Augen an. „Bist du unter die Poeten gegangen?", fragte sie und entlockte mir so ein belustigtes Schnauben. „Ich war schon immer so poetisch", meinte ich frech und wollte gerade noch etwas hinzufügen, als es klopfte. Nat öffnete die Tür und der Angestellte stand davor. „Entschuldigt bitte, aber ich wüsste gerne, wie lange ihr noch braucht?", fragte er. „Viertel Stunde, geh und hol dir einen Kaffee oder so", antwortete meine Freundin ihm. Ich sah sie fragend an. Kaum war die Tür wieder geschlossen meinte sie, dass ich hier warten solle, während sie sich um Letizia kümmert.
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Black Angel
FanfictionMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
