„Doktor Cho ist fertig mit der Behandlung", schreckte mich Jarvis aus meinen Gedanken auf, „Sie meint, dass Marie noch gebadet werden sollte, bevor sie ihr einen Verband anlegt und bietet dir an, das zu übernehmen." Ich stand auf: „Danke Jarvis, sag ihr, dass ich es mache und schon unterwegs bin." Schnell machte ich mich auf den Weg. Dort angekommen sah ich, dass Helen bereits Handtücher und frische Klamotten sowie Verbände für Marie rausgelegt hatte. Ich nickte ihr kurz zu, bevor ich in das angrenzende Bad ging und das Wasser der Dusche auf eine lauwarme Temperatur stellte. Als ich zurück kam war die Ärztin bereits weg.
Kurzerhand zog ich mich auch aus und trug dann Marie in die Duschkabine. Vorsichtig stellte ich sie auf die Beine und sie blieb tatsächlich stehen. Ich nahm den Duschkopf und begann langsam mit mäßigem Wasserdruck ihre Haare von dem Blut und Dreck zu befreien. Die ganze Zeit über bekam ich immer noch keine Reaktion. Sanft fuhr ich mit meinen Finger durch ihre nassen Haare und sorgte dafür, dass wirklich der ganze Dreck weg war. Danach machte ich mit ihrem Gesicht weiter. Stumm stand sie da und starrte auf einen Punkt hinter mir. Ich fuhr mit meinen Fingern über ihre Stirn und löste den Dreck. Eine Träne bildete sich in meinen Augen und rollte über meine Wange bis zu meinem Kinn, bevor sie fiel und auf dem Boden aufschlug, sich mit dem dreckigem Wasser vermischte. Vorsichtig und bemüht ihr keine zusätzlichen Schmerzen zuzufügen machte ich ihren gesamten Körper sauber. Es dauerte lange, aber das kümmerte mich nicht. Die ganze Zeit über starrte sie einfach in die Luft, das Wasser lief ihr durchs Gesicht und der Brustkorb hebte und senkte sich leicht. Ich hielt es nicht mehr aus. „Marie, bitte", flüsterte ich, „Komm zurück zu mir." Ich nahm sie in die Arme, vorsichtig, wie ein rohes Ei.
Marie Pov:
Der Geruch. Ich roch etwas so Süßes und Vertrautes. Das ist nicht möglich, redete ich mir ein. Sie ist tot, du hast den Schuss gehört, ihre Leiche gesehen. Aber der Geruch sagte etwas anderes. Diesen Geruch nach Sandelholz würde ich überall wieder erkennen. Langsam schlug mein Geist eine Brücke zu meinem Körper und sofort spürte ich wieder Schmerzen. Meine Augen klärten sich etwas und ich sah nichtmehr ein verschwommenes graues Feld, sondern weiße Fließen. Ich spürte lauwarmes Wasser meinen Körper runterrinnen. Vorsichtig öffnete ich meinen Mund und das Wasser drang darin ein. Es schmeckte etwas metallisch auf meiner Zunge, aber sorgte dafür, dass die Trockenheit, die diesen befallen hatte, langsam verschwand. Dann konzentrierte ich mich wieder auf den Geruch. Sandelholz. War es sie? Konnte ich es wagen zu hoffen? Nein, noch einmal will ich das nicht durchmachen, da bin ich lieber tot. Aber was, wenn sie es doch ist? Letzten Endes gewann die Hoffnung. „Nat?", fragte ich leise, doch es kam nur ein Hauch aus meinem Mund. „Nat?", probierte ich es nochmal und tatsächlich war diesmal ein Laut zu vernehmen. Meine Stimme klang sogar in meinen Ohren schrecklich. Es tat weh, sie zu benutzen, aber wenn es wirklich sie war, dann war es das definitiv wert. Und wenn nicht... Naja, dann werde ich wohl herausfinden müssen, was nach dem Tod kommt.
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Black Angel
FanfictionMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
