Die Rückfahrt verlief schweigend, jeder war in seinen Gedanken versunken. Die untergehende Sonne schien ins Auto und ich bewunderte die Schönheit der dunkler werdenden Orange. Nat parkte und ich nahm den Rucksack und ging hoch. Sie lief ein paar Schritte hinter mir her. Die anderen waren alle schon auf ihren Räumen und schienen schon zu schlafen. Müde packte ich den Rucksack aus. Ich spürte die Blicke, die Nat mir immer wieder zuwarf. Ich drehte mich etwas genervt um und sie schaute schnell weg. „Ja?", fragte ich. Sie begegnete meinem Blick und schien zu überlegen, ob sie so tun sollte, als wäre nichts, entschied sich aber dann dagegen. „Bist du wütend auf mich?", fragte sie mich. Ich sah ihr in die grünen Augen und sah die Verletzlichkeit darin. „Ich weiß es nicht", gab ich zu, „Ich weiß nicht, was ich gerade empfinde. Ich brauche Zeit, um darüber nachzudenken. Aber ich weiß, dass ich dich liebe und immer lieben werde." Sie schien etwas erleichtert, aber die Anspannung war noch nicht ganz weg. „Ich liebe dich auch", flüsterte sie und sah mir in die Augen.
„Was war denn jetzt eigentlich der Job?", fragte ich sie und legte den leeren Rucksack auf den Tisch. Sie wand sich etwas unter meinem Blick, bevor sie antwortete: „Die Frau, die wir gefangen genommen haben, will nichts sagen. Sie meinte, sie gibt nur dir Antworten. Die anderen wollten sie nicht foltern, ich... naja... Jedenfalls habe ich darauf bestanden, dass wir mit dem Befragen warten, bis du nicht mehr verletzt bist, auch psychisch." Viele Gefühle und Gedanken durchzuckten mich auf einmal. Ich war wütend auf die anderen, dass es nicht weiter ging mit den Ermittlungen die zu finden, die dafür gesorgt hatten, dass ich gefangen genommen und gefoltert werde. Wütend darüber, dass sie jemanden nicht foltern würden um jemanden zu helfen, der ihnen eigentlich doch soweit am Herzen liegen sollte und der von ebendieser Frau gefoltert wurde. Ich war dankbar, dass Nat mich davor schützen wollte, sie zu befragen und somit das Pflaster mit einem Ruck abreißen zu müssen, aber auch wütend, dass sie mir die Entscheidung nicht von Anfang an überlassen hatte, auch wenn ich es verstehe und eventuell genauso gehandelt hätte. Ich hatte Angst davor, dass ich zu der Giraffe gehen würde und dann alle Erinnerungen mich wieder durchfluten. Dass ich zusammenbrechen werde und der ganze Fortschritt, den ich gemacht hatte, verloren geht.
„Ich...", ich wusste nicht so ganz, was ich sagen soll, „ich weiß nicht. Es sind so viele gemischte Gefühle, verstehst du?" Ich sah sie an und sie erwiderte meinen Blick mitfühlend. „Du weißt, dass du das einfach wieder vergessen darfst. Ich würde dich niemals zwingen oder dich auch nur darum bitten es zu tun, wenn du es nicht tun willst. Es ist deine Entscheidung und wenn du nicht willst, werde ich einen anderen Weg finden", sprach sie mir gut zu. Ich nickte knapp, bevor ich eher zu mir selbst flüsterte: „Wenn vergessen doch nur so einfach wäre." Ich raffte mich auf und sah meine Freundin an: „Ich gehe hoch zu Wanda heute Nacht. Ich muss etwas nachdenken... über alles...". Sie wollte noch etwas sagen, nickte jetzt aber nur. Ich ging Richtung Türe, blieb dann aber neben ihr stehen uns sah sie kurz an. Sie blickte immer noch an die Stelle, wo ich davor noch stand. Ich würde lieber bei ihr bleiben, nicht mehr mit ihr Streiten, aber auf lange Sicht ist es nur ungesund, wenn ich meine Gefühle für andere verdränge. Und ich will auf lange Sicht bei Nat bleiben, also muss ich mich mit meinem Gefühlen auseinandersetzten, selbst, wenn es bedeutet etwas Abstand zwischen uns zu bringen. „Gute Nacht", flüsterte ich und selbst mir blieb der traurige Unterton in meiner Stimme nicht verborgen. Sie sah mich an. „Gute Nacht, принцесса", flüsterte sie zurück. Ich ging und spürte beim Gehen ihren Blick in meinem Rücken.
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Black Angel
FanfictionMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
