Kapitel 38: Pressekonferenz

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Die nächsten Tage vergingen relativ ereignislos und der einzige Lichtblick war, dass wir das wahrscheinliche Hauptquartier der Terrorgruppe einem Standort in Baden-Württemberg zuordnen konnten. Und dann waren da noch die ganzen Besprechungen mit SHIELD bezüglich meiner baldigen Bekanntgabe meiner echten Identität, für die wir extra nach Washington fliegen würden.

„In zwei Stunden müssen wir los", meinte Tony und schien ganz aus dem Häuschen wegen der bevorstehenden Pressekonferenz zu sein. Ich seufzte. „Keine Angst, wir haben für den Anfang einen von unseren Journalisten, der die richtigen Fragen stellt. Und du hast ja noch mich mit dir auf der Bühne", probierte Tony mich zu ermutigen. „Uns", verbesserte Steve ihn. Ich schenkte den beiden ein etwas zittriges Lächeln: „Ihr müsst auch nicht der ganzen Welt eure wahre Identität stecken." Tony zuckte die Schultern: „Ich hatte es ohne die ganze Absicherung gemacht, die du jetzt hast." „Das war auch ziemlich dumm von dir, Genie hin oder her", meinte ich nur, bevor ich Nat und Wanda im Türrahmen stehen sah. „Ich muss dann mal hoch, muss mir noch ein Outfit aussuchen", meinte ich entschuldigend an Tony und ging mit den beiden Frauen auf mein Zimmer.

Nach einiger Zeit hatte ich eine lockere Hose, flache Schuhe (ich will ja nicht hinfallen und mich vor allen zum Deppen machen), sowie ein enges T-Shirt und eine Lederjacke an, natürlich alles in schwarz, passend zu meinem Namen, den Flügeln, meinen dunklen Augen und Haaren und meiner Seele. Naja, letzteres nicht unbedingt. Als ich dann im Auto saß wurde ich immer nervöser und hinter der Bühne war es nicht gerade besser.

„Nervös", fragte meine Freundin und drückte mitfühlend meine Hand. „Wie könnte ich nicht", meinte ich und drückte ihre Hand zurück, bevor ich losließ. Einer von den vielen Angestellten, die hier herumschwirrten, prüfte nochmal mein Mikrofon, bevor ich mit den anderen vor der Türe positioniert wurde. „Wir begrüßen heute die Avengers, die eine Bekanntgabe zu machen haben und einiger Fragen beantworten werden", wurden wir angekündigt. Tosender Applaus brannte auf und die Türe öffnete sich. Ich stand plötzlich im Blitzlichgewitter und merkte, wie mein aufgesetztes Lächeln etwas ins Rutschen kam. Ich spürte, wie Nats Hand kurz meine streifte bevor wir uns alle, bis auf Tony, auf unsere Stühle setzten. Dieser setzte sein Milliardärslächeln auf und räusperte sich kurz. Schlagartig wurde es ruhig und die Blitzlichter wurden weniger.

„Wie ihr vielleicht festgestellt habt", begann er, „haben wir eine Person unter uns, die euch so noch nie vor die Kamera gekommen sein dürfte." Er verstummte und sah kurz in meine Richtung und sofort wurde es wieder laut im Saal vor lauter Fragen. Ein kurzes Handheben und er konnte weiter reden: „Sie ist Black Angel, was sich wahrscheinlich bereits viele von euch denken konnten." Bei diesem Satz wurden etliche Kameras auf mich gerichtet und bestimmt Tausende von Fotos gemacht. „Ihr kennt sie auch unter dem Namen Alea Lane, was allerdings, wie wahrscheinlich die meisten, die sie gegoogelt haben, auch wissen, nicht ihr echter Name ist. Sie heißt Marie Schwarz", stellte Tony mich vor und es brandeten wieder hunderte von Fragen und ein ganzes Blitzlichgewitter ging erneut auf mich nieder. Grüßend hebte ich die Hand, unsicher, was ich machen sollte, jetzt wo der Milliardär sich gesetzt hatte. Zum Glück nahmen mir die Journalisten diese Frage ab, indem sie mich mit anderen bombardierten.

„Wieso hattest du einen Fake Namen?", „Wieso sagst du uns gerade jetzt deinen echten Namen?", „Weiß deine Familie, wer du bist?", ... ich war ziemlich überfordert und räusperte mich kurz, was alle verstummen ließ. Ich suchte mir die erstbeste Frage raus. „Ja, meine Familie weiß, dass ich auch Black Angel bin und mit den Avengern zusammenarbeite", antwortete ich. Musste ja niemand wissen, dass es erst seit kurzem so ist. Kaum hatte ich eine kurze Pause gelassen gingen die Fragen wieder los. Ab dann antwortete ich immer direkt, wenn ich eine Frage hörte, die ich beantworten konnte und wollte. „Ich komme aus Deutschland, bin da auch aufgewachsen, aber seit etwa zehn Jahren reise ich um die ganze Welt um... Verbrecher hinter Gitter zu bringen." „Bei den Avengern bin ich jetzt seit ziemlich genau einem Jahr" „Ich hatte nicht schon mein Leben lang Flügel, aber ich hatte mich, als ich sie dann hatte, relativ schnell daran gewöhnt" „Meine Identität hatte ich zum Schutz meiner Familie geheim gehalten, aber jetzt hat sich eine andere Lösung gebildet, die das nicht mehr erfordert"...

Nach einer gefühlten Ewigkeit ließen sie von mir ab und begannen allgemein Fragen an die Avengers zu stellen. Ich war erleichtert es überstanden zu haben und überließ den anderen das Reden. Es ist eigentlich nichts nennenswerte mehr passiert, bis auf eine Sache: Ein junger gutaussehender Typ hatte Natasha gefragt, was so ihr Typ ist und ob sie vergeben sei. „Naja, mein Typ will ich hier nicht zu genau definieren, aber ja, ich bin glücklich vergeben", beantwortete sie diese und wir alle sahen sie überrascht an. Mein Lächeln wurde kurz echt, bevor es wieder das aufgesetzte war. Ich bin auch glücklich vergeben, aber definitiv noch nicht bereit, das öffentlich zu machen, von mir ist genug ans Licht gekommen für ein Tag. Obwohl etliche Journalisten probierten mehr über Black Widows Beziehung herauszufinden sagte sie nicht mehr dazu.

Black AngelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt