Der Traum endete. Wahrscheinlich hätte ich in meinem Traum nicht einschlafen dürfen, denn man kann ja wohl nicht in einem Traum schlafen, aber dafür war es jetzt zu spät. Ich spürte den harten Stuhl unter mir, schmeckte mein Blut im Mund. Eine Faust traf mein Gesicht und ich öffnete ruckartig die Augen. Ich spürte den Schmerz in meinem Mund und merkte, dass ein Zahn locker wurde. Super, jetzt hatte ich einen Traum von ihr und schon wieder spürte ich den ganzen Scheiß, von dem ich mich abkapseln wollte. Ein weiterer Faustschlag traf mich, diesmal auf die Brust. Der stechende Schmerz durch die gebrochenen Rippen wurde mit vergegenwärtigt und ich bekam einen Moment keine Luft mehr. Jetzt holte er eine Pistole raus. „Damit du nicht wegläufts, während du auf dem Klo bist", sagte der Gorilla und schoss mir in den Fuß. Ich spürte, wie die Knochen zersplitterten und schrie laut auf.
Ich erschrak, als ich einen Schrei hörte und fuhr ruckartig in die Höhe. Mein ganzer Körper fühlte sich betäubt an und ich brauchte ein paar Sekunden um zu realisieren, dass es jedeglich ein Traum war. Ein Alptraum. Nat hielt mich in den Armen und redete beruhigend auf mich ein, während mein ganzer Körper angefangen hatte zu zittern. Schluchzend ließ ich mich nach hinten, näher in ihre Arme sinken. „Es war kein Traum", flüsterte ich leise vor mich hin und zog tief den Sandelholzgeruch meiner Freundin ein. Sie sah mich verwirrt an. „Du warst kein Traum", fügte ich noch hinzu und vergrub mein Gesicht in ihrer Halsbeuge. „Nein, ich bin real. Du bist bei mir", meinte die Russin und strich mir über den schweißgebadeten Rücken. Kurz zuckte ich zusammen, als ich den Schmerz dadurch fühlte. „Entschuldige ", meinte sie und entfernte ihre Hand. „Was haben sie mit meinem Rücken gemacht, dass es schon so lange nicht heilt?", fragte ich, bemüht einfach nur nicht einzuschlafen und meinen Träumen zu entkommen. „Sie haben eine Botschaft reingeritzt und dafür gesorgt, dass sie nicht gescheit heilt, indem sie Papier in die Schnitte gesteckt haben", erklärte Nat mir in dem Glauben, dass ich das wirklich wissen wollte. „Was für eine Botschaft?", fragte ich nun doch neugierig geworden. Ich hob meinen Kopf und sah ihr in die Waldgrünen Augen. Ich sah kurz Schmerz darin aufblitzen, der jedoch sofort wieder verdrängt wurde. „Death Angel", antwortete sie leise. Ich schnaubte leise: „Wenn ich ein Todesengel wäre, wäre ich wohl kaum in diese Lage gekommen."
„Marie", fing Nat mit einer etwas schmerzerfüllten Stimme an zu reden, „Ich... Es tut mir leid, dass es soweit gekommen ist, dass ich nicht auf dich aufpassen konnte. Und dass ich dich nicht schon früher gefunden habe. Es tut mir so leid." Eine Träne kullerte ihre Wange hinunter und ich legte schnell meinen Zeigefinger auf ihre Lippen, um sie am Weitersprechen zu hintern. „Das war nicht deine Schuld, nichts davon. Die einzigen, die sich bei mir zu entschuldigen hätten wären die...", unterbrach ich sie, „Du warst das Einzige, das mich davor bewahrt hat zu brechen. Ohne den Gedanken an dich... und als ich dann dachte..." Ein Schluchzer löste sich aus meiner Kehle und Tränen rannen mir die Wange runter. „Schon gut", strich Nat mir diese weg, „Du musst es mir nicht erzählen." Ich schüttelte den Kopf. „Will ich aber", meinte ich und bemühte mich um eine festere Stimme, „Sie hatten eine Frau, eine Gefangene, die grade an meiner Zelle vorbeigeführt wurde, als die Türe offen war. Sie hatte rote Haare und war etwa so groß wie ich. Sie wehrte sich und wurde dann von einem der Gorillas angeschnauzt, dass sie aufhören soll, sonst knallts." Ich stockte kurz, bevor ich fortfuhr: „Er sagte wörtlich: Hör auf Romanoff, sonst knallts." „Oh, Marie", sah meine Freundin mich an und hielt mich fester, darauf bedacht, keine Wunde zu berühren. Sie hatte jetzt verstanden, zumindest teilweise. „Es hatte zusammengepasst. Sie wollten nicht nur mich, sondern auch euch", fuhr ich fort, „Ab dann habe ich jedes Mal, wenn die Türe aufging die Schreie gehört... sie klangen so sehr nach dir... es war das Schlimmste, was sie mir antun konnten... dachte ich jedenfalls. Irgendwann kam sie rein und ich musste mich einfach für dich einsetzen... für die Frau, die ich für dich heilt. Ich bat sie, dich gehen zu lassen, sie können mit mir dann auch machen was sie wollen. Natürlich taten sie das schon längst und das wusste sie auch. Dann hatte sie gemeint, dass sie „mir den Gefallen tut" und sie dich „erlösen". Zu spät hatte ich kapiert, was das bedeutete, als ich auch schon den Schuss hörte und deine Schreie aufhörten. Dann brachten sie dich, deine Leiche... ihre Leiche an der Tür vorbei und fragte, „Was sie mit Romanoff machen sollten". Ich hatte es doch nicht wissen können... und sie sagte nur, dass es egal sein, was mit deiner Leiche passiere, solange keine Beweise übrig bleiben. Ich war überzeugt, dass es wirklich du warst... und dann konnte ich nicht mehr. An dich zu denken tat mehr weh, als sonst irgendwas..." Die Tränen liefen inzwischen über unsere beiden Gesichter als ich verstummt. „Es tut mir so leid, was du alles durchmachen musstest", meinte Nat schließlich und hielt mich einfach nur fest.
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Black Angel
FanficMarie ist nun seit etwa einem Jahr Teil der Avengers und fast genauso lang auch schon mit Natasha Romanoff zusammen. Sie sind gerade bei Clint angekommen, als sie angegriffen werde. Als sich herrausstellt, dass die Angreifer aufgrund Maries Vergange...
