Teil 24 - Du bist der Grund

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Während Gemma und Luke mich schon überrascht hatten, schockierte es mich regelrecht, dass nicht Haley, Hank oder Harry durch den Abend führte. Auch nicht Lya oder ich.
Es war Gemma, die plötzlich auf der Bühne erschien und um Ruhe bat, während Luke bei Harry auf dem Schoß saß und meine Hand dabei hielt. Der kleine war einfach zu süß.
„Sehr geehrte Damen und Herren. Ich bin Gemma Styles und werde Sie am heutigen Abend durch das Programm führen. Im Gegensatz zu meinem berühmten und begabten Bruder Harry, bin ich vom Hauptberuf Mutter.
Der Grund, weshalb wir uns heute alle hier versammelt haben, ist, dass wir jenen gedenken möchten, die nicht gesund und gesegnet sind, wie wir." Sie sprach klar und deutlich und ich konnte ihren Schmerz bis hier her spüren. Eine Träne lief ihre Wange hinunter, genau wie bei mir, als sie weiter sprach.
„Wir sind uns alle bewusst, dass es durchaus Menschen gibt, die es schlechter haben als wir. Doch um jene geht es heute nicht. Es geht um unsere Zukunft; um die Kinder, die tagtäglich um ihr Leben kämpfen, während manche von ihnen noch nicht einmal verstehen, wieso sie dies tun müssen. Wir sammeln für jene, die ihre Kindheit auf der Kinderstation des St. Thomas Hospitals verbringen.
Ich spreche zu Ihnen, als eine Mutter, die sich in diesem Kampf befindet und ihn sicher noch eine Weile kämpfen wird. Doch das tue ich gerne, weil ich möchte, dass mein Sohn ein gutes und gesundes Leben führen kann.
Lassen Sie uns geben, was wir können und den Kindern zeigen, wie schön das Leben sein kann.
Vielen Dank." Gemma nahm ihre Zettel und trat langsam von der Bühne. Tosender Applaus brach los und einige Menschen standen auf. Ich sah, wie Lya sich an den Augen herum wischte und lächelte. Plötzlich spürte ich eine Hand an meinem Rücken.
„Jetzt bist du dran.", flüsterte Harry. Ich nickte nervös und ging auf die Bühne. Als alle wieder saßen, begann ich zu reden.
„Guten Abend und vielen Dank, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind. Wie Gemma bereits erwähnt hat, sammeln wir heute für die Kinder im St. Thomas Hospital. Wir sammeln, damit Renovierungen, Anschaffungen und besondere Feierlichkeiten wie Geburtstage gefeiert werden können. Wir sammeln, um den Kindern zu zeigen, dass wir an sie denken und dass sie nicht alleine sind.
Wir sammeln-„ Meine stimme wurde etwas zittrig, als ich an Lilly und ihren Zustand dachte. Ich sah zu Harry, der mit Luke auf seinen Arm zu mir hinauf sah und mich aufmunternd anlächelte. Dann atmete ich tief durch und fuhr fort.
„Wir sammeln, um diesen Kindern das Leben zu ermöglichen, das sie verdienen." Hier machte ich eine kurze Pause. Alle Menschen im Saal schwiegen und sahen zu mir hinauf. Ich hörte Schritte und sah zum Rand der Bühne, an dem ich Schwester Lucy entdeckte. Ich holte mir die Hände vor den Mund und bemühte mich, nicht zu weinen, als ich die Kinder hinter ihr entdeckte. Jordan, Mick und an dritter Stelle stand die kleine Lilly. Sie trug ein fliederfarbenes Kleid und hatte zwei kleine Zöpfe. Als sie mich entdeckten, weil Schwester Lucy auf mich zeigte, liefen sie los und sprangen mir in die Arme. Das Publikum begann zu applaudieren und bei mir liegen die tränen. Ich begrüßte Schwester Lucy und stellte mich mit Lilly auf den Arm zurück an das Mikro.
„Ladies and Gentlemen, einige Kinder aus dem St. Thomes Hospital!" Alle applaudierten. Lilly reckte sich nach vorne zum Mikrofon und sprach mit heiserer Stimme.
„Mary ist die beste Freundin, die ich je hatte." Ich drückte sie fest an mich und ging vorsichtig von der Bühne runter. Nun wusste ich auch, für den der letzte freie Tisch war. Musik würde gespielt, die Gäste unterhielten sich und ich gesellte mich zu Schwester Lucy.
„Ich nehme mal an, die Überraschung ist gelungen."
„Und wie!", sagte ich und drückte sie erneut. Es war zu schön, dass sie alle hier waren.
„Wir können leider nicht sehr lange bleiben, aber Gemma und Harry dachten, es wäre gut, wenn die Spendenden die Kinder ein mal sehen würden.", sagte sie. Ich drehte mich um und sah zu Harry, der mit Liam redete und dabei mehrere Schecks in den Händen hielt.
„Ich denke, die Spenden werden durch die Decke gehen." Schwester Lucy lächelte mich an und wandte sich dann an die Kinder. Ich sah zur Bühne, auf der sich plötzlich Haley befand.
„Als Mitveranstalterin dieser Gala erkläre ich hiermit die Tanzfläche für eröffnet. Mary-Jane und Harry, würdet ihr und die Ehre erweisen?" Schockiert sah ich zu ihr hinauf, als plötzlich Harry vor mir stand. Er lächelte und hielt mir seine Hand hin. Ich spürte, wie alle uns ansahen. Ich seufzte und ergriff seine Hand. Harry führte uns auf die Tanzfläche, zog mich an sich und begann uns im Takt der Musik zu drehen. Ich sah ihn einfach nur an, weshalb unsere Blicke sich trafen.
„Bis jetzt läuft es ziemlich gut.", sprach er leise.
„Das freut mich. Hat Liam auch etwas gespendet?" Harry nickte.
„Allerdings. Ich glaube da kommt ein gutes Sümmchen zustande.", sagte er und grinste, was mich misstrauisch werden ließ.
„Was hast du gemacht?", fragte ich. Harry lachte, drehte mich aus seiner Umarmung und zurück in seine Arme.
„Niemand hat gesagt, dass ich nicht spenden darf." Er sah zu mir hinab und grinste. Ich rollte mit den Augen und haute ihm leicht gegen die Schulter.
„Wofür war das denn?"
„Dafür, dass du mich jetzt praktisch dazu ebenfalls, ebenfalls zu spenden.", erklärte ich. Harry schmunzelte, blickte kurz durch den Raum und dann wieder zu mir hinab.
„Ich glaube du bist die letzte, die hier irgendetwas spenden muss.", sagte er ruhig.
„Sieh dir an, was du für diese Kinder auf die Beine gestellt hast. Und jetzt sag nicht, wir hätten dir alle geholfen. Es war deine Idee. Du bist der Grund, warum all diese Menschen hier sind." Ich sah zu Harry auf und lächelte. Er sah mich nicht an, als er das sagte, doch ich war mir sicher, dass er genau so stolz auf das ganze hier war, wie ich.

Roses (II)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt