Teil 60 - Was ändert das schon?

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Harry stand hinter der Scheibe und legte die Kopfhörer an. Er lächelte mir zu und ich winkte kurz, als Calum begann, die Anweisungen zu geben.
„Gut, fangen wir gleich mit With everything you do an. Dir brauche ich ja nichts erklären." Harry nickte. Ich war sehr gespannt, wie sich das Lied anhören würde. Da ich es nicht kannte, ging ich davon aus, dass es ein neues Lied von Harry war. Als Harry zu singen begann, fing mein Herz wild an zu klopfen.
„Out of the dark
Into the light
You stopped the pain
Made everything alright

You came to me
And took my heart
You stopped the fight
To make live Start
Now everything's alright", sang Harry. Ich beobachtete ihn still und begann zu lächeln. Ihn in seinem Element zu sehen war das schönste, was ich je gesehen hatte. Wenn ich geglaubt hatte, dass ich beim Signieren unseres Buches stolz auf ihn gewesen war, lag ich falsch. Nichts war schöner, als ein Künstler bei seiner Arbeit.
„Like christmas with my family
Like birthday with a cake
Like growing up so happily
Like giving and not take

That's what you are and do to me
Most important for my symphony
I don't believe what you've got me through
With everything you do
With everything you do"
„Sehr gut.", unterbrach Calum ihn. Leider, denn ich wollte den Song zu Ende hören.
„Ich denke du könntest bei den Strophen noch etwas mehr vom Gas runter gehen. Was denkst du, Mary?" Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich der Musikproduzent an mich wenden würde. Überrascht sah ich zwischen den beiden hin und her und stammelte dann etwas von einer Zustimmung.
„Versuchen wir es noch einmal.", sagte Calum. Harry nickte und zwinkerte mir zu, bevor er das Lied von vorne zu singen begann. Dieses Mal brach er nach dem Refrain nicht ab.
„You light it up
With all your heart
You stopped the pain
Became my guard

Like holiday at the beach in spain
Like presents under the tree
Like winning an important a game
Like swimming in the sea." Während Harry einen Refrain, die Bridge und dann einen letzten Refrain sang, sah er mich an und ich fühlte, dass dieses Lied etwas mit mir zu tun hatte.
„Entschuldigt mich kurz.", sagte Calum und verschwand mit seinem Handy in der Hand in den Nebenraum. Harry kam lächelnd aus der Kabine und schloss mich in seine Arme.
„Also, was sagst du zu dem Song?", fragte er. Dabei kaute er unsicher auf seiner Unterlippe herum, was wirklich sehr niedlich aussah.
„Es ist ein sehr sehr schönes Lied.", sagte ich, woraufhin Harry seufzte und mich an sich drückte.
„Ich habe es für dich geschrieben." Ich schwieg und wartete, ob Harry noch etwas sagen würde. Und tatsächlich war er noch nicht fertig.
„Es wird die erste Single sein, wenn ich ein neues Album veröffentliche, damit jeder weiß, was du für mich getan hast und wie sehr ich dich liebe." Nun sah ich zu ihm auf und schniefte. Erschrocken wischte Harry die Träne von meiner Wange und streichelte sie sanft.
„Ich liebe dich.", hauchte Harry und küsste mich sanft.
„Ich liebe dich auch, so sehr." Unser intimer Moment wurde von Cam unterbrochen, als er an uns vorbei zum Pult huschte.
„Sorry, dass es so lange gedauert hat.", entschuldigte er sich.
„Kein Problem.", sagte Harry, küsste mich kurz und ging dann zurück in die Kabine. Ein paar Mal sang er das Lied noch und dann eines, was Calum ihm vorschlug, doch das klang nicht so gut, wie sein erstes.
Nach etwas drei Stunden war Harry fertig und wir wollten das Tonstudio verlassen, doch Calum hatte uns in ein Gespräch verwickelt, weshalb wir auf seinen nächsten Kunden trafen.
„Ich hoffe du hast dieses Mal vorgeheizt.", meckerte er und blieb stehen, als er uns sah. Ich drehte mich zu ihm und hielt erschrocken inne. Es war nicht irgendein kleiner Künstler. Es war, als wäre es Schicksal, dass plötzlich dieser eine Mensch vor uns stand. Lange hatte ich mich gefragt, wo er abgeblieben war und hier war er nun-
„Zayn.", hauchte Harry. Ich sah zu ihm und dann zurück zu Zayn. Seit Liam mir das von den beiden erzählt hatte, hatte ich häufig an ihn gedacht. Ich sah zwischen Harry und Zayn hin und her und fragte mich, wer zuerst etwas sagen und machen würde. Keiner von beiden wütend oder verärgert aus. Beide schauten eher überrascht und überfordert zueinander.
„Oh, das hatte ich ja glatt vergessen.." Calum sprach weiter, doch niemand schien ihm zu zu hören. Alles wirkte wie eingefroren. Zayn war der erste, der sich leicht wieder rührte. Er machte einen Schritt auf uns zu und hielt dann inne.
„Harry, ich-„
„Sag nichts. Wir wollten eh grade gehen.", unterbrach Harry ihn forsch und zog mich an meiner Hand an Zayn vorbei, hinaus aus dem Tonstudio. Ich fragte nicht nach. Unten in der Eingangshalle würden wir jedoch aufgehalten.
„Verflucht, Harry. Jetzt warte doch einmal!", rief Zayn uns nach. Harry zog und zog, doch ich hielt dagegen und zwang ihn, stehen zu bleiben. Manchmal musste ich ihm eben helfen, das Richtige zu tun.
„Was ist?", rief Harry wütend.
„Was ist? Wir sind nicht mehr die 20-jährigen kleinen Jungs, du kannst vor deinen Problemen nicht mehr davon laufen."
„Dann schau gut her.", sagte Harry und wollte schon wieder weitergehen. Doch auch dieses Mal schaffte ich es mit Müh ihn festzuhalten. Er sah mich böse an, was ich nur zu gerne erwiderte.
„Können wir nicht wenigstens darüber reden?", fragte Zayn. Harry neben mir schnaubte verächtlich. Er benahm sich wie ein kleines Kind.
„Worüber willst du noch reden? Du hast mir deine Meinung damals gesagt und ich kann dir versichern, dass sich an mir sicher nicht alles verändert hat."
„Dessen bin ich mir durchaus bewusst, doch ich weiß, dass du und ich uns beide verändert haben. Ich habe dein Buch gelesen." Überrascht sah Harry zu Zayn und wendete dann den Blick ab.
„Was ändert das schon?", fragte er leise und traurig und ließ meine Hand los. Er spazierte aus dem Gebäude und ließ mich und Zayn hier stehen.
„Sorry.", rief ich Zayn zu und lief Harry hinterher.

Roses (II)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt