Harrys POV
Es war komisch und ich verstand nicht, wie sehr die Nachricht über die eventuelle Schwangerschaft meiner Freundin mich beeinflusste. Seit Tagen verhielt ich mich für meine Verhältnisse eigenartig und das lag wohlmöglich an meinen Gedanken.
Gestern war ich im Tonstudio gewesen und schon während ich sang dachte ich nur an mein Vorhaben.
„Ich will nicht sagen, dass du heute scheiße singst, aber man merkt dir an, dass deine Gedanken wo ganz anders sind.", hatte Callum zu mir gesagt. Grinsend trat ich aus der Kabine und setzte mich zu ihm. Dann nahm ich die kleine Schachtel aus meiner Tasche und zeigte sie ihm.
„Harry Styles. Das ist nicht dein Ernst, oder?", fragte er überrascht.
„Oh doch, das ist es. In den nächsten Tagen mache ich Mary einen Antrag." Callum sah sich den Ring genauer an und staunte.
So ähnlich lief es auch bei meiner Mutter.
„Harold, na endlich. Nimm mir die Tüten ab, sie sind schwer.", sagte sie und drückte mir die Tüten in die Hand. Ich rollte mit den Augen und folgte ihr dann in die Küche. Dann half ich ihr bei den Vorbereitungen für das Essen. Dabei entgingen mir ihre Seitenblicke nicht.
„Was liegt dir auf dem Herzen?", fragte sie bereits nach wenigen Minuten.
„Wieso fragst du?"
„Weil du so abwesend bist. Du starrst das Gemüse so verbissen an und meidest meine Blicke.", erklärte sie.
„Es stimmt, du hast recht. Mary hat mir vor wenigen Tagen gesagt, dass sie vielleicht schwanger ist.", sagte ich. Meine Mutter sah mich schockiert und überrascht und verwirrt an. Sie ließ das Messer fallen und starrte mich an. Als ich dachte, sie würde nicht mehr atmen, begann sie plötzlich zu grinsen. Sie nahm mich in den Arm und lachte dabei laut.
„Das ist doch wundervoll.", trällerte sie. Als ich darauf nicht reagierte, hielt sie mich leicht von sich entfernt und sah mich fragend an.
„Was ist denn, freust du dich nicht?"
„Ich, doch, natürlich freue ich mich.", sagte ich.
„Und wieso zeigst du es nicht? Willst du kein Kind oder was ist das Problem?" Meine Mutter sah mich an, als würde ich ein Geschenk Gottes verneinen oder jemanden verletzen, dabei wollte ich das nicht. Vorsichtig nahm ich die Hände meiner Mutter runter und griff in meine linke Hosentasche.
„Ich will ein Kind mit Mary. Ich will, dass sie die Mutter meiner Kinder wird und meine Frau.", sagte ich. Meine Mutter sah erst mich schockiert an und dann auf die Schachtel in meiner Hand. Dann lächelte sie. Kurz darauf wurde ihr Blick wieder ernst.
„Harry. Du weißt, ich mag Mary wirklich sehr gerne. Denkst du nicht, dass du das ganze etwas überstürzt?", fragte sie. Alles Gute wich aus mir und ich senkte die Schachtel.
„Harry?", erklang plötzlich Marys Stimme aus dem Flur.
„Schatz, ich bin wieder da und ich bin nicht-„
„Mary, da bist du ja endlich.", unterbrach ich sie. Meine Mum sollte nach diesem Moment nicht auch noch wissen, wie es mit dem Schwangerschaftstest aussah.
„Sag jetzt bloß nichts Falsches. Wir haben das Essen hier her verlegt. Meine Mum steht in der Küche und die anderen kommen auch gleich." Mary nickte und zog ihre Jacke aus. Dann ging sie weiter in Richtung Küche.
„In Ordnung. Ich sage eben hallo und gehe dann duschen. Wir müssen reden.", sagte sie. Nervös nickte ich und versuchte mir meine Stimmung nicht anmerke zu lassen. Auch wenn es mir nicht leichtfiel. Sie begrüßte meine Mum und ging dann ins Schlafzimmer.
„Hat sie etwas gesagt?", fragte meine Mutter.
„Nein und selbst wenn, geht es dich erst etwas an, wenn wir uns sicher sind.", motzte ich. Es tat mir leid für meine Mutter, doch darauf konnte ich gerade keine Rücksicht nehmen. Ich lief zum Bad und drückte die Klinke runter. Mary sah mich schockiert an.
„Und?", fragte ich. Mary drehte sich weg und als sie sich zurückdrehte, kannte ich die Antwort.
„Ich bin nicht schwanger.", sagte sie grade heraus. In mir fiel etwas zusammen, was ich in diesem Moment nicht beschreiben konnte, doch viel wichtiger war, dass ich jetzt für Mary da war.
„Oh, ok. Dann lass ich dich erst mal in Ruhe duschen und wir reden nach dem Essen, ja?" Ich küsste Mary und verließ dann das Bad. Einen kurzen Augenblick blieb ich im Schlafzimmer mit der Klinke in der Hand stehen und atmete tief durch.
Dann ging ich zurück zu meiner Mutter.
Ich schwieg sie an und half ihr weiter bei der Zubereitung des Essens. Dabei wussten wir beide, dass ich es nicht lange aushalten würde.
„Sie ist nicht schwanger.", sagte ich. Meine Mutter schwieg, doch ich spürte ihre Blicke.
„Das tut mir leid." Ich sah zu ihr und seufzte. Ihr warmer, sanfter und verständnisvoller Blick nahm so viel des auf mir lastenden Drucks.
„Das war's dann wohl mit der Hochzeit.", sagte ich und wusch mir die Hände. Meine Mutter hielt mich auf und wollte gerade etwas sagen, als es klingelte. Ich seufzte und ging zur Tür.
Meine dauerfröhliche Schwester begrüßte mich und nachdem mein kleiner Neffe mir um den Hals gefallen und sein Vater ihn mir abgenommen hatte, hatte ich zwei Sekunden zum Durchatmen. Meine Mutter übernahm die Führung und ich konnte mich für zwei Minuten setzen. Luke sah neben mir fern, als ich die Schachtel zwischen meinen Fingern hielt und sie anstarrte.
„Harry?", rief meine Mutter. Ich legte die Schachtel in die Schublade des kleinen Tischchens neben der Couch und ging zu ihr.
„Zeigst du Gemma und den anderen das Dach? Luke würde es zu gerne sehen.", bat sie. Ich dachte mir nichts dabei und folgte ihrer Bitte. Meine Schwester und ihre Familie mochten das Dach. Während sie es sich für kurze Zeit gemütlich machten, schloss ich die Augen und atmete tief durch. Das Thema Babys konnte ich nun erst mal vergessen. Genau wie das Heiraten.
„Komm Harry, wir gehen wieder runter.", sagte meine Schwester. Ich folgte meinem Schwager und hielt inne, als ich meine Freundin am Esstisch sitzen sah. Sie faltete Servierten. Dabei sah sie so wunderschön und unschuldig aus. Ich liebte dieses Mädchen so sehr.
„Ich helfe dir.", sagte ich und setzte mich neben sie.
„Deine Mum hat mich jetzt schon gefragt, ob mit mir alles in Ordnung ist.", sagte sie ruhig. Besorgt sah ich sie an. Sie wirkte so schwach.
„Wenn es dir nicht gut geht, kannst du dich auch hinlegen.", wandte ich ein. Doch Mary wollte nicht.
„Nein, schon gut. Für diesen einen Abend schaffe ich das schon. So schlimm wird es schon nicht werden."
Meine Schwester riss das Gespräch an sich und nahm mir damit eine Last ab.
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Roses (II)
FanfictionAls ich zu ihm aufsah, begegnete ich seinem Blick. Harry blieb stehen und atmete tief durch. „Ich habe wirklich versucht, mich von dir fern zu halten, doch das ist schwerer, als ich gedacht hätte. Ich habe schon lange gespürt, dass da etwas zwischen...
