„War es schwer für dich, die Band hinter dir zu lassen?" Selbst von dieser Frage schien mein gegenüber nicht allzu überrascht zu sein.
„Es war nicht leicht, die Band aufzulösen. Doch noch schwerer war es, die Jungs hinter mir zu lassen." Er sah aus dem Fenster und ich wollte sein Schwelgen in Erinnerungen nicht unterbrechen, doch die Neugierde hatte mich fest in seinen Klauen.
„Was hat Harry dir darüber erzählt?", fragte Liam zurück. Ich sah ihn überrascht an und dann runter zu meinem Freund.
„Nicht viel. Eigentlich hat er eher nur dem zugestimmt, was in der Öffentlichkeit auch erzählt wird.", sagte ich und zuckte mit den Schultern. Liam lachte leicht und schüttelte dabei den Kopf. Wieder sah er aus dem Fenster, als er weiter sprach.
„Es war nicht so, wie es in den Medien stand. Was ist der häufigste Grund für die Trennung einer Band?"
„Frauen?", spekulierte ich.
„Na gut, der zweithäufigste?" Ich dachte kurz nach und als ich dann zu Liam sah, nickte er.
„Genau, Neid. Er zerfrisst dich von innen und selbst, wenn du die Person vor dir magst, wünschst du ihr die Pest an den Hals. Das Problem an der Rückkehr nach den ersten Soloalben war, dass wir zwar alle erfolgreich, aber nicht auf gleicher Länge erfolgreich waren. Zayns Musik kam viel besser an, als meine oder Harrys. Niall startete durch und tut es noch immer. Nach den ganzen Spekulationen war Harry sich mehr als sicher, dass er es packen würde, doch dann kam das Album von 1D und als sein eigenes dann floppte, während das von Louis mehr als nur erfolgreich war, zerbrach er daran. Er hatte keine festigende Beziehung, wie ich sie hatte. Stattdessen flüchtete er sich in Alkohol, Parties und Drogen. Und so wie es ihm dann erging, hast du ihn kennen gelernt. Sicher warst auch du davon mehr als schockiert." Ich nickte, denn ich war sprachlos. Es war eine krasse Geschichte und ich verstand, wieso Harry sie mir nicht erzählt hatte, doch sie zu kennen tat gut.
„Ich werde dann mal nach Hause fahren. Soll ich ihn rüber tragen?", fragte Liam. Ich schüttelte den Kopf.
„Gut, dann pass einfach gut auf ihn auf und wenn was ist, kannst du jederzeit anrufen."
„Danke, für alles.", sagte ich und lächelte. Liam ging und ließ mich mit dem lädierten Harry zurück. Ich betrachtete ihn eine Weile und versuchte in seinen schönen Kopf einzutauchen. Dann sah ich etwas fern. Irgendwann musste ich auf der Couch eingeschlafen sein. Doch das war nicht das schlimme, als ich am nächsten Morgen aufwachte. Viel schlimmer war, dass Harry weg war. Ich durchsuchte das Appartement und rief nach ihm, dann rief ich ihn an, doch er nahm nicht ab. Harry war verschwunden.
Ich hatte keinen Plan, wie ich ihn finden sollte. Als ich meinen Schlüssel geschnappt hatte und runter zur Tiefgarage fuhr, rief ich Lya an. Doch sie hob nicht ab. Während ich losfuhr rief ich Liam an, welcher mir versprach, sich umzuhören. Doch auch er wusste nicht, wo Harry war. In meiner Verzweiflung rief ich Sarah und Niall an; wieder keine Spur. Als ich aufgelegt und verzweifelt auf das Lenkrad geschlagen hatte, erhielt ich eine Nachricht. Ich seufzte erleichtert, als ich las, was Gemma mir geschrieben hatte. An der nächsten Kreuzung wendete ich und fuhr eilig zum Haus von Harrys Schwester. Ich parkte davor, lief zur Tür und klingelte. Gemma öffnete mir die Tür und sah mich traurig an. Sie bat mich hinein.
„Er ist auf der Terasse.", sagte sie und verschwand nach oben. Ich hörte sie mit Luke reden und kurz darauf auch, wie jemand draußen sprach. Gänsehaut breitete sich über meinen gesamten Körper aus, als ich näher an die Tür trat und zu lauschen begann.
„Es war schlimm, John. Ich könnte schwören, sie hatte Angst. Ich will nicht, dass meine Freundin Angst vor mir hat.", sagte Harry. Am liebsten hätte ich sofort klargestellt, dass ich keine Angst vor, sondern eher um ihn gehabt hatte. Um unsere Zukunft. Doch Harry sprach bereits weiter.
„Das hat Mary nicht verdient! Wieso kann ich nicht wie Liam sein?", fluchte Harry. Er schlug irgendwo gegen und seufzte.
„Harry, hör auf an dir zu zweifeln. Jeder Mensch macht Fehler, niemand ist perfekt; auch nicht Liam. Vielleicht solltest du versuchen, dich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Was ist für dich momentan das wichtigste?", fragte John. Bei jedem seiner Worte wurde er mir sympathischer.
„Mary. Nichts ist mir wichtiger als Mary. Ich will, dass sie kriegt was sie verdient und dass sie glücklich ist. Mehr nicht." Mein Herz schmolz dahin.
„Zeig es ihr. Zeig ihr, dass sie das wichtigste für dich ist!" Wieder hörte ich Harry seufzen.
„Du hast vermutlich recht.", sagte Harry. Ich war in Gedanken noch bei den Liebesgeständnis, als plötzlich ein überraschter Harry vor mir erschien. Er sah mich mit großen Augen an.
„Mary, ich, es tut mir alles so leid! Ich wollte nicht-„ Ich unterbrach ihn, indem ich einen großen Schritt auf ihn zu machte und ihn küsste. John räusperte sich und verließ den Raum. Als ich von Harry abließ, sagte keiner von uns etwas. Stattdessen zog Harry mich auf die Couch und nahm meine Hand.
„Ich weiß nicht, was du eben gehört hast, aber es tut mir unendlich leid, was gestern Abend passiert ist und auch, dass ich vorhin einfach abgehauen bin. Ich war überfordert und hatte Angst, vor deiner Reaktion.", gestand Harry. Ich lächelte ihn sanft an und strich über seine Wange.
„Was ist denn mit dir los? So zerstreut und durcheinander habe ich dich noch nie erlebt." Harry nickte traurig und legte seinen Arm um meine Schulter.
„Ich weiß es nicht. Es ist nur, dass ich so froh bin, dass ich dich habe und du bist mir so wichtig, dass ich dich um keinen Preis verlieren möchte. Dabei mache ich alles selber kaputt und stoße dich wieder und wieder von mir." Ich zwang Harry mich anzusehen und lächelte, als sich unsere Blicke trafen.
„Du wirst mich nicht so schnell los, egal, wie oft du mich von dir stößt. Ich werde immer an deiner Seite sein.", flüsterte ich. Harry begann leicht zu lächeln und küsste mich vorsichtig.
„Lass uns nach Hause fahren."
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Roses (II)
FanfictionAls ich zu ihm aufsah, begegnete ich seinem Blick. Harry blieb stehen und atmete tief durch. „Ich habe wirklich versucht, mich von dir fern zu halten, doch das ist schwerer, als ich gedacht hätte. Ich habe schon lange gespürt, dass da etwas zwischen...
