Teil 59 - Musik produzieren

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Nach dem duschen betrachtete ich mich im Spiegel. Das war an sich nichts Neues, doch dass ich das Gefühl hatte, dass mein Körper sich veränderte, war neu.
„Harry? Hast du auch das Gefühl, dass meine Brüste größer geworden sind?", fragte ich verunsichert. Harry kam zu mir ins Bad, legte kurz Hand an und schüttelte dann den Kopf.
„Nein, denke nicht. Bist du gleich fertig?", fragte er und verließ den Raum. Ich sah ihm mit hochgezogener Augenbraue hinterher und schüttelte dann lächelnd den Kopf. Seit der Sache im Club war Harry wie ausgewechselt. Er war fröhlicher und ausgelassener. Ich genoss dies sehr, doch die Zweifel blieben, dass es nicht für immer anhalten würde.
Ich ging aus dem Bad und fand Harry in der Küche.
„Und das war's mit den Babys.", sagte er. Erschrocken sah ich vor ihn und atmete erleichtert auf, als er ein weiteres Ei in eine Schale schlug.
„Hast du Lust, mich heute zu begleiten?", fragte Harry. Ich naschte etwas vom Obstsalat und sah ihn dann kauend fragend an.
„Ins Tonstudio. Ich möchte wissen, ob dir das gefällt, was ich zur Zeit mache."
„Sehr gerne.", sagte ich und kuschelte mich an seinen Rücken.
„Ich liebe dich.", nuschelte ich.
„Ich dich auch, Babe." Grinsend nahm ich den Obstsalat und stellte ihn auf den gedeckten Tisch.
Das mit dem Babe war neu bei Harry, doch irgendwie gefiel es mir. Es war nicht der typische Kosename wie Schatz. Außerdem fand ich, dass es zu mir passte.
„Da ist dein Omelett.", sagte Harry und stellte mir einen gefüllten Teller vor die Nase. Ich bedankte mich und wir begannen zu essen. Ein leichter Wind wehte durch meine Haare und wirbelte sie umher. Trotz solcher Dinge, oder eben wegen dieser liebte ich es, auf dem Dach zu frühstücken. Hier oben störte uns niemand.
„Schreibst du an neuen Liedern?", fragte ich Harry. Lächelnd nickte er und trank etwas Saft.
„Ich habe in den letzten Wochen etwas rumprobiert und wollte heute mal gucken, wie es sich aufgenommen anhört." Jetzt war ich mehr als nur neugierig. Ich kannte alle von Harrys alten Werken, doch ich war mir sicher, dass die neuen nichts damit zu tun haben würden.
„Ich habe übrigens mit Liam telefoniert und mich bei ihm bedankt und entschuldigt.", sagte Harry. Ich nahm seine Hand und lächelte.
„Das ist sehr gut. Ich glaube ohne ihn hätte ich dich nie nach Hause bekommen." Harry lächelte verlegen. Ich stand auf, ging um den Tisch zu ihm und setzte mich auf seinen Schoß. Harry sah mich abwartend an.
„Es war kein schöner Abend, doch wir haben darüber geredet und für mich ist es vergessen. Manchmal passieren Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Das wichtigste ist, dass wir verhindern, dass sie erneut geschehen.", sagte ich. Harry hob meine Hand an seinen Mund und küsste sie.
„Womit habe ich dich nur verdient?", fragte er. Ich fuhr durch die Haare in seinem Nacken und grinste.
„Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber die netten Mädchen stehen immer auf die Badboys." Harry lachte.
„Du und nett? Glaub mir Babe, das kauft dir so schnell keiner ab.", sagte er. Ich lachte und küsste ihn.
„Schon möglich. Das einzig wichtige ist, dass wir zusammen sind." Dieses Mal küsste Harry mich und zog mich noch näher zu sich.
„Ich verschwinde noch mal eben ins Bad, wollen wir dann los?" Ich nickte und während Harry nach unten verschwand, versuchte ich mich mental auf das Bevorstehende vorzubereiten. Ich hatte Harry schon singen gehört, doch bei einem seiner Konzerte war ich nie gewesen. Es war einer meiner Jugendträume, Harry einmal richtig singen zu hören.
„Kommst du, Babe? Wir sind schon spät dran.", rief Harry. Ich eilte in den Flur, wo er sich bereits seine Jacke übergezogen hatte und mir meine entgegen hielt. Ich schlüpfte hinein und dann machten wir uns auf den Weg. Meine Aufgeregtheit wuchs, da ich noch nie in einem richtigen Tonstudio gewesen war. Harry amüsierte sich darüber, hielt jedoch trotzdem meine zitternde Hand, als wir das große, gläserne Gebäude betraten. Wir fuhren drei Etagen nach oben. Harry öffnete mir die Tür und begrüßte einen Mann, der etwa in unserem Alter war. Währenddessen betrachtete ich ne die junge Frau, die in der Kabine stand und sang. Es klang unglaublich.
„Calum, das ist Mary-Jane.", stellte Harry mich vor. Ich reichte dem Mann lächelnd meine Hand, als ich ihn erkannte.
„Oh mein Gott, du bist Calum Hood." Er lachte und schüttelte meine Hand.
„Ja, das bin ich. Es freut mich, dich kennen zu lernen. Harry hat bereits sehr viel über dich erzählt.", sagte er.
„Über dich hat er nicht sehr viel erzählt, aber ich denke das wäre eh überflüssig gewesen."
Die Frau, die eben noch in der Kabine gestanden hatte, unterbrach uns.
„Wie war dieses Mal?", fragte sie Calum.
„Gut, aber achte noch etwas auf die Bridge und auf die hohen Töne. Ach, Cam? Das sind Harry und Mary-Jane. Ich denke Harry kennst du sicher.", stellte er uns vor.
„Allerdings. Und bist du nicht diese Schriftstellerin? Ich bin Camille. Calum produziert mit mir mein erstes Album."
„Du singst wirklich gut.", sagte ich.
„Dann lass uns das Lied noch ein mal aufnehmen, bevor Harry an der Reihe ist.", bestimmte Calum. Harry zog mich nach links zu einer kleinen Couch, auf der wir uns nieder ließen.
„Wieso hast du mir nicht erzählt, dass du mit Calum zusammen arbeitest?", fragte ich empört.
„Ich wusste ja nicht, dass du ihn kennst." Harry erntete einen schiefen Blick von mir, für seine Annahme.
„Klar, weil man, wenn man 1D Fan ist ja auch 5SOS nicht kennt.", sagte ich sarkastisch. Harry legte lachend seinen Arm um mich und küsste meine Wange. Ich lehnte mich an ihn und lauschte der Musik von Camille. Sie klang echt gut. Einen Moment beneidete ich sie im ihre schöne Stimme und darum, in etwas so gut zu sein, doch dann fiel mir ein, dass auch ich in etwas so gut war.
„Das war sehr gut, sehen wir uns in zwei Tagen wieder?", fragte Calum Cam. Sie verabschiedeten sich und dann waren wir an der Reihe.

Roses (II)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt