Teil 63 - Eis im Spätsommer

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Nach etwa einer Stunde verließ ich das Schlafzimmer. Mein Magen war bereits dabei, sich selber zu verdauen und die Neugierde lag in meinen Knochen. Es war kaum noch auszuhalten. Ich hörte Harry lachen und hielt inne. Auch Zayn lachte. Lächelnd betrat ich das Wohnzimmer und sah zu den beiden. Harrys Körperhaltung war noch immer was angespannt, doch als er mich ansah, lag in seinem Blick Erleichterung.
„Babe? Könntest du bitte an dein Handy gehen? Es klingelte schon die ganze Zeit.", sagte Harry. Ich lachte und ging in die Küche, wo ich es liegen lassen hatte. Tatsächlich hatte ich mehrere entgangene Anrufe von Haley.
Ich rief sie zurück, doch sie ging nicht ran, also schrieb ich ihr eine Nachricht, was ihr Anliegen war und wann sie nächste Woche Zeit für mich hatte. Dann machte ich mir einen Tee und ging in mein Arbeitszimmer. Ich schaltete die kleine Schreibtischlampe an und holte meinen Notizblock hervor. Während im Hintergrund leise Musik lief, ließ ich meiner Fantasie freien Lauf und schrieb ein paar Ideen auf. Nichts konkretes; nur Fetzen die mir durch den Kopf schwirrten. Es dauerte nicht lange und die erste Seite war voll. Während des Schreibens hatte ich meinen Hunger gänzlich vergessen und seufzte deshalb laut, als Harry wenig später mit einem Teller Spaghetti herein kam.
„Ich dachte, du hättest vielleicht auch Hunger.", sagte er und küsste meine Wange.
„Dankeschön. Habt ihr schon gegessen?", fragte ich. Harry nickte und setzte sich auf den Drehstuhl in der Ecke.
„Ja, Zayn ist vor etwa einer halben Stunde gegangen. Er wollte sich von dir verabschieden, aber wir wollten dich nicht stören.", sagte er und deutete auf den Haufen Zettel auf dem Tisch.
„Schon gut. Und wie war es?" Ich begann zu essen, während Harry erzählte. Es schien gar nicht schlecht gelaufen zu sein. Sie hatten sich unterhalten und die alte Zeit wieder etwas aufleben lassen.
Harry nahm Sammy hoch, der vom Essen angelockt ins Zimmer kam, und streichelte ihn.
„Ich freue mich für dich, dass es so gut gelaufen ist.", sagte ich erleichtert.
„Ich mich auch. Danke noch mal." Harry sah mich dankbar an.
„Nichts zu danken."
Ich sammelte die Notizen zusammen und verstaute sie in einer der Schubladen. Währenddessen hatte Harry den Kater abgesetzt und stand hinter mir.
„Bist du auch so erledigt?", hauchte er und küsste meinen Nacken. Ich lehnte meinen Kopf zur Seite und nickte leicht dabei.
„Dann lass uns schlafen gehen." Ich ergriff die Hand, die Harry mir hin hielt und folgte ihm ins Schlafzimmer. Ich schloss die Tür hinter uns und trat dann zu Harry, der am Fenster stand und hinaus sah. Meine Hände legte ich von hinten um ihn auf seinen Brustkorb. Ich drückte mich an ihn schmunzelte, als Harry zusammen zuckte, weil meine kalten Hände unter sein Hemd fuhren.
„Warst du nicht müde?", flüsterte ich auf Zehenspitzen und grinste dabei. Sicher hatte Harry meine Hintergedanken bereits erkannt.
Er lachte leicht und drehte sich dann ruckartig zu mir um. Meine Hände lagen auf seiner Brust, als Harry den Kopf senkte und begann meinen Hals zu küssen. Dabei drückte er mich leicht aber bestimmt in Richtung Bett. Ich stolperte und fiel auf die Matratze, auf welche Harry mir augenblicklich folgte. Mit zittrigen Händen ergriff ich sein Hemd und knöpfte es auf. Harrys Atem war bereits beschleunigt, als er lächelte und sich über die Lippen leckte. Ich streifte das Hemd von seinen Schultern und fuhr über seine Tattoos. Auf seiner muskulösen Brust kamen sie unglaublich gut zur Geltung. Ich zitterte, als Harrys Hand meinen Bauch hinab zu meiner Hose fuhr. Während ich dachte, er würde sie öffnen, verfolgte Harry einen anderen Gedanken. Seine Hand glitt tiefer, unter den Stoff meiner Hose und hielt auch dort nicht an. Er senkte seinen Kopf und küsste mich langsam und gefühlvoll. Ich intensivierte den Kuss und stöhnte auf, als er anfing seine Finger zu bewegen. Harry ließ von meinen Lippen ab und legte eine Spur feuchter küsse zwischen meine Brüste, hinab über meinen Bauch, bis zum Bund meiner Hose. Er öffnete sie mit seinen Zähnen und zog sie hinunter. Kurz darauf lag ich nackt vor ihm.
Sex mit Harry war nicht einfach nur Sex. Mit Harry zu schlafen war, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Manchmal fragte ich mich, wie viele Erfahrungen er wohl gesammelt hatte, damit er so gut werden konnte. Doch statt mir weiter den Kopf darüber zu zerbrechen, genoss ich sein Talent. Ich genoss, dass er seine Hände sicher über meinen Körper gleiten ließ. Ich genoss, wie er mir das Gefühl gab, das begehrenswerte Mädchen auf der Welt zu sein. Ich genoss es, bei Harry zu sein.
Nach dem Sex gingen wir meist schlafen. Verständlicherweise war der Sex mit Harry kein Kinderspiel. Er war wie Hochleistungssport. Nur befriedigender.
Nach diesen mal gingen wir nicht direkt schlafen, obwohl wir beide müde waren. Stattdessen schnappte ich mir etwas Eis und folgte Harry nach oben auf das Dach. Dort ließen wir uns nieder und betrachteten die Sterne.
„Du zitterst ja.", sagte Harry. Ich kuschelte mich noch näher an ihn und kicherte.
„Das kommt vom Eis." Harry küsste meine Nasenspitze und wickelte uns noch etwas fester in die Decke. Eine leichte Brise wehte, doch sie war angenehm sommerlich.
„Was hältst du davon, wenn wir demnächst mal wieder verreisen?" Ich drehte meinen Kopf zu Harry und lächelte mit dem Löffel im Mund.
„Gerne. Wohin denn?", fragte ich. Harry strich mir das Haar aus dem Gesicht und sah in die Ferne.
„Ich fand LA sehr schön, aber eigentlich bin ich für alles offen. Wo warst du denn noch nie?" Ich kratzte in meinen Eisbecher rum und folgte dann Harrys Blick.
„Ich würde glaube ich gerne mal nach Südamerika. Aber eigentlich bin ich für alles offen. Hauptsache wir sind zusammen.", sagte ich. Harry lächelte mich an und küsste mich sanft.
„Du kannst ja Lya und Scott mal fragen, ob sie mit verreisen wollen.", schlug Harry vor.
„Mache ich. Wollen wir langsam rein? Sonst musst du mich gleich tragen." Harry lachte und half mir auf die Beine. Dann gingen wir schlafen. Und dieses Mal auch wirklich.

Roses (II)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt