Teil 14 - Secret lovesong

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"Wir müssen auch nicht ausgehen. Wir könnten auch hier bleiben und etwas anderes machen.", sagte er leise und lehnte sich etwas vor.
"Uund was?", stotterte ich.
"Na, was wohl..." Vorsichtig näherte er sich mir mit seinem Kopf. Als ich grade dachte, Harry würde mich küssen; würde die restlichen Zentimeter zwischen unseren Lippen überwinden und das Schreien in mir verstummen lassen, klingelte mein Handy. Dieses mal war ich diejenige, die seufzte. Wütend nahm ich den Anruf an, den ich meiner besten Freundin zuschrieb.
"WAS?", fragte ich sauer.
"Wow, hallo Mary. Alles ok?" Sofort verpuffte die Wut, als ich erkannte, dass es nicht Lya, sondern Lucas war.
"Oh, Lucas. Tut mir leid, ich dachte nur du wärst Mayla." Lucas lachte.
"Schon ok. Störe ich grade?", fragte er. Ich sah zu Harry. Er fuhr sich durch die Haare und sah dann nachdenklich geradeaus.
"Ähm, nein, du störst nicht.", sagte ich und setzte mich in Schneidersitz.
"Gut, wie geht es dir?" Während ich mich mit Lucas unterhielt, saß Harry still am Ende des Bettes. Erst dachte ich, er würde gehen. Dann dachte ich, er würde lauschen. Doch es sah viel mehr danach aus, als würde Harry über irgendetwas nachdenken.
Dank des intimen Momentes eben war die Lust nach körperlicher Nähe wieder sehr präsent, weshalb ich einem Treffen mit Lucas zustimmte.
"Gut, dann schreiben wir einfach noch mal nächste Woche."
"Perfekt. Ich denke, dann ist meine Wohnung auch schon wieder trocken. Wenn nicht komme ich einfach zu dir.", verabredeten wir uns und legten auf. Als ich nach unten rutschte und mich an Harrys Rücken lehnte, kam das Leben zurück und er bewegte sich.
"Magst du dich anziehen, dann können wir los.", sagte er leise. Ich nickte und zog mich an, während Harry den Raum verließ. Dabei wirkte er nicht grade glücklich. Wahrscheinlich mochte er es nicht, dass ich mich mit Lucas traf. Er machte sich sicher Sorgen, doch dafür sah ich keinen Grund. 20 Minuten später stieg ich zu Harry in den Audi. Ich schaltete die Sitzheizung an und lehnte mich zurück.
"Willst du nicht trinken heute?", fragte ich, als wir losgefahren waren.
"Ich werden den Audi vermutlich dann stehen lassen.", sagte er kühl und lächelte mich an. Doch das Lächeln drang nicht bis in seine Augen. Irgendwas war komisch an Harry, doch hier konnte ich das nicht ändern. Ich hoffte einfach, dass die Stimmung im Club und der Alkohol Harry helfen würden, zu vergessen, was auch immer ihn beschäftigte.
Vor dem Club angekommen gab Harry den Schlüssel seines Wagens ab und hielt mir dann wie immer seinen Arm hin. Sonst harkte ich mich bei ihm ein, doch heute war mir danach, seine Hand zu nehmen. Ich ergriff sie und lächelte Harry an, als er mich verdutzt ansah. Ich zog ihn in das Gebäude und hin zu dem Raum, in dem Scott immer ausschenkte. Die Musik erfasste mich und ich tanzte im Takt zur Bar. Ich sah Lya und winkte ihr, doch noch bevor ich Harrys Hand loslassen und zu meiner Freundin laufen konnte, zog er mich ruckartig zu sich, sodass ich in seine Arme stolperte. Er fing mich gekonnt auf und grinste mich dabei an.
"Was machst du denn?"
"Tanzen, was sonst?", fragte er und drehte mich. Ich spielte mit und drehte mich zurück in seine Arme. Harrys Hand lag sanft an meiner Hüfte und drückte mich näher zu sich.
"Komm schon, Mary. Lass dich von der Musik führen.", flüsterte er mir ins Ohr. Ich kicherte und fragte mich im selben Moment, was mit mir passierte.
"Schließ' einfach deine Augen." Ich tat, was Harry sagte und ließ mich von ihm führen. Ungewöhnlicherweise spielte in diesem Moment ein ruhiges Lied. Ich ließ die Melodie in meinem Kopf und die Worte in mein Herz. Auch wenn Harry mich führte, fühlte es sich an, als würde die Musik dies tun. Er drehte mich und ich spürte seinen Herzschlag an meiner Hand, die sich inzwischen auf seine Brust befand. Harry drehte mich schnell von sich und zog eben so eilig an meinem Arm, sodass ich wortwörtlich in seine Arme flog. Lächelnd passte Harry sich dem Tempo der Musik an und tanzte schnell mit mir im Arm durch den Raum. Alles andere blendete ich aus. Es war, als wären wir alleine und die Musik würde nur für uns spielen. Einfach magisch.
Als die letzten Takte erklangen, zog mich mich an sich und küsste mich auf den Kopf. Dann ließ er mich frei. Während mein Kopf zu Malya gehen wollte, rührte sich mein Körper nicht. Ich musste erst erfassen, was eben geschehen war.
"Mary!", rief Lya. Ich drehte mich um und sie griff nach meinen Händen.
"Das war unglaublich. Seit wann kannst du so tanzen?", fragte sie. Ich war unfähig zu antworten und erleichtert, als ich Harrys Hand an meiner Hüfte spürte.
"Das war ja auch nicht Mary, sondern die Musik. Hallo, Lya.", sagte Harry.
"Das würde ich jetzt auch sagen." Lya zog mich an den Händen zur Bar. Ich sah mich um und blickte zu Harry, der noch immer mitten auf der Tanzfläche stand. Es sah aus, als wären die Scheinwerfer ausschließlich auf ihn gerichtet, doch das konnte nicht stimmen. Sicher bildete ich mir das nur ein.
"Was möchtest du?", fragte Lya. Ich drehte mich zurück und begrüßte Scott. Als ich mir einen Gintonic bestellt hatte, spürte ich Harrys hinter mir. Und das nur, da sein Arm meinen Rücken striff. Augenblicklich spürte ich wieder das warme Kribbeln.
"Ich hätte gerne einen Whiskey.", sagte Harry. Ich sah zu ihm auf und er lächelte mich an. Den Rest des Abends verbrachten wir normal. Da Scott viel zu tun hatte, setzte Lya sich zu uns und wir unterhielten uns etwas. Nachdem wir uns gegenseitig auf den neusten Stand gebracht hatten, quatschten wir etwas über alte Zeiten und ich musste zugeben, dass mir manche Story vor Harry unangenehm war. Er kannte eben nur die erwachsene Mary.
"Und das hat sie wirklich gemacht?", fragte er schockiert. Lya lachte und erzählte weiter, während ich mir wünschte, im Erdboden zu versinken. Trotzdem wurde des Abend witzig. Wir tranken und redeten und ich tanzte mit Lya. Von Harry hielt ich mich vorerst etwas fern.

Roses (II)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt