„Hier steht mit Morgenurin.", rief Lya von nebenan. Ich rollte mit den Augen und versuchte das Stäbchen still zu halten.
„Hast du gehört, MJ?"
„Hast du mal auf die Uhr geguckt? Für mich ist halb neun definitiv morgens.", antwortete ich genervt. Ich legte das Stäbchen neben das Waschbecken, spülte und wusch mir die Hände. Lya streckte ihren Kopf hinein.
„Und?"
„Das geht nicht so schnell.", meckerte ich.
„Wieso denkst du überhaupt, dass du schwanger bist?" Ich ließ das Stäbchen liegen und ging mit Lya und die Küche, wo ich mir erst mal einen Kaffee zubereitete.
„Weil mir in letzter Zeit häufiger übel ist, meine Brüste gewachsen sind und ich seit einer Woche drüber bin.", erklärte ich. Lya schwieg vorerst und das war auch besser so. Ich war angespannt genug. Wieder und wieder fragte ich mich, was ich machen würde, wäre der Test positiv.
„Hast du es Harry gesagt?"
„Nein, was soll ich ihm denn sagen? Ich weiß ja nicht mal, ob es stimmt.", sagte ich. Dann ging ich vor Lya zurück ins Bad. Ich griff nach dem Test und vergriff mich, sodass er in die Toilette fiel. Fluchend griff ich danach, doch die Anzeige hatte sich bereits komplett verfärbt. Alles umsonst.
„Na super.", sagte ich und warf den Test in den Müll.
„Ich hole einen neuen und dann machen wir noch einen."
„Nein.", sagte ich und stützte mich auf dem Waschbecken ab.
„Nein?"
„Nein, ich habe jetzt weder Nerven noch Zeit dafür. Ich muss in einer halben Stunde bei Harry im Tonstudio sein.", erklärte ich.
„Dann machen wir es morgen."
„Mal gucken.", sage ich und schob Lya in Richtung Haustür. Sie meckerte noch etwas, als sie sich ihre Schuhe anzog. Ich schloss die Tür hinter ihr und lehnte mich dagegen.
Was sollte ich jetzt nur machen? Ich konnte Harry ja wohl kaum auf die Nase binden, dass ich vermutete schwanger zu sein. Allerdings konnte ich es ihm auch schlecht verheimlichen...
Unsicher, wie ich es ihm sagen sollte, räumte ich vorerst alles, was auf einen Schwangerschaftstest hindeuten konnte, weg und machte mir einen Dutt. Ich setzte meine Brille auf und verließ dann das Appartement. Nervös fuhr ich zum Tonstudio und lief die Treppen hinauf. Calum nickte mir zu, als ich den Raum betrat. Harry befand sich in der Kabine und sang With everything you do. Ich winkte ihm und blieb hinter dem Produzenten stehen.
„Sehr gut. Lass uns eine kurze Pause machen.", sagte Calum und begrüßte mich dann. Harry legte die Kopfhörer ab und kam dann zu uns. Er küsste mich an lächelte dabei.
„Da bist du ja endlich. Wie war dein Tag bisher?", fragte er und zog mich auf die kleine Couch.
„Ähm, ganz gut und deiner?" Harry legte seinen Arm um mich und nahm sich mit der anderen Hand eine Flasche Wasser.
„Gut. Ich denke wir kommen sehr gut voran, oder Calum?"
„Allerdings. Wenn wir so weiter machen haben wir bald die ersten Songs für dein neues Album zusammen.", bestätigte der Produzent.
„Wo wir grade dabei sind, wie wäre es, wenn wir das Album mit einem Duett schmücken?", fragte Calum. Harry sah von mir zu ihm und zuckte dann mit den Schultern.
„Klar, wieso nicht. Was schwebt dir denn da vor?" Calum drückte auf einen Knopf an seinem Pult und eine weibliche Stimme erklang. Es dauerte nicht lange, da erkannte ich, dass es Camille war.
„Was meinst du?", fragte Harry mich.
„Ich bin zwar kein Profi, aber ich denke, dass sich das ziemlich gut anhören würde.", sagte ich. Harry nickte lächelnd und wandte sich dann wieder an Calum.
„Wir können es ausprobieren. Rufst du sie an und machst einen Termin aus?"
„Sicher.", sagte Calum. Harry drehte sich wieder zu mir und spielte mit einer meiner Haarsträhnen.
„Hast du Lust, etwas auszuprobieren?", fragte er. Ich sah ihn fragend an, doch er zog mich einfach hoch und in die Aufnahmekabine. Harry setzte mir ein Paar Kopfhörer auf und sich ein weiteres. Hinter mir stehend hatte er die Hände an meiner Hüfte und seinen Kopf neben dem meinen.
„Entspann dich.", flüsterte er. Harry nickte Calum zu und die Musik setzte ein. Ich schmunzelte, als ich das Lied erkannte. Harry begann die erste Strophe zu singen und es klang unglaublich. Beim Refrain traute ich mich endlich mi einzusetzen.
„I'm sorry if I say I need ya' but I don't care I'm not scared of love. Cause when I'm not with you I'm weaker. Is that so wrong? Is it so wrong?
You make me strong." Ich wusste nicht, wieso Harry ausgerechnet Strong ausgewählt hatte, aber er hatte damit ins Schwarze getroffen. Als das Lied zu Ende war, fiel ich Harry um den Hals. Er strauchelte, als ich ihn fordernd küsste.
„Möchtet ihr es euch anhören?", fragte Calum über den Lautsprecher. Ich ließ Harry los und nickte ihn angrinsend. Hand in Hand verließen wir die Kabine und stellen uns hinter den Produzenten.
„Here we go.", sagte er und spielte das Band ab. An Harry gekuschelt lauschte ich seiner Stimme. Sie klang rau und grob und doch transportierte sie so viel Gefühl. Als meine Stimme erklang drückte ich mein Gesicht an Harrys Arm. Er strich mir über das Haar und lachte leicht.
„Wieso versteckst du dich? Das klingt doch gut.", sagte Harry.
„Harry hat recht. Du hast keinen Grund sich zu verstecken. Deine Stimme hat einen schönen, klären Klang in den Höhen. Also falls du mal umschulen willst, ich kenne viele die dir Gesangsstunden geben würden.", sagte Calum und zwinkerte mir zu.
„Danke, aber ich denke das Singen überlasse ich Harry. Mir liegt dann doch eher das Schreiben." Calum lächelte mich an und nickte.
„Gut, dann schicke ich dir die Aufnahmen und wir sehen uns nächste Woche." Harry und ich verabschiedeten uns und verließen das Tonstudio. Da wir mir zwei Autos da waren, fuhren wir getrennt nach Hause. Ich war vor Harry und als ich grade Ausstieg und zum Hauseingang ging, überraschte mich jemand.
„Mary, schön dich zu sehen.", sagte sie und drückte mich.
„Hallo Anne, was machst du denn hier?" Bevor sie meine Frage beantworten konnte, fuhr Harry an uns vorbei.
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Roses (II)
Hayran KurguAls ich zu ihm aufsah, begegnete ich seinem Blick. Harry blieb stehen und atmete tief durch. „Ich habe wirklich versucht, mich von dir fern zu halten, doch das ist schwerer, als ich gedacht hätte. Ich habe schon lange gespürt, dass da etwas zwischen...
