Emmi POV:
Etwas packte mich an der Schulter und begann mich durch zu rütteln.
„Nur noch fünf Minuten", murrte ich im Halbschlaf der Person entgegen, die mich gerade weckte. Hoffentlich ist das nicht Franzi, dachte ich noch.
Das Rütteln wurde energischer und mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass diese Person mir den Arm abreißen wollte, weswegen ich nun doch meine Augen mit einem Ruck öffnete.
„Manno, was is'n los?", fragte ich die Silhouette. Das Gesicht meines Gegenübers blieb mir verborgen, die Sonne schien genau in mein Gesicht und nahm mir die Sicht, doch ich gab mich damit zufrieden, was ich sehen konnte.
„Los jetzt, wir brechen bald auf!", knurrte mich der lebendige Wecker an.
Na supi, dachte ich, die einzige Person neben Franzi, von der man nicht geweckt werden wollte. Ob seine Laune immer so bleibt oder ändert sich das noch?
Nun öffnete ich vollends meine Augen, rieb mir den Schlaf aus diesen, setzte mich auf und ließ die gestrigen Tage vor meinem inneren Auge Revue passieren.
Wir sind von Beutelsend aufgebrochen, haben Filadior und ein Pony bekommen, Lea hat ihres Gruthilde genannt, eine Eule wurde gefunden... MUPFEL!
Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf, nur auf den Gedanken fokussiert, dieses kleine, fette Ding zu nehmen und zu knuddeln. Gestern hat es mich schon so viel Überwindung gekostet, es nicht zu tun, auch wenn die Niedlichkeit mich fast wahnsinnig gemacht hatte. Franzi, Lea und Anne sagten immer, ich sollte nicht immer so ausrasten, und tatsächlich hatte ich versucht mir ihren Rat zu Herzen zu nehmen, aber heute war Schluss.
Als ich aufstand, war Thorin noch genau neben mir, wurde also überraschender Weise umgeworfen, oder viel mehr geschubst.
„Tut mir Leid", sagte ich noch schnell über meine Schulter hinweg zu ihm, ging jedoch schnellen Schrittes zu meinen Freundinnen, als auch zu dem runden Ding.
„Awww, das ist so süüüß!", ich konnte mich wirklich nicht mehr beherrschen und fing an zu quieken. Meine beiden Freundinnen lächelten sich nur wissend an und mussten grinsen.
„Selbstbeherrschung, wie Franzi", sagte Lea und bekam erst eine Zustimmung seitens Franzis und dann einen Protest von mir zu hören.
„Hör auf so zu quietschen, sonst lässt Mupfel dich nicht mit ihm knuddeln", riet mir Franzi noch und sofort war ich ruhig. Neugierig glubschte dieses kleine Viech zu mir herauf und ich sah es einfach nur bittend an, während ich mich zu ihm hinunter kniete um es in meine Arme zu nehmen. Seltsamerweise ließ er es sogar zu und ich konnte ihn in meine Arme nehmen und knuddeln.
Ein Räuspern ertönte hinter uns.
„Ich störe nur ungern, aber ihr solltet euch lieber schon mal reisefertig machen, wir bereiten solange etwas zu Essen vor.", erklärte Nori. Zustimmend nickten wir und machten uns sogleich an die Arbeit. Da wir drei so gut wie nichts zum Wegräumen hatten, halfen wir den anderen Zwergen noch beim Einpacken. Franzi drängte uns schon wieder dazu, gefälligst schnell zu machen, damit sie etwas essen konnte. Manchmal fragte ich mich echt, was bei Franzi immer mit dem ganzen Essen passierte. Sie konnte essen, bis zum Abwinken und hatte danach immer noch Hunger, unfairer weise nahm sie aber auch nie zu. Ab und zu war das echt zu beneiden, aber wir mochten sie nun mal so, wie sie war.
Schlussendlich hatten alle es geschafft, die Spuren des Lagers zu verwischen und es gab Frühstück. Ganz normales Brot mit etwas Käse. Hauptsache war aber, es gab etwas zu essen!
Das Brot war schnell verputzt und jeder machte sich aufbruchsbereit.
Gerade versuchte ich Mupfel einzufangen, der mal wieder zwischen den Zwergen herum sprang und Fili feindselig anfauchte, als Gandalf zu mir trat.
„Emily, ich wollte noch mit dir reden...", fing der alte Mann an.
„Jaaa...", fragte ich neugierig.
„Diese Ketten, die ihr drei da tragt. Wo habt ihr die her?"
Ich verlor für einen Augenblick meine Sprache. Er hatte es bemerkt! Ob er wusste, was das für Zeichen waren, die auf der Schmuckschließe eingraviert waren? Ich ahnte schlimmes...
„Ähm...die...äh", stotterte ich herum. Gandalf sah mich eindringlich an.
„Egal, wo ihr sie her habt. Ihr dürft sie auf keinen Fall verlieren! Es ist wichtig, davon könnten Leben abhängen!"
Ich sah ihn verwundert und auch etwas misstrauisch an. Er wusste irgendetwas, etwas, das noch nicht einmal wir kannten...
„Wenn ich fragen darf, wieso sind die so wichtig?"
„Das weiß ich nicht genau, aber wir werden das schon noch erfahren. Passt auf die Ketten auf!"
Mit diesen Worten drehte sich der Zauberer um und lief zu den anderen. Doch dann wandte er sich noch einmal um.
„Ach, ja. Und als kleiner Ratschlag...Zeigt sie lieber nicht den Zwergen. Wer weiß, wer diese Zeichen schon einmal gesehen hat..."
Dann verschwand er endgültig. Ich sah ihm nachdenklich hinter her. Das musste ich so schnell wie möglich meinen Freundinnen erzählen. Vielleicht fiel uns ja etwas ein, damit Gandalf mehr von seinen Geheimnissen erzählte. Doch jetzt war es erstmal ein schlechter Zeitpunkt, da wir uns nicht in Ruhe unterhalten konnten. Also musste ich wohl oder übel warten.
Die Pferde wurden gesattelt, das Gepäck an den Sätteln festgebunden und wir anderen saßen auf. Wie immer saß ich hinter Franzi auf Filadior und klammerte mich regelrecht an ihr fest, aus Angst, ich könnte runterfallen, doch Franzi ritt vorsichtig genug, sodass dies nicht passierte, jedenfalls bis jetzt nicht.
Ohne auch nur einen Befehl abzuwarten, setzten sich die Pferde von Lea und Franzi in Bewegung, ein Knurren Thorins war noch zu vernehmen, ehe die Tortur begann. Der Tagesritt gestern war echt nicht angenehm gewesen, mein Hintern schmerzte so wie... ja keine Ahnung, aber es tat verdammt weh.
Die Zwerge hatten sich mittlerweile auch in Bewegung gesetzt und lautes Hufgetrappel war zu hören. Angepisst ritt Thorin an uns vorbei, seinen Mantel hatte er wieder angelegt und schaute uns mit seinem vernichtendem Blick an. Franzi und ich hatten jedoch nur ein freches Grinsen für ihn übrig und meine Freundin sagte noch: „Hoffentlich hat Mupfel keine Flecken hinterlassen."
Wir beide brachen in einen Lachflash aus und Lea schaute uns mit einem Seid-bloß-ruhig-ehe-er-aus-rastet-Blick an.
Auch Thorin hatte seinen Seid-bloß-leise!-Blick aufgesetzt und ohne, dass er das aussprechen musste, erwiderte Franzi: „Jawohl, Sir", und hob ihre Hand zum Salutieren.
*
Ernsthaft, wie können die Zwerge, Gandalf und Bilbo nur so lange auf einem Pferd sitzen, ohne dass denen der Hintern wehtut?
Wir drei mussten uns zusammenreißen, dass wir nicht die ganze Mannschaft zusammen schrien, dass sie gefälligst eine Pause machen sollten. Was ich mir jedoch nicht verkneifen konnte, war Thorin die ganze Zeit zu fragen: „Sind wir bald daaa?", und jedes mal bekam ich die gleiche Antwort: „Nein!"
„Ich hab Hunger!", rief Franzi nach kurzer Zeit.
„Sind wir jetzt da?", fragte ich und rutschte ungeduldig im Sattel hin und her.
„NEIN!", Thorin hatte sich zu uns umgedreht und man konnte schon fast den Rauch aus seinen Ohren kommen sehen. Ich schob beleidigt die Unterlippe vor.
„Hey, Emmi, mir is langweilig, lass uns was singen.", schlug Franzi vor.
„Ja, okay und was?", erwiderte ich auf ihre Frage. Als Antwort bekam ich von ihr nur: „Hakuna Matata!"
Wir grinsten uns an und begannen:
„Hakuna Matata, diesen Spruch sag ich gern,
Hakuna Matata, gilt stets als Modern,
Es heißt die Sorgen bleiben dir immer fern,
keiner nimmt uns die... Philozolophie
Hakuna Matata*..."
Das ging noch weitere Minuten so, und uns brachte das bessere Laune. Besonders bei dem Wort Philozolophie bekamen wir einen Lachflash. Einer von uns hatte sich bei Philosophie mal versprochen und seitdem hieß es bei uns nur noch Philozolophie. Da wir aber nun zu zweit rum krakeelten, brachten wir nur noch mehr Qualen über die Zwerge, manche hielten sich auch schon die Ohren zu, was aber nichts brachte. Wir sangen so laut, dass selbst Oin alles mitbekam.
„Sind wir bald da?", versuchte ich es noch einmal und zu meiner Überraschung brüllte Thorin von vorne dieses Mal ein genervtes: „JA!"
Die Sonne senkte sich langsam zum Horizont hinab und wir erreichten freies Feld, mit einer zerstörten, bis auf das Grundgerüst, abgebrannten Scheune.
„Was ist denn hier passiert?", fragte Bilbo in die Runde, erhielt jedoch nicht vom Zauberer eine Antwort, sondern von uns.
„Ein Bauer und seine Familie haben hier gelebt, wurden jedoch angegriffen."
Währenddessen riet Gandalf dem Zwergenkönig weiter zu ziehen, doch dieser lehnte ab.
„Wir werden hier Rast machen", hatte er gesagt und der graue Zauberer rauschte davon.
„Wo willst du hin?", fragte der Hobbit, und erhielt diesmal sogar eine Antwort: „Zu der einzigen Person, die noch bei klarem Verstand ist!"
„Und wer ist das?" fragte Bilbo weiter.
„Ich selbst", entgegnete Gandalf und verschwand. Synchron riefen Lea, Franzi und ich Gandalf hinterher: „Hey, nimm uns mit! Wir sind auch noch da!", doch er kam nicht zurück.
Schmollend banden wir die Ponys und Filadior an ein paar Bäume und gesellten uns zu den anderen.
„Los, baut das Lager auf und ihr...", missmutig musterte Thorin uns, ehe er weiter sprach, „...macht am besten gar nichts. Kümmert euch um dieses Federvieh."
Als er Mupfel erwähnte, spuckte er die Worte regelrecht aus.
„Okay.", gaben wir zur Antwort und setzten uns etwas weiter weg mit der Eule ins Gras.
„Kommen nicht bald die Trolle?", fragte ich Lea, die zustimmend nickte. Schnell erzählte ich den beiden noch von meinem Gespräch mit Gandalf. Besonders Lea war besorgt und wir waren nach kurzer Zeit alle still in unsere eigenen Gedanken vertieft. Außer Franzi, die vor sich hin brabbelte.
*König der Löwen
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
