Seestadt

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Emmi POV:

Seestadt. Eine große, beeindruckende Stadt mit großen Flotten und Handelsschiffen. Mit Menschen, die in goldenen Gewändern durch die sauberen Gassen der Stadt liefen und ihre prall gefüllten Geldbeutel wie einen Preis an ihrem Gürtel trugen...Pustekuchen!

Die Häuser waren leicht angeschimmelt, das Wasser war dunkel und erinnerte mich stark an...nein das spreche ich jetzt nicht aus, und die Bewohner wirkten arm und von ihrem Glück verlassen.

Bard steuerte haarscharf an einer Hausecke vorbei und ich hielt mich schwankend an der Reling des Kutters fest. Der braunhaarige Mann am Steuer balancierte auf einem schmalen Grat zwischen Perfektion und Tod. Ich duckte mich gerade noch so unter einem Fahnenmast weg an dem ein zerschlissener Fetzen Stoff hing. Gas... zum... ber, konnte ich gerade noch so entziffern und tippte einfach Mal darauf, dass dieses Gebäude früher mal ein Gasthof gewesen war. Bard zog sein Steuer nach rechts und wir bogen auf eine etwas belebtere Wasserstraße ein. Auf den Stegen saßen die Menschen und beobachteten uns, wie wir vorbei fuhren. Vor allem wir vier wurden angestarrt.

„Warum starren die so?", fragte Lea und kuschelte sich etwas enger in ihre Decke. Ihre Lippen waren leicht bläulich und ihre Wangen hatten ihre Farbe verloren. Außerdem wollte ich mir lieber nicht vorstellen, wie sich ihre Klamotten anfühlten, da sie an ihrem Körper gefroren waren.

„Ihr seid ihnen unbekannt, deshalb starren sie.", erklärte Bard und hielt sein Boot an.

„Kleine Schisser.", murmelte Franzi und zitterte leicht. Auch bei ihr war das Wasser gefroren und die Tropfen sahen in ihren Haaren aus wie kleine Sterne.

„Also, ich hab mir Seestadt irgendwie...naja...irgendwie krasser vorgestellt. Versteht ihr?", fragte ich und blickte mich etwas enttäuscht um. Kaputte Dachschindeln lagen auf dem Weg, der aus verrottetem Holz gebaut war und ich sah nicht eine einzige grüne Pflanze.

„Wie denn bitte krasser?", fragte Lea und ihre Zähne klapperten laut.

„Naja, halt so...ihr wisst schon so...versteht ihr?", sagte ich, bis Anne mich unterbrach und sagte: „Ja, wir wissen, was du meinst."

Franzi wirkte nicht so, sie sah eher verwirrt aus, als dass sie zu verstehen schien, was ich gerade versucht hatte mitzuteilen. Genauso verwirrt blickte Bard erst zu mir und dann zu meiner Freundin und wieder zurück und schüttelte dann den Kopf. Er sprang von seinem Boot auf den Steg und ließ sich von Anne das Tau zu werfen, mit welchem er das Boot befestigte.

„Sind wir endlich da?", nuschelte es aus dem Fass links von mir und ich verdrehte die Augen.

„Die können ja nicht mal eine Minute in einem großen Fass stecken, wo sie mehr als genug Platz alleine haben.", murmelte Franzi in ihren nicht vorhandenen Bart und hob einen der Fische rechts von mir hoch.

„Tja, es sind halt Zwerge.", sagte ich und lief im selben Moment rot an, weil alle meine Freundinnen gleichzeitig eine Augenbraue hochgezogen hatten.

„Wir müssen uns beeilen.", sagte Bard und ich bemerkte, dass mir nicht aufgefallen war, dass er sich wieder auf das Boot bewegt hatte. Er ging an uns vorbei und begann die Fässer umzuwerfen. Fisch wurde über das ganze Boot verteilt und auch die Zwerge rutschten über das Deck. Nori rappelte sich auf und ich hielt mir sofort die Nase zu.

„Tut mir ja leid, ABER du riechst wirklich nicht nach Blümchen.", sagte ich und wedelte mit meiner Hand vor meinem Gesicht rum.

„Nehmt ja die Hände weg.", hörte ich gerade Dwalin knurren und blickte zu dem großen Zwerg, der sich jetzt selbständig aus seinem Fass befreite. Auch Bifur erhob sich mit einem aufgespießten Fisch auf dem Kopf und sagte etwas auf seiner verquerten Sprache. Nach und nach kamen alle Zwerge aus ihren Fässern, mit oder ohne Bards Hilfe.

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt