Anne POV:
Ach ist die Welt nicht wunderschön? Diese Blumen, und dieser Strauch... warte...WAS?
Was für einen Scheiß dachte ich da! Ich hätte meinen Kopf jetzt gerne irgendwo gegen geknallt und gehofft, dass diese Gedanken dann verschwinden würden, aber ich bezweifelte auch, dass das klappen würde.
Ich brauche ganz dringend Ablenkung, überlegte ich und dachte mit Trauer zurück an die Zeit, in der ich dreimal in der Woche zum Badminton gehen konnte.
Ich war so in Gedanken gewesen, dass ich volle Kanne in jemanden reinrannte.
„Sorry!", sagte ich, ohne aufzublicken.
„Nicht schlimm. Wie geht es dir?", fragte Elladan, und fragt mich nicht woher ich wusste, dass er es war, ich wusste es einfach. Ich blickte auf, und schaute direkt in Elladans strahlende Augen. In meiner Magengegend spürte ich ein starkes Kribbeln und ich musste einfach grinsen.
„Hey! Mir geht's gut. Wie geht es dir?", fragte ich ihn und er erwiderte mein Lächeln. Mein Herz begann bei diesem Anblick zu rasen und ich beobachtete, wie sich seine Augenfarbe im Spiel der Sonne von hell zu dunkel veränderte. Er strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, und sein Lächeln wurde noch breiter.
„Anne?", fragte er.
„Ja?", fragte ich.
„Hast du mir überhaupt zugehört?"
„Klar!"
Fuck, was hat er gesagt?, dachte ich und versuchte so überzeugend wie möglich zu wirken. Was nicht ganz klappte, da Elladan schon wieder angefangen hatte zu lächeln.
„Ich wollte wissen, ob du mitkommst, mir die Haare abschneiden. Ich überlege noch, ob ich sie einfach nur ein Stück kürzer machen soll, oder ob sie am besten ganz runter sollten... Was denkst du?", fragte er mich, aber es ging nur zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Ich hatte keine Ahnung, was er von mir wollte, weshalb ich nur: „Ja, das ist eine Superidee!", sagte und Elladan in schallendes Gelächter ausbrach, was mich zurück in die Wirklichkeit katapultierte.
„Was lachst du den jetzt so?", fauchte ich und Elladan lachte nur noch lauter.
„Du hast mir schon wieder nicht zugehört, und überhaupt, hast du mich gerade angestarrt.", sagte er, nachdem er sich ein bisschen beruhigt hatte und ich schüttelte den Kopf.
„In deinen Träumen!", sagte ich, drehte mich um, und marschierte davon.
Mist, es war ihm aufgefallen! Hoffentlich ist mir keine Spucke aus dem Mundwinkel gelaufen!, dachte ich kurz und überprüfte es kurz.
Nein, alles ok!
Ich war beruhigt.
„Ja, da auch.", hörte ich ihn sagen und blieb wie erstarrt stehen.
„Also, was wollen wir heute machen?", fragte Elladan mich, als er zu mir aufgeholt hatte. Was nicht schwer war, da ich mich nicht einen Millimeter bewegt hatte.
„Ich würde jetzt gerne Badminton spielen!", nörgelte ich, und Elladan zog eine Augenbraue hoch.
Er hat irgendwie so perfekt geschwungene Augenbrauen, dachte ich und hätte mich im nächsten Moment gerne selbst geohrfeigt.
Was denke ich da nur?, warf ich mir vor, und hatte wegen meiner kleinen inneren Diskussion schon wieder verpasst, was Elladan gesagt hatte.
„Was?", fragte ich und Elladan lächelte wissend.
„Was ist Badminton?", fragte er dann nochmal für die ganz Dummen unter uns, wie zum Beispiel ich.
Er hatte das Wort sehr langsam gesprochen, und versuchte es genauso zu betonen wie ich. Nur, dass es sich bei ihm etwas... naja komisch anhörte.
„Badminton ist ein Spiel, das man auf einem Feld spielt. Man spielt es zu zweit, und jeder Spieler hat einen Schläger. Dann gibt es noch einen sogenannten Federball und ein Netz, das etwa einen Meter über dem Boden hängt und über das der Federball gespielt werden muss. Die Spieler müssen versuchen, den Federball in der Luft zu halten, in dem sie ihn durch Schläge mit ihrem Schläger in die Luft und rüber zu ihrem Gegner bringen. Der Spieler, bei dem der Ball auf den Boden kommt, hat diese Runde verloren und der Gegner bekommt einen Punkt.", erklärte ich ihm und er nickte.
„Wie viele Runden gibt es?", fragte Elladan und ich zuckte mit den Schultern: „Das ist unterschiedlich."
„Okay, spielen wir es!", sagte er dann plötzlich, und ich sah ihn verblüfft an.
„Du willst Badminton lernen? Aber wir haben doch gar kein Feld oder sonst irgendwas!", erwiderte ich, obwohl es mich juckte, endlich mal wieder zu spielen.
„Naja, du weißt doch wie es aussieht, oder?", fragte er und ich nickte.
„Dann malst du uns einfach ein Bild und hilfst uns, es aufzubauen. Dann wird es schon klappen.", sagte er und ich quiekte auf.
„Danke!", jubelte ich und umarmte ihn überglücklich. Ich drückte ihn einen Augenblick, machte mich dann von ihm los und hüpfte überglücklich den Gang hinunter auf mein Zimmer, um sofort anzufangen ein Bild von einem Badminton-Platz zu entwerfen. Dass ich einen völlig verdatterten Elladan hinter mir zurück ließ, der mir mit offenem Mund, aber trotzdem sehr glücklich hinterher guckte, entging mir dabei völlig.
Auf meinem Zimmer angekommen, fing ich sofort an mit einem Stück Kohle auf ein Blatt Pergament zu malen, bis ich einigermaßen zufrieden war. Meine Freundinnen Emmi und Lea hätten das zwar
wahrscheinlich besser hinbekommen, aber es würde schon klappen.
*
Elladan hatte nach meiner Beschreibung wohl schon ein Bild vor Augen gehabt, denn als ich unten im
Garten ankam, trugen bereits fleißige Elben alles Mögliche zu einer großen Wiese. Unteranderem Seile, Holz und zu meinem Entsetzten Spinnweben.
Elladan stand zwischen all diesen herumwuselnden Elben und schien, auf eine mir unerklärliche Weise, alles zu leiten. Als er mich sah, grinste er und winkte mich zu sich. Ich grinste, nickte und begann mich zwischen den beschäftigten Elben hindurch zu schlängeln. Was sich als schwerer herausstellte, als es eigentlich war. Ich musste mich unter einem langen Holzpfahl wegducken, den zwei Elben zusammen trugen, noch mehreren voll bepackten anderen Elben ausweichen und dann währe ich auch noch beinahe hingefallen, weil ein paar Elbenkinder um mich herum rannten. Sie waren umwickelt mit Spinnenweben und ich lachte, als sich eines hinter mir versteckte und sich ein anderes an mich heran schlich. Mit einem „Buhh!", sprang es plötzlich auf mich zu und ich rannte kreischend los, als mich die beiden begannen, zu kitzeln.
Als wäre ich fünf Jahre alt, rannte ich mit den beiden über den Rasen, und konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Die beiden hatten mich nach langem hin und her am Ende doch schnappen können und warfen sich auf mich. Ich landete auf dem Boden und musste mich von den beiden einmal durchkitzeln lassen. Ich wurde erst verschont, als Elladan etwas auf Elbisch zu den beiden sagte und mich dann lachend hochzog.
Wollte er gerade, dass sie mir einen Baum in den Mund pflanzen? Oh mein Gott, mein Elbisch ist wirklich grottig!
„Du hast Spinnenweben im Haar.", sagte er und begann sie vorsichtig zu entfernen. Das mir dabei die Luft wegblieb, schien er nicht zu merken.
„Danke.", sagte ich und lächelte.
„Immer gerne. Du siehst übrigens sehr süß aus.", sagte er dann plötzlich und ich wurde feuerrot.
Hat das noch jemand gehört?, dachte ich und schon wieder bekam ich diese seltsame Kribbeln im Bauch. Ich bezweifelte zwar, dass ich süß aussehen sollte, mit roten Wangen, zerzausten Haaren und Flecken auf dem Kleid, aber in Ordnung...
Hatte ich mir gerade ehrlich Sorgen darum gemacht, ob ich Elladan gefallen würde?
„Wozu brauchen wir den bitte Spinnweben?", fragte ich ihn schnell, um mich etwas zu beruhigen.
„Naja, du meintest, du brauchst ein Netzt und da dachte ich mir, dass es am besten elastisch aber auch stabil sein sollte, also habe ich für besondere Spinnenweben gesorgt, die sehr stabil sind.", sagte Elladan und schenkte mir noch so ein Lächeln.
„Ähm...hier, so sieht ein Badminton-Feld aus...und so ein Schläger...und das ist ein ein Federball.", sagte ich schnell und reichte Elladan meine Zeichnungen.
„Danke. Dann können wir jetzt anfangen zu bauen.", sagte Elladan und ich lächelte.
Zusammen setzten wir uns an den Rand der Wiese auf eine Decke, die man uns brachte, und beobachteten, wie aus dem Bild, das ich gemalt hatte, ein richtiger Platz wurde. Währenddessen erzählte mir Elladan mehr von seinem Bruder Elrohir und seinem Vater Elrond. Er erzählte mir auch etwas von seiner Mutter Celebrían und dass er ein Enkel von Galadriel war. Und dann fragte er mich nach meinem Leben. Ich erzählte ihm von meinem Bruder, und von meinen Eltern und versuchte auch unser Haus in allen Einzelheiten zu beschreiben, was etwas schwierig war, da Elladan mit den Wörtern: Fernseher, Wii, DVD-Player oder Kühlschrank überhaupt nichts anfangen konnte.
„Und, hast du Freunde?", fragte Elladan und ich nickte: „Die drei besten, die man haben kann. Emmi, Lea und Franzi. Emmi ist, naja einfach Emmi. Ich kenne sie schon seit der zweiten Klasse und wir sind beste Freunde. Sie trägt gerne schwarz, und hat es auch lieber mal ruhig um sich. Sie ist eher ein ruhiger Mensch, aber wenn sie will, kann sie auch richtig durchgeknallt sein. Dann springt sie herum und tut so als wäre sie ein Ork. Sie reist bescheuerte Witze, über die man manchmal zweimal nachdenken muss. Aber ich habe sie trotzdem lieb!
Lea ist eine extrem ruhige Persönlichkeit. Sie zeichnet unglaublich gerne und liebt es, zu lesen oder Musik zu hören. Aber genau wie Emmi, kann sie auch mal richtig aufdrehen und die verrücktesten Sachen machen. Und Franzi...ja, ich glaube Franzi ist die Verrückteste von uns. Sie muss immer was zu tun haben, sonst schläft sie ein und sie hat immer Hunger. Das ist voll unfair, sie futtert so viel, und wird einfach nicht dick. Sie kann schneller zwischen Gut und Böse, traurig und lustig wechseln, als sonst einer. Außerdem hat sie eine direkte Meinung, wenn es um das Thema Jungs geht und hält niemals die Klappe, egal wie viel Müll sie redet und uns allen damit Kopfkino verpasst. Sie ist extrem ehrlich und sagte genau das, was sie denkt. Und man sollte sich niemals mit ihr anlegen, denn dann ist man am Arsch...", ich merkte gar nicht, wie sehr ich mich darauf konzentrierte Elladan von meinen besten Freunden zu erzählen. Wahrscheinlich kapierte er nur die Hälfte davon, aber egal...
Ich merkte auch nicht, dass der Badminton Platz längst fertig war, oder dass Elladan mich anstarrte, so verfangen war ich in alten Erinnerungen.
„Du musst sie ziemlich vermissen!", sagte Elladan und ich nickte.
„Okay, lass uns jetzt Badminton spielen, sonst fang ich noch an zu heulen.", sagte ich und stand auf.
„Na, das wollen wir natürlich nicht!", grinste der Elb und folgte mir.
Die Sonne stand bereits tief am Himmel, als Elladan und ich erschöpft, aber glücklich zurück auf unsere Zimmer gingen. Es hatte großen Spaß gemacht, mit ihm zu spielen und er hatte die Regeln sehr schnell verstanden, weshalb ich ihm versprechen musste, morgen noch eine Runde mit ihm zu spielen. Müde fiel ich auf mein Bett, und schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.
DU LIEST GERADE
Vier Bekloppte in Mittelerde
FanficVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
