Lea POV:
Ganz ruhig bleiben, alles ist gut. Alles ist gut, du bist nur in Mittelerde und gleich...STEHEN DIE ZWERGE VOR DIR, VERDAMMT!, schrie es in meinem Inneren. Ich hörte zwei Stimmen im Flur miteinander reden, die hellere war eindeutig Bilbo, der noch aufgeregter, als sowieso schon zu sein schien. Die andere war viel dunkler und etwas rauchig und wenn ich mich nicht irrte, müsste es Dwalin sein, der als erster hier auftauchte. Ich stopfte mir noch schnell ein paar Bissen Fisch und Kartoffeln in den Mund und schluckte alles auf einmal runter. Ich wollte nichts riskieren und satt sein, wenn die Zwerge alles auf aßen, was der kleine Hobbit besaß. Da ich drei Brüder hatte, wusste ich, dass man sich entweder etwas bunkern oder einfach gleich schnell alles auf essen musste, wenn mehr als ein hungriges, männliches Wesen im Haus war.
„Gibts was zu essen?", hörte ich die dunklere Stimme wieder, jetzt aber näher als zuvor. Im nächsten Moment trat auch schon ein Mann, der tatsächlich etwas größer als ich war, in das Wohnzimmer. In den nächsten paar Sekunden sah ich aus, wie ein Mausmaki, das waren diese kleinen Affen mit den riesigen Glupschaugen, die irgendwo im Dschungel lebten und mir gerade erstaunlich ähnlich sahen, weil ich Dwalin mit so großen Augen anstarrte.
„Oh, hallo, junge Dame", brummte er freundlich, als er mich bemerkte und überging einfach mal, dass ich ihn mit Glupschaugen ansah. Wahrscheinlich dachte er, dass ich immer so aussah, und das wollte ich lieber schnell ändern, also versuchte ich wieder halbwegs normal zu gucken.
„G-guten Tag", brachte ich schließlich hervor, konnte aber nicht vermeiden, dass ich ihn weiter bewundernd anstarrte. Dwalin warf mir noch einen ach-wie-niedlich-auch-noch-so-schüchtern-Blick zu und wendete sich dann wieder Bilbo zu.
„Ist das für mich?", fragte er und wartete erst gar nicht eine Antwort ab, sondern ließ sich gleich mir gegenüber nieder und fing an, sich wie ein Mähdrescher das Essen in den Mund zu schaufeln.
„Äh...", sagte der kleine Hobbit nur total verwirrt.
Ich schob meinen leeren Teller etwas von mir weg und sah ein bisschen angewidert zu, wie der Zwerg dem Fisch den Kopf ab biss. Okay, spätestens jetzt hätte ich keinen Appetit mehr gehabt.
„Habt ihr noch Brot?", fragte Dwalin und Bilbo reichte ihm einen Teller mit kleinen Brötchen, ich wusste aber ganz genau, dass er sich vorher selber ein paar gebunkert hatte. Der kleine Hobbit sah mich fragend an, aber ich zuckte nur mit den Schultern, um ihm zu sagen, dass ich genauso wenig kapierte, wieso der Zwerg genau hier her gekommen war. Natürlich wusste ich es eigentlich, aber ich wollte ihn nicht zu sehr beunruhigen. Statt Bilbo alles zu erzählen, sah ich mir den Zwerg gegenüber genauer an. Ich musste zugeben, dass er schon eine eindrucksvolle Erscheinung war und wenn ich ihn in der Nacht getroffen hätte, hätte ich ehrlich gesagt die Straßenseite zur Sicherheit gewechselt. Er hatte einen kahlen Kopf, dafür aber einen dichten dunkelbraunen Bart, in dem sich jetzt kleine Brotkrümel verfangen hatten. An seinem rechten Ohr hatte er eine Art silbernen Ohrring und trug außerdem ein Fell auf seinen Schultern. Ich wusste, dass die Tätowierungen auf seinen Händen, Armen und Kopf eine bildhafte Darstellung der Geschichte seines Volkes waren. Sie erzählten von besonderen Ereignissen und sollten daran erinnern, was den Zwergen widerfahren war. Trotz den Ärmeln von seinem Hemd, konnte ich seine gewaltigen Unterarme sehen und beschloss jetzt schon, dass ich mich niemals mit ihm anlegen würde. Zum Glück hatte er seine Äxte neben der Tür stehen gelassen, sonst hätte ich noch mehr Panik bekommen, was ich in diesem Moment sowieso hatte. Ich meine, hier stand wirklich ein Zwerg vor mir! Ein echter Zwerg! Fast musste ich bei diesem Gedanken los lachen und wünschte, dass die anderen das auch sehen könnten.
Jetzt wischte sich Dwalin mit dem Handrücken über den Mund und unterdrückte ein Rülpsen, bevor er seinen Blick hob und mich musterte.
„Ich bin Dwalin. Wie lautet denn euer Name?", fragte er mich.
„Ähm...Lea", brachte ich hervor.
„Wie kommt es, dass ein Menschenmädchen bei einem Hobbit lebt oder seit ihr auch hier, weil euch Thorin geschickt hat?"
„Nein, ich bin nur...", fing ich an, doch dann unterbrach mich Bilbo einfach: „Thorin? Auch? Was soll das heißen?"
„Das werdet ihr schon noch erfahren", wendete sich Dwalin an den Hobbit, der nur noch verwirrter und panischer wurde.
„Hört mal, ich weiß nicht wovon ihr sprecht und wieso ihr überhaupt hier seit. Es ist mir eine Ehre, einen Zwerg begrüßen zu dürfen, doch ich denke, dass ihr euch an der Tür geirrt habt..."
„Seit ihr Bilbo Beutlin?", fragte Dwalin nach.
„Ja", seufzte dieser.
„Dann habe ich mich nicht geirrt", sagte der Zwerg ungerührt und trank das Bier aus, das Bilbo ihm gebracht hatte.
„Aber ich...", fing mein Freund wieder an, wurde aber von einem weiteren, schrillen Klingeln unterbrochen. Er erstarrte und sah so aus als würde er gleich an die Decke gehen. Er atmete einmal tief durch und stand dann auf. Dwalin grinste zufrieden und wollte noch einen Schluck Bier trinken, bemerkte aber, dass der Krug leer war.
„Habt ihr noch mehr Bier?"
Ich zuckte mit den Schultern und er stand ebenfalls mit einem „Hm", auf. Ich lief ihm hinterher, doch wirklich weit kamen wir beide nicht, da ein zweiter kleiner Mann neben Bilbo stand und sagte: „Komm ich zu spät?"
„Zu...spät wofür?", fragte Bilbo bekam aber keine Antwort, da Balin seinen Bruder entdeckt hatte.
„Dwalin!", lachte er und kam auf uns zu. Angesprochener fing an zu grinsen und sagte: „Bei meinem Barte, Balin! Du bist kürzer und breiter seit letztem Mal geworden!"
„Breiter, nicht kürzer und noch schlau genug für uns beide ", entgegnete der andere Zwerg schnell, musste aber trotzdem lachen.
Als sie sich dann plötzlich gegenseitig die Köpfe gegeneinander schlugen, formte ich die Lippen zu einem tonlosen „Au!" und fragte mich, was die für Probleme hatten, dass sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen mussten. Erst dann bemerkte mich Balin und verneigte sich vor mir.
„Balin, zu euren Diensten", sagte er freundlich und komischer weise war ich bei ihm nicht so schüchtern, wie bei Dwalin. Vielleicht lag es daran, dass er so ein bisschen, wie ein cooler Opa aussah.
„Lea, ebenfalls zu euren Diensten", versuchte ich es mit der Begrüßung, woraufhin mich der Zwerg anlächelte. Er hatte eine große Hackennase und einen weißen Bart, wie ebenfalls weiße Haare, die so aus sahen, als hätte er sie mit etwas Gel nach hinten gestylet. Aber das krasseste waren einfach seine großen Stiefel, die vorne ganz spitz waren und mich an Aladin aus einem der Disney-Filme erinnerten. Dwalin klopfte seinem großen Bruder einmal auf die Schulter und lief dann in die Speisekammer, während Bilbo ihm hinterher hechtete und wild auf ihn einredete, dass sie beide im falschen Haus wären.
Balin machte ein paar Schritte auf mich zu und runzelte dann die Stirn.
„Ihr seit kein Hobbitmädchen", stellte er fest und die Furchen auf seiner Stirn wurden tiefer, als er meine Sportkleidung sah, die ich immer noch an hatte.
„Nein, ich bin ein stinknormaler Mensch", meinte ich mit etwas Bedauern in der Stimme und schickte in Gedanken noch ein leider dahinter.
„Wieso seit ihr dann hier?"
„Wenn ich ehrlich bin, ich weiß es nicht..."
Er nickte verständnisvoll und fragte nicht weiter nach.
„Kommt, ich habe Hunger und denke mal, dass Dwalin das Essen schon gefunden hat, so wie der Hobbit rum meckert."
Ich lächelte und wir liefen zusammen zur Speisekammer, wo dann auch beide Zwerge sogleich alles unter die Lupe nahmen und das Essen, was ihnen eklig vorkam, einfach hinter sich schmissen, was wiederum Bilbo bedauerte, der immer weiter brabbelte.
Als dann auch noch mal die Klingel läutete, blies er überfordert die Wangen auf und runzelte ärgerlich die Stirn. Wieder lief er zur Tür, machte sie auf und versuchte sie gleich wieder zu schließen, wurde aber von zwei Personen aufgehalten, die sich dagegen stemmten. Neugierig, aber darauf bedacht, im Hintergrund zu bleiben lief ich ein paar Schritte näher heran, um besser sehen zu können. Als Bilbo die Tür dann doch aufmachte, sah ich zuerst zwei Zwerge, doch sofort wurde meine Aufmerksamkeit auf zwei Personen hinter ihnen gelenkt. Ich verengte die Augen zu Schlitzen, weil ich versuchte, so besser sehen zu können. Doch auch so kamen mir die beiden Personen bekannt vor. Als die Zwerge dann zur Seite traten und ich die beiden dahinter endlich richtig sah, quiekte ich begeistert auf und rannte fast zu ihnen.
„Ne, oder! Das kann doch jetzt nicht wahr sein!"
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
