Franzi POV:
Es regnete. So wie immer in letzter Zeit und es passte zu meiner derzeitigen Gefühlslage.
Alles ging gefühlt den Bach runter und ich konnte es nicht mehr kontrollieren. Ich konnte die Wut nicht mehr im Zaum halten, die Trauer nicht stoppen und mich selbst nicht daran hindern, Dinge zu tun, die meinen Freunden schmerzten.
Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke hoch und drückte meine Kopfhörer noch etwas weiter in die Ohren. Meine Haare waren so nass, dass sie mir bereits an der Haut klebten, doch es war mir egal.
Ich hatte sie angeschrien, obwohl es allein mein Problem war.
Eine Träne rollte über meine Wange, die Erste seit langer Zeit. Ich wischte sie achtlos weg und starrte weiter ins Leere. Ich saß auf den Eingangsstufen zu meiner Wohnung und konnte einfach nicht den Schlüssel raus holen und die Tür aufschließen. Meine Jeans war komplett nass und ich spürte jeden noch so kleinen Tropfen, der auf meinen Kopf prasselte.
Er fehlte mir, so sehr, dass es schon beinahe unerträglich war. Ich schlang meine Arme um mich und blickte hoch in den Himmel.
„WARUM? Warum hast du mir das einzige genommen, dass ich je wirklich liebte?", brüllte ich gen Himmel und erntete ein weit entferntes Donnergrollen.
„Warum?", flüsterte ich leise.
Ich weiß nicht, wie lange ich noch da draußen saß. Ob Minuten oder Stunden, aber es war auch unwichtig. Ich war die Hälfte von einem Ganzen und die andere Hälfte lebte in einem anderen Universum. Meine Tasche stand neben mir, auch sie war nass und alles was sich darin befand auch. Ich zog meine selbst geschriebene Beschwerdeliste für den Zwergenkönig aus der Tasche und schlug sie wahllos irgendwo auf.
47. Das Herumkommandieren einschränken
48. Mehr lächeln
49. Bessere Kleidungsstile entwickeln
50. Ironie verstehen
Ich lachte leise als ich den letzten Punkt las. Thorin verstand kaum Ironie...eigentlich gar keine. Ich blätterte weiter und stolperte noch über die Eine oder andere Sache wie:
13. Nicht immer 'Ich sehe was, was du nicht siehst' spielen
57. Weniger Rennen und mehr langsam und gemütlich voran schreiten
2. Groll gegen andere Völker aufheben
71. Bessere Blickduelle abliefern (mal so nebenbei: Deine sind grottig, Thorin!)
12. Nicht immer...
„Meine Liebe, was machst du denn hier draußen, bei diesem Wetter?", wurde ich aus meinen Gedanken gerissen und schaute zu meiner lieben Nachbarin Frau Hebere hoch, die mich gütig anlächelte.
„Komm rein, du holst dir noch den Tod.", fuhr sie fort und öffnete die Eingangstür weiter, in der sie stand. Langsam stand ich auf und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Die Liste ließ ich schnell zurück in meine Tasche gleiten, welche ich mir über die Schulter hängte.
„Danke.", sagte ich leise und folgte dann Frau Hebere ins Haus. Meine alte Nachbarin redete über die verschiedensten Dinge während wir in unsere jeweiligen Stockwerke liefen und ich lächelte einfach und pflichtete ihr an der ein oder anderen Stelle bei, damit sie bloß nicht dachte, dass ich nicht zuhören würde. Als sie endlich durch ihre Tür verschwunden war, seufzte ich leise und stieg weiter die Stufen zu meinem Stockwerk hinauf.
An meiner Tür angekommen lehnte ich mich an die Wand und atmete tief durch. Ich schloss die Augen und riss sie sofort wieder auf. Ich sah ihn immer. Immer, wenn ich versuchte einen Moment Frieden zu finden, tauchte sein Gesicht wieder vor meinem inneren Auge auf. Ich stellte mich aufrecht hin und zog meinen Schlüssel. Es hatte nicht geklappt, ich sollte nach vorne schauen und vergessen.
*
Ich hatte mein Handy ausgeschaltet und mein iPod an meine Boxen angeschlossen. Vor ungefähr einer halben Stunde hatte mein Nachbar gedroht, die Polizei zu rufen, weshalb ich meine Musik ausgeschaltete hatte. Meine Tasche hatte ich in der Küche auf einen Stuhl gestellt und sie völlig ignoriert. Jetzt saß ich mit einer Familienpackung Eis von Florida und einem Haufen Taschentüchern für den Fall der Fälle, der noch nicht eingetreten war, vor dem Fernseher. Ich guckte 'Der Hobbit' und beschwerte mich über jede noch so kleine Kleinigkeit von Thorin, Kili und vor allem Tauriel. Sie warf gerade ihre Haare zurück und flirtete ganz eindeutig mit Kili, als ich mir die Fernbedienung griff und den Fernseher ausschaltete. Genau da war mir zum ersten Mal wirklich bewusst geworden, dass ich Fili liebte und Thorin eigentlich gar nicht so schlimm war, wie ich dachte...was ich natürlich niemanden erzählt hatte. Ich wäre meinen guten Ruf los gewesen.
Ich stand auf um mir einen Tee zu machen und schaute beim Vorbeigehen in den Spiegel, der bei mir im Flur hing. Geschockt blieb ich stehen und schaute noch einmal mein Spiegelbild an. Ich sah aus, als wäre ich von einem Traktor überfahren worden.
„Oh, man.", murmelte ich und wischte etwas Eis aus meinem Mundwinkel. Anstatt in die Küche zu gehen, lief ich ins Badezimmer und ließ mir eine heiße Badewanne einlaufen. Ich dimmte das Licht und zündete ein paar Kerzen an, machte mir eine Gesichtsmaske und stieg dann ins warme Wasser. Ich lag lange in der Badewanne, bis das Wasser kälter wurde und meine Haut ganz schrumpelig geworden war. In meinen Bademantel gehüllt, schnappte ich mir meine Lieblingsbodylotion, die nach Erdbeeren und Vanille roch und von der ich immer mehrere Tonnen zu Hause hatte, und cremte mich ein. Meine Haare föhnte ich solange, bis sie trocken und warm waren und flocht sie dann zu einem Fischgrätenzopf. Ich hatte mich nicht dazu entschließen können meine langen Haare abzuschneiden, weshalb ich mir diverse Mittel geholt hatte, damit sie immer so schön blieben wie jetzt.
In einem Zimmer schaltete ich meine Musik wieder an, schlüpfte in eine Jogginghose und ein Top und ließ mich auf mein Bett fallen. Ich lauschte der Musik und starrte an die Decke, bis ich eingeschlafen war.
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
