Lea POV:
Alles um mich herum begann sich zu drehen, als Azog das Schwert wieder aus Fili heraus zog und finster lächelte. Ich presste mir die Hand vor den Mund und wollte mich abwenden, doch ich konnte nicht.
„Nein, nein, nein!", schrie Franzi immer wieder und die ersten Tränen liefen über mein Gesicht. Wie sollte ich diesen Tag nur überstehen? Das hier war doch erst der Anfang!
Azog ließ den blonden Zwerg genau in dem Moment los, in dem Fili seinen letzten Atemzug machte. Ich konnte nur hilflos zu sehen, wie sein lebloser Körper in die Tiefe stürzte und schließlich genau neben seinem Bruder auf dem Boden aufschlug. Ich hatte das Gefühl, dass für einen Moment die Zeit stehen blieb. Ich sah, wie Franzi schluchzend auf den Boden sank, wie Thorin fassungslos da stand und Kili einen Moment auf seinen Bruder blickte, bevor ihn unbändige Wut packte und er wie von Sinnen los stürzte.
„Kili!", brüllte Thorin, in dem Versuch, ihn irgendwie aufzuhalten. Dann lief auch er los. Ich konnte ihn gerade noch so am Arm packen, bevor er auf den eingefrorenen Fluss rennen konnte.
„Warte! Du darfst da nicht hin!", flehte ich ihn an.
„Ich muss ihm helfen!", entgegnete er und machte sich von mir los.
Er verstand nicht, dass er in den Tod laufen würde.
„Bitte!", versuchte ich es noch einmal und griff wieder nach seinem Arm.
„Verstehst du denn nicht? Wenn du jetzt dort hin läufst, wirst du sterben!"
Doch genauso wie bei Fili und Franzi konnte ich ihn nicht davon abhalten. Thorin blickte mir traurig in die Augen und löste vorsichtig meinen Griff um sein Handgelenk.
„Ich habe keine Angst vor dem Tod, Lea."
Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ mich einfach stehen. Mit verheulten Augen konnte ich nur zusehen, wie auch Dwalin ihm folgen wollte.
Erst jetzt fiel mir wieder Franzi ein, die immer noch am Boden kniete und weinte. Schnell lief ich zu hier und zog sie in meine Arme.
„Er ist...", sie konnte den Satz nicht beenden und schluchzte wieder los.
Ihre Schultern bebten und ich hatte sie noch nie in meinem ganzen Leben so verletzlich gesehen, wie jetzt und das sollte schon was heißen. Ich meine, hallo? Das war Franzi! Und Franzi haute nichts so schnell um.
Ich versuchte sie irgendwie zu beruhigen, obwohl ich selber völlig aufgelöst war und strich ihr über den Rücken.
„Er weiß, dass du ihn liebst, Franzi und das ist etwas, was du nie vergessen solltest. Auch wenn er jetzt nicht mehr da ist, er wird immer ein Teil von dir sein", sprach ich leise auf sie ein und meine Worte trösteten mich selber auch irgendwie.
„Er ist...", fing sie wieder an und genauso wie gerade eben schaffte sie es nicht, einen vernünftigen Satz raus zu bringen...dachte ich jedenfalls, bis sie sich von mir löste und: „...tot.", flüsterte.
„ER IST TOT!", schrie sie plötzlich los und ich zuckte erschrocken zusammen. Vielleicht wäre es in diesem Moment besser gewesen, sie irgendwie festzuhalten, aber daran dachte ich natürlich nicht.
Ein großer Fehler.
Im nächsten Moment sprang sie auf und rannte die Treppe runter, auf die Eisfläche.
„Franzi!", rief ich sie zurück, doch meine Freundin beachtete mich gar nicht mehr. Sie steuerte auf den toten Fili zu und ließ sich dann neben ihn fallen. Ich wusste, dass ich sie jetzt für mindestens ein paar Stunden nicht mehr da weg bekommen konnte.
„Wir müssen...hier weg", ertönte plötzlich eine Stimme hinter mir und ich checkte erst gar nicht, wer da mit mir sprach, bis mir einfiel, dass Bilbo ja auch noch da war.
Ich drehte mich zu ihm um und sah, dass auch er völlig fertig mit der Welt war. So hatte er sich bestimmt nicht das Ende seines Abenteuers vorgestellt.
Er torkelte ein bisschen rum und blieb schließlich neben mir stehen.
„Wir müssen Franzi da weg bekommen", sagte er jetzt wieder etwas gefasster.
„Und wie lautet dein toller Plan?"
„Ich hab keinen."
„Dann wird das wohl nichts", entgegnete ich und nahm schon mal meine Bratpfanne in die Hand. Wenn das hier alles so lief, wie es sollte, müssten bald Azogs Freunde kommen. Dwalin hatte sich auch schon aus dem Staub gemacht und Thorin konnte ich noch sehen, wie er den Rabenberg hoch rannte, um zu Kili zu kommen. Der murkste währenddessen alles ab, was ihm so in den Weg kam. Um das noch mal alles kurz zusammen zu fassen: Alle hatten gerade irgendwie einen an der Klatsche. Außer ich natürlich...
Ein Brüllen von Seiten Azogs sagte mir, dass er und Thorin aufeinander getroffen waren. Ich konnte da gar nicht hinsehen und wusste jetzt noch weniger, wo ich zuerst hin rennen sollte. Franzi war seelisch in so einem schlimmen Zustand, dass sie alleine wohl nichts mehr hin bekam, Thorin würde sterben, wenn ihm keiner half und irgendjemand musste auch noch Bilbo den Arsch retten, wenn sich Dwalin verkrümelt hatte.
Zum Glück wurde mir meine Entscheidung im nächsten Moment abgenommen, weil hunderte von Fledermäusen auftauchten. Und nur mal so zur Info: Sie waren fett, hässlich und RIESIG!
Ich duckte mich weg und wedelte mit der Bratpfanne über meinem Kopf herum. Einmal machte es laut: „Klong!", als eine von diesen Viechern gegen Pfanni klatschte und ich verzog angeekelt das Gesicht, als ich ein paar Blutspritzer abbekam. Okay, ich wollte mir jetzt nicht vorstellen, wie die Fledermaus danach aussah.
„Ähm, Lea...", rief Bilbo mich panisch und ich blickte auf.
Bolg hüpfte gerade auf die Bildfläche und hinter ihm folgte eine Horde von komischen Viechern, die wie eine Mischung aus Ork und Baby-Gobblin-King aussahen. Aber ihre Augen sahen irgendwie knuffig aus, weil sie so hell auf blitzten, als sie uns sahen. Ich wollte lieber nicht wissen, warum...
Die Orks sprangen auf uns zu, als der Sohn von Azog irgendeinen Befehl brüllte und ich stolperte ein paar Schritte zurück.
Wie ging das noch mal mit diesem vorher einen Ausfallschritt machen und dann zu stechen? Verdammt, das nächste mal sollte ich besser zuhören, wenn Dwalin uns Kampftraining gab.
„Bilbo, die Steine!", schrie ich, doch er brauchte ein bisschen, um zu kapieren, was ich meinte, dann war es aber schon zu spät. Ein Ork erhob sein Beil zum tödlichen Schlag und...
...wurde dann von Dwalin um gerannt, der ihm ein Ende setzte.
Erleichtert stieß ich einen Schwall Luft aus und guckte kurz zu Franzi, die immer noch neben Fili kniete. Noch beachtete sie keiner.
Durch den Nebel konnte ich auch noch halbwegs Thorin erkennen, der sich ein Kampfbattle mit dem weißen Ork lieferte. Er hüpfte ein paar mal in die Luft, als Azog ihm die Beine abhacken wollte und rollte sich dann auf einem Stein von ihm weg. Ich musste ihm irgendwie helfen, sonst würde das böse enden...
„Lea! Pass auf!", schrie plötzlich jemand und ich schreckte auf.
Bilbo machte wilde Handbewegungen, die ich aber nicht verstand. Fragend zog ich eine Augenbraue hoch und setzte ein Hä?-Gesicht auf. Der kleine Hobbit machte weiter irgendwelche Zeichen, gab es dann aber doch auf.
„Hinter dir!", rief er und ich drehte mich um.
Ein großer Ork hatte es auf mich abgesehen und steuerte auf mich zu. Jetzt musste ich mir ganz schnell etwas überlegen, wenn ich nicht gleich tot am Boden liegen wollte.
„Ähm, hey?...Ne, das ist doof...", überlegte ich vor mich hin und kratzte mich nachdenklich am Kopf. Dann schnipste ich einmal wie Wickie mit den Fingern.
„Ich hab's!"
Mein Gegner knurrte wild und schwang sein komisches Schwertdingens bedrohlich hin und her, während er nur noch ein paar Meter von mir entfernt war.
„Oh, mein Gott! Das ist jetzt nicht wahr, oder? Wie lange ist es her? Fridolin, ich hab dich ja so lange nicht mehr gesehen!", rief ich erfreut und breitete die Arme aus, so als könnte ich es gar nicht mehr erwarten, den Ork durch zu knuddeln.
Dieser hielt verwirrt inne und funkelte mich mit seinen Mini-Blitze-Augen an.
„Boha, Fridolin Ich hab dich ja so vermisst! Was hast du denn die ganzen Jahre lang gemacht? Und wie geht es dir überhaupt?"
Die kurze Ablenkung genügte, damit Dwalin zu mir kam und Fridolin eins überzog.
„Uuuh, ich glaub, dir geht's nicht mehr so gut. Naja, hat mich trotzdem gefreut, deine Bekanntschaft zu machen."
Dwalin warf mir nur einen verständnislosen Blick zu, als ich Selbstgespräche führte und stürzte sich dann wieder ins Kampfgetümmel. Ich folgte ihm.
Bilbo war gerade dabei, alle Orks mit Steinen abzuwerfen, weil er endlich kapiert hatte, was ich von ihm wollte.
Ich wollte ihm schon helfen, wurde dann aber plötzlich von mehreren Orks gleichzeitig umzingelt.
Ich grinste und hielt die Bratpfanne vor mich. Dann drehte ich mich ein paar mal im Kreis und jedes Mal, wenn es: „Klong!", machte, fiel ein Ork ohnmächtig oder gleich tot zu Boden. Während ich mich um mich selber drehte, verschwamm alles um mich herum, und deshalb fiel mir erst nach einer Weile auf, dass Dwalins Gesicht unter denen der Orks war und mich grimmig anguckte, wenn er nicht gerade eins von Pfanni in die Fresse bekam.
„Ups...", sagte ich und hörte schnell auf, mich zu drehen.
„Wenn du das noch einmal machst, wirst du in zwei Stunden tot sein!", drohte er und rieb sich den schmerzenden Kopf.
Ich sah ihn unschuldig an und wischte das Orkblut von meiner armen, kleinen Pfanni ab. Man, war das eklig.
„Ich hab mich nur selbst verteidigt, Dwalin!"
„Aber doch nicht so! Hast du denn nichts gelernt, als ich euch stundenlang erzählt habe, wie man halbwegs normal kämpft?"
„Ähm...nö. Und hinter dir ist ein neuer Fridolin, nur mal so zur Info."
Der große Zwerg wirbelte herum und war sofort wieder in einen Kampf verwickelt. Nur noch wenige Orks waren auf den Beinen und ich beschloss, dass es Zeit war, auf diesen beschissenen Berg zu klettern und dem Zwergenkönig seinen Arsch zu retten.
Ich sah mich kurz um. Bilbo lag schon längst ohnmächtig irgendwo rum und Franzi...
„Scheiße!", rief ich aus und rannte los, wobei ich über mehrere Orkleichen stolperte und fast hin flog. Einer der Orks hatte sich vom Kampf abgewandt und sich ein unaufmerksameres Opfer gesucht und das war meine Freundin.
„Franzi! Pass auf!", brüllte ich und rannte noch ein bisschen schneller. Aber ich wusste, dass ich zu spät kommen würde.
Der Ork war schon bei ihr und setzte seine Keule zu einem Schlag an und dann passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Meine Freundin war vorher völlig geistesabwesend gewesen doch jetzt kam plötzlich wieder Leben in Franzi. Ohne den Blick von Fili abzuwenden, hatte sie plötzlich ihr Schwert in der Hand und stieß genau in dem Moment zu, als der Ork sie töten wollte. Mit einem Gurgeln stürzte er vorne über und landete neben ihr. Mit offenem Mund stand ich da und fragte mich, wie sie das gerade geschafft hatte. Lag das an Dwalins Unterricht oder hatte sie gerade einen krassen Geistesblitz?
Jetzt wusste ich, dass sie auch ohne mich klar kommen würde und ich mich nicht weiter um sie kümmern musste.
Ich lief die Treppen runter und setzte vorsichtig einen Fuß auf den zugefrorenen Fluss. Als ich merkte, dass sie dick genug war, schlitterte ich über die Eisfläche, wobei ich mindestens dreimal hinfiel, aber dann kam ich doch irgendwie beim Rabenberg an. Ich blickte nach oben und entdeckte Kili, der mit fünf Orks gleichzeitig kämpfte.
Na, das kann ja lustig werden...
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
