Emmi POV:
„Ihr solltet versuchen zu schlafen, wir müssen so früh wie möglich weiter. Ich übernehme die erste Wache.", sagte Legolas und zog Lembas aus einer seiner Taschen. Ich knabberte etwas an dem Gebäck und legte mich dann auf den Waldboden. Um mich herum roch alles nach Tannennadeln und Moos und ich bemerkte, wie mein Herzschlag langsam anfing sich zu beruhigen. Auch wenn es jetzt schon fast vollständig hell war, ich war hundemüde. Meine Augenlider wurden schwer und ich fiel in einen leichten Schlaf.
Ich träumte irgendetwas komisches von Orks, die einen Nilpferdkopf hatten und Elben, die durch eine Wiese hüpften, aus der ganz viele Schmetterlinge flogen und die Elben mit Blüten um sich warfen und: „Blümchen!", riefen...oder eher sangen. Gerade, als ich Tauriel entdeckte, die unter einem wahren Blumenregen stand, wurde ich aus dem Schlaf gerissen, als ein Vogel über mir die Flügel ausbreitete und sich von seinem Ast abstieß. Ich stöhnte und machte wieder die Augen zu und versuchte wieder zu schlafen, aber es klappte nicht, auch wenn ich erst höchstens eine Stunde gedöst hatte. Also richtete ich mich wieder auf und blickte mich um, doch nichts war zu sehen. Wirklich nichts. Nur Wald und noch mehr Wald.
Ich stand langsam auf und blickte mich suchend um. Panik kroch in mir hoch und ich wollte schon ausflippen, als ich Tauriels rote Haare im Licht aufblitzen sah und mich von hinten jemand an der Schulter berührte. Für einen kurzen Moment wollte ich schreien, doch eine Hand ließ mich verstummen, die sich auf meinen Mund gelegt hatte.
„Du solltest doch schlafen...", flüsterte mir Legolas ins Ohr und nahm wieder die Hand von meinen Mund. Mein Herzschlag schoss schon wieder in die Höhe, aber dieses Mal nicht vor Angst und ich drehte mich zu dem blonden Elben um.
„Ein Vogel hat mich geweckt.", murmelte ich und betrachtete den Prinzen, der mir einen verstehenden Blick zuwarf und mir dann mit einer Handbewegung zu verstehen gab, ihm zu folgen. Schweigend liefen wir weiter weg von unserem kleinen Rastplatz.
Tiefer im Wald, weiter weg von Tauriel, drehte er sich wieder zu mir um und betrachtete mich einen Moment und ich merkte, wie ich rot wurde. Musste er mich so anstarren?
„Du hast da was im Haar.", sagte er lachend und zog mir eine Tannennadel aus den Haaren, die so groß wie meine Hand war. Meine Haare waren jetzt fast um zehn Zentimeter länger und waren voll mit Tannennadeln.
„Verdammt.", fluchte ich leise und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare, um diese nervigen Teile zu entfernen. Legolas schmunzelte nur leicht und ließ mich machen.
„Warum sind wir hier?", fragte ich, als ich es aufgegeben hatte die Nadeln zu entfernen, die irgendwie überall zu sein schienen.
„Ich wollte dir etwas zeigen.", antwortete Legolas mir und bedeutete mir dann zu lauschen. Es war mir vorher gar nicht aufgefallen, aber es regnete. Kleine Tropfen fielen auf die Blätter der Bäume, die wie ein schützendes Dach über uns das Wasser abhielten.
„Komm mit.", flüsterte Leggy und griff nach meiner Hand. Ich folgte ihm noch ein Stück, bis er bei einer kleinen Lichtung stehen blieb und wir uns auf einen umgestürzten Baumstamm setzten. Dort konnte der Regen bis auf den Boden kommen, da dort keine Bäume standen. Auf der freien Fläche lag Schnee, der aber durch den Regen leicht weggespült wurde und ein paar Blumen Platz machte, die sich durch die weiße Decke geschoben hatten. Langsam, eine nach der anderen, richteten sich die Blumen auf und öffneten ihre violetten Knospen. Ich konnte gar nicht mehr meinen Blick abwenden.
„Wahnsinn.", flüsterte ich leise.
„Das sind Ross-Blumen. Sie blühen bei jeder Jahreszeit, wenn es regnet.", erklärte mir Legolas und ich lächelte ihm zu.
„Sie sind wunderschön.", flüsterte ich und entlockte damit dem Elbenprinzen ein kleines Lächeln. Wir betrachteten eine Weile das Spektakel bis Legolas leise seufzte und schließlich murmelte: „Wir sollten zurück gehen. Tauriel müsste bald aufwachen."
Dieser Name war wie ein Faustschlag in meinen Magen und ich nickte zögerlich. Der blonde Elb stand auf und ich folgte ihm, blieb aber leider mit dem Fuß irgendwo hängen und stolperte. Legolas fing mich gerade noch so auf und ich hielt mich an ihm fest. Er hatte die Arme um mich gelegt und ich spürte seinen warmen Atem auf meiner Haut. Seine blauen Augen schienen auf den Grund meiner Seele zu blicken und keine Ahnung wie es passierte, aber plötzlich lagen seine Lippen auf meinen. Der Kuss war warm und zärtlich und warf mich völlig aus der Bahn. Meine Knie wurden weich und ich musste mich noch fester an ihn drücken, um nicht umzukippen. Mein Herz raste und ich spürte, wie auch sein Herz schneller gegen meine Handfläche schlug. Vorsichtig erwiderte ich seinen Kuss und genoss für einen Augenblick alles an ihm.
Als mir jedoch wirklich bewusste wurde, was ich hier tat, löste ich mich hastig von ihm und blickte weg. Auch er schien verwirrt und murmelte irgendwas von wegen Tauriel und zurück. Er war schneller verschwunden, als eine leichte Brise und ließ mich alleine zurück.
Keine Ahnung, wie ich es zurück geschafft hatte, während ich mir in meinem Kopf Vorwürfe machte und mich fragte, warum, um alles in der Welt, ich das zugelassen hatte. Schließlich war er ein Prinz, ein Elbenprinz und ich war nur ein Mensch, dazu auch noch aus einer anderen Welt. Doch ich hatte es genossen, für einen kleinen Moment und ich konnte immer noch seine weichen Lippen auf meinen spüren.
„Wir sollten weiter.", sagte Tauriel, als ich wieder auf der Lichtung ankam und schwang sich auf ihr Pferd. Legolas half mir wieder, doch dieses Mal war irgendetwas zwischen uns. Er schien meinen Blicken auszuweichen und ich achtete auf ein bisschen Abstand zwischen uns beiden, als er sich vor mir in den Sattel setzte. Wie beim ersten Mal wusste ich nicht genau, was ich mit meinen Händen machen sollte und legte sie am Ende nur zögerlich um ihn. Der Ritt dauerte lange und ich war erleichtert, als ich endlich Thal ausmachen konnte. Meine Freude dauerte jedoch nicht lange, denn das, was vor mir lag, war nicht schön.
Wir rasteten noch einmal und ich entschied mich freiwillig, mit Tauriel Holz zu sammeln, die gar nicht begeistert zu sein schien. Ich versuchte, nicht allzu viel mit ihr zu reden, weil ich nicht wirklich Bock auf sie hatte.
Am Ende hatte sie mir eigentlich nur zugeschaut, wie ich halbwegs trockenes Holz aufgesammelt hatte und ich wartete jeden Moment auf das, was auch immer kommen würde. Doch kurz bevor wir wieder bei Legolas ankamen, griff sie nach meinem Arm und fragte: „Wo waren du und Legolas, als ich gestern aufgewacht bin?"
„Was hat er dir erzählt?", fragte ich zurück und Tauriel antwortete: „Er meinte, er hätte dir Ross-Blumen gezeigt."
„Ja, das hat er.", sagte ich und wollte mich schon umdrehen, als Tauriel noch meinte: „Die sind wirklich schön, wenn die bei Schnee erblühen, oder?"
Ich wusste sofort, dass es ein Test war, also antwortete ich ganz cool: „Regen, Tauriel. Deswegen heißen die Blumen doch auch Regen-Blumen."
Tauriel war ziemlich erstaunt und mit einem kleinen Lächeln sagte ich: „Komm schon, Piggeldy."
Und Piggeldy ging mit Frederick zurück zu Legolas.
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Vier Bekloppte in Mittelerde
Hayran KurguVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
