Emmi POV:
Langsam öffnete ich meine Augen und blinzelte etwas, bevor ich klar sehen konnte. Ich lag in einem fremden Bett, mit einer fremden Decke in einem fremden Zimmer mit fremden Möbeln.
Wo bin ich hier nur gelandet?
Die Wände des Raumes waren... ja wie waren die? Das war grün, aber irgendwie auch nicht, eher so ein braun-grün-grau-Gemisch. Und da stand eine kleine Kommode aus Holz, ein Tisch und zwei Stühle in dem Raum, und noch ein weiteres Bett. Bevor ich mich jedoch weiter fragen konnte, wo ich war, wurde die Tür aufgerissen und meine Freundin kam herein gestürmt.
„Emmi!", rief Franzi und umarmte mich, „Ich dachte schon du schläfst ewig!"
„Wieso, wie lange hab ich denn geschlafen?"
„Den ganzen Tag, also so von Mittagszeit zu Mittagszeit. Als die Elben kamen, war da plötzlich eine Spinne neben uns und dann bist du einfach umgefallen! Sogar Leggis Auftritt hast du verpasst."
„Und wo sind wir? Sag nicht im Düsterwald."
„Natürlich sind wir im Düsterwald. Nur Anne und Lea sind mit den Zwergen zusammen eingesperrt..."
Arme Anne, hoffentlich muss sie sich keine Zelle mit Bombur teilen...
Länger wollte ich da nicht liegen bleiben, sondern mich viel lieber mal im Düsterwald-Palast umsehen.
„Sag mal, hast du meine Tasche gesehen?", fragte ich meine Freundin, da ich unbedingt wissen musste, wie es der Kamera ging...und ob die Armbänder noch da waren.
Stimmt, es gibt ja noch die Armbänder. Hm, geb ich denen in Seestadt.
Ohne was zu sagen, ging Franzi zu der Kommode und öffnete die oberste Schublade, darin befand sich meine Tasche und meine alten Sachen, mit denen ich in Mittelerde angekommen war, waren wahrscheinlich raus gefallen. Gemächlich ging ich zu dem kleinen Schrank und holte die Kamera raus, schaltete sie ein und überprüfte, ob die SD-Card noch in Ordnung war. Alles war okay und es befanden sich noch die ganzen Bilder auf der Kamera. Zwar war der Akku schon ziemlich runter, aber wenigstens hatte ich sie wieder.
„Weißt du was? Da du jetzt aufgewacht bist, sollten wir zum krassen König gehen.", holte mich Franzi aus den Gedanken und hängte noch hinterher: „Aber erst nimmst du ein Bad, komm, ich bring dich hin, war da nämlich schon!"
Ich konnte ihr noch nicht einmal widersprechen, gerade noch so konnte ich mir meine alten Sachen aus der Tasche schnappen und schon wurde ich von ihr mitgezogen. Mittlerweile hatte ich das Gefühl, dass sie mich quer durch den ganzen Düsterwaldpalast zog. Den Weg hatte ich mir jedenfalls nicht gemerkt, also hoffte ich, dass sie mir dabei half, hier wieder raus zu kommen.
Schließlich waren wir an dem Bad angekommen, welches aus einem Vorraum für die Kleidung und Handtücher bestand und aus einem hinteren Raum, der von einer Trennwand von dem vorderen Raum abgeschnitten war. Dort drinnen befand sich eine riesige Wanne, wobei ich eher dachte ein halber Pool, aber okay.
„Gut, hier vorne legst du deine Sachen hin und hier ist ein Handtuch. Die schmutzige Wäsche lass liegen, nachher wird die in unserem Zimmer sein. Beeil dich ein bisschen, okay? Wir müssen ja noch zu Thranduil."
Mit diesen Worten drückte sie mir ein Handtuch in die Hand und verschwand aus dem Raum.
Die wird mich hier doch wohl nicht allein lassen, hoffte ich inständig, aber momentan war es mir etwas wichtiger, endlich den ganzen Dreck der letzten Tage abzuwaschen.
Ich entledigte mich meiner Kleidung und legte sie auf einem Haufen an den Rand, die sauberen daneben und das Handtuch nahm ich mit in den Raum mit der Wanne.
Das warme Bad tat echt gut, jetzt fühlte ich mich wieder schön sauber, man glaubt es immer nicht, aber es kam mir mittlerweile wie Luxus vor. Nachdem ich nun aus der Wanne gestiegen war, trocknete ich mich ab und zog mir die Sachen aus unserer Welt an. Ich wusste zwar, dass ich so wahrscheinlich doof angeglubscht werden würde, aber im Moment war es mir piep egal. Die dreckige Kleidung sollte ich hier liegen lassen, und genau das tat ich auch. Die Schmuckschließe von Fili hing ich mir wieder um den Hals und verließ das Bad, jedoch nicht ohne noch einen Blick in den Spiegel zu werfen.
Franzi war nirgends zu sehen, aber ich dachte mir, dass sie vielleicht einfach nur zu spät kam und so vergingen etliche Minuten, bis ich zu dem Schluss kam, dass sie mich wirklich allein gelassen hatte, also machte ich mich selbst auf den Weg.
Ich kam an Gabelungen und ganz vielen Ecken und Türen, sowie Gängen vorbei, doch nichts davon kam mir bekannt vor und so musste ich mir schnell eingestehen, dass ich mich verlaufen hatte. Ungeachtet dessen, was vor mir auf dem Weg lag, lief ich voll in jemanden rein und fiel hin. Überrascht hatte ich die Augen geschlossen und als ich auf sah, verlor ich kurz die Fassung.
Ich war doch tatsächlich in den Prinzen hinein gelaufen, in Legolas Grünblatt persönlich!
Na toll, dachte ich, bevor ich mich wieder aufrappelte und betreten zur Seite schaute.
„Ich...ähm, also... 'tschuldige", war das einzige, was mir über die Lippen kam.
„Wer...? Seid ihr nicht das Mädchen, das gestern bei dem Angriff der Spinnen bewusstlos wurde?", fragte mich der blonde Elb und sonst hätte es mir nichts ausgemacht, hätte er mich nur nicht an die Spinnen erinnert, denn als die Bilder sich wieder vor meinem inneren Auge abspielten, begann mein Körper etwas zu zittern.
„Ähm, ja bin ich." gab ich knapp als Antwort zurück.
„Und was macht ihr hier unten bei den Verliesen?", kam eine erneute Frage.
„Also, ich war im Bad und eigentlich sollte mich Franzi holen, aber sie kam nicht, also bin ich alleine los gegangen. Hast du...ne sie...ne habt ihr, jetzt hab ich's...Also habt ihr Franzi irgendwo gesehen oder könnt ihr mir den Weg zum König zeigen?", erklärte ich mal so ganz locker die Situation und dass er mich komisch ansah, weil ich nicht wusste, wie ich ihn anreden sollte, ignorierte ich einfach mal.
„Ja, das kann ich, aber vorerst möchte ich wissen, was ihr von meinem Vater wollt?"
Brav gab ich Auskunft und er willigte ein.
Gemeinsam gingen wir los und ich war überrascht, wie ich hier gelandet war, denn als wir am Bad ankamen, merkte ich, dass ich einfach in die falsche Richtung gelaufen war und schlug mir im Vorbeigehen die Hand vor die Stirn. Natürlich merkte das Legolas und ich wurde gefragt, warum ich das tat. Also echt mal, dass die hier nicht mal wussten was ein Facepalm war. Natürlich erklärte ich es ihm, aber nur, dass ich in die falsche Richtung gelaufen war, das mit dem Facepalm ließ ich bewusst aus, weil ich keine Lust hatte, das auch noch zu erklären.
„Was tragt ihr eigentlich für ein seltsames Gewand?", fragte Legolas plötzlich.
Mist, wie soll ich dem das erklären, etwa von wegen 'joa, ich komm ja eigentlich aus einer ganz anderen Welt, und bei uns is das so üblich' und damit wäre das Thema abgehakt.
„Äh... Also..."
„Schon gut, wenn ihr es nicht sagen wollt, dann lasst es."
Okay, also so verständnisvoll hätte ich den Legolas aus dem Hobbit gar nicht eingeschätzt, aber so ist das auch gut.
Ein Nicken reichte als Zustimmung völlig aus und wir gurkten weiter durch den riesigen Palast, als wir vor einer großen Treppe ankamen, aber ein paar Meter vorher stehen blieben und ich fast um gerannt worden wäre.
„Emmii, da bist du ja endlich, wo warst du?", wurde meine Wenigkeit auch schon von meiner Freundin begrüßt und der Düsterwaldprinz nahm etwas Sicherheitsabstand.
„Du Knalltüte kannst mich da doch nicht alleine sitzen lassen, ich bin nämlich erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Wäre ich Legolas nicht begegnet, säße ich jetzt irgendwo in der Ecke und hätte gewartet, dass du kommst."
„Jaaaa, ich hatte gehofft, du schaffst das alleine."
„Egal, warte, ich sag noch kurz danke."
Meine Freundin stimmte mir zu und ich lief schnell zu Willi um ihm zu danken.
„Jaa, also danke, dass du...sie...ähm, ihr mir geholfen habt.", lächelte ich den Prinzen an und deutete eine kleine Verbeugung an.
„Gern geschehen", entgegnete er und ich wandte mich zum Gehen, was ich dabei jedoch übersah, war ein Baum genau vor meiner Nase, wo ich fast gegen lief. Ich umarmte ihn einfach schnell.
„Ich...ähm...ich liebe Bäume, nun bin ich eins mit der Natur!" versuchte ich noch, mich rauszureden, Franzi lachte sich schon einen Ast ab und Legolas sah verständnislos zwischen uns beiden hin und her.
Man, das passierte aber auch nur in den unpassendsten Momenten und schon lief mein Gesicht so rot an wie eine Tomate, oder wie ich bevorzugte einer Erdbeere.
„Okay, können wir dann?", riss ich die Schwarzhaarige aus ihrem Lachflash und wir gingen los. Auf der Treppe teilte sie mir von ihrem Plan mit, den sie geschmiedet hatte, um etwas Spaß zu haben, ich meine, wie oft hat man denn schon die Möglichkeit, sich im Düsterwald frei bewegen zu können? Doch da wir wussten, dass der blonde Elb uns hören würde, besprachen wir das auf Englisch...naja, eine Mischung aus Englisch und Deutsch.
„Okay, when we stand oben and talking with the King, we will irgendwie sagen him, the Wachtypies might go away and then we will say, da is an insect on his Kopp and then we will hauen him with something, so he is bewusstlos."
„Ähmm, okay" gab ich nur zurück und wir waren mittlerweile oben angekommen.
„Seid gegrüßt, ihr beiden", gab Thranduil zu verlauten und wir begrüßten ihn ebenfalls.
„Hallo...", „...Tach."
Ja, wir wussten selbst, dass das nicht sehr respektvoll war, aber egal.
„Was führt euch in mein Reich?"
„Naja, wir sind auf der Durchreise und da wir keinen Orks begegnen wollten, sind wir durch den Wald gegangen und sind dann auf die Zwerge getroffen, kurze Zeit später griffen uns die Spinnen an und dann kamen eure Soldaten.", erklärte ich recht sachlich, darauf bedacht nicht zu verraten, dass wir eigentlich zu Thorin gehörten.
„Ähm entschuldigt, aber eure Wachen machen uns ziemlich nervös", sagte Franzi und bat so unschuldig danach, dass er die Wachen wegschickte, ich meine was hatte man eigentlich schon zu befürchten, wenn zwei Mädchen die viel kleiner waren, vor einem standen? Richtig, ziemlich viel, zumindest wenn eines davon Franzi war. Aber zu unserem Glück schickte er sie wirklich weg und wir waren allein mit dem König. Er stellte noch weitere Fragen und langsam waren wir beim Ende angelangt.
„Ich würde euch beide gerne zu dem Fest heute Abend einladen, und hoffe ihr werdet zustimmen."
„Natürlich werden wir da sein" versicherte ich.
Gerade wollte Thranduil zu einer erneuten Frage ansetzen, als Franzi und ich uns zunickten. Langsam gingen wir zu dem blonden Elb und sagten: „Da ist ein Insekt auf eurem Gesicht. Wartet kurz, wir werden es entfernen."
Lustigerweise war da wirklich ein kleines Insekt und wir schlugen beide gleichzeitig zu. Wie erwartet, sank der Elbenkönig in sich zusammen und ohne ihm zu helfen, ließen wir ihn zu Boden gehen. Ja, echt nett von uns, ne?
Jedenfalls schnappten wir uns die Krone, setzten sie uns gegenseitig auf und pflanzten uns auf den Thron. Währenddessen machten wir ein paar Selfies. Für ein paar Minuten waren wir nun Könige des Düsterwaldes, oder wohl eher Königinnen.
Nach kurzer Zeit hatten wir dann genug und setzten Thranduil zurück auf seinen Thron und auch die Krone fand ihren Weg zurück auf sein Haupt. Lange brauchten wir auch nicht zu warten, dass er wieder zu sich kam, denn kurz, nachdem wir alles wieder richtig gerückt hatten, öffnete er seine Augen und sah uns an.
„Äh, ihr wart weggetreten, ist alles in Ordnung?", logen wir ihn an.
„Jaja, natürlich", entgegnete Thranduil und rieb sich einmal über die Stelle, wo wir ihm eins auf den Deckel gegeben hatten.
„Bitte entschuldigt uns, es ist ja nicht mehr lange bis zu dem Fest und wir hätten gerne noch etwas Zeit für uns."
Diese Zeit gewährte er uns und wir entfernten uns von dem Thronsaal, gingen zu unserem Zimmer und setzten uns auf ein Bett um zu quatschen.
„Also, die Idee mit dem Insekt war echt toll", lobte ich Franzi, während wir kicherten.
„Ja oder? Echt lustig, und praktisch, dass wir so zu gehauen haben, dass er das nicht mehr weiß. Die Kamera hast du?"
Zur Bestätigung zeigte ich das elektronische Gerät hoch und wir sahen uns die Bilder nochmals an. Echt bemerkenswert, dass wir das mehrere Stunden machen konnten, denn als wir zum Fest geholt wurden, sagte man uns, dass es schon drei Stunden her war, seit wir mit dem König gesprochen hatten. Zwei elbische Soldaten kamen und brachten uns hoch zu dem Saal, wo die Feier abgehalten wurde. Es war das Fest der Sterne und jeder, wirklich jeder der Anwesenden hatte Spaß, es wurde getrunken, gelacht und gegessen. Franzi unterhielt sich auch gut mit einigen Elben, nur ich hatte nicht wirklich Lust dazu. Eigentlich hasste ich sowas wie Partys oder ähnliches, zugestimmt hatte ich nur aus Höflichkeit.
Die Zeit verstrich und es zogen sich nach und nach die ganzen Feiernden in ihre Gemächer zurück, und am Ende waren nur noch Leggis Daddy, Franzelchen und ich anwesend. In meiner Freundin fand der König ein Mädchen, was sehr gerne trank und so kippten sich beide ein Glas Wein nach dem anderen runter, daneben saß ich, trank Wasser und hörte dem Gespräch der beiden nur mit einem Ohr zu.
„Hey, Thrandiiii?", fing die betrunkene Franzi an.
„Hmm...?"
Unglaublich, die waren schon so besoffen, dass die jegliche Formalitäten vergaßen. Und Franzi sollte später noch gegen Orks kämpfen, betrunken?!
„Deine Augenbrauen...Sie fliegen weg, wie ein Schmetterling..."
Okay, das war zu viel des Guten. Lautstark brach ich in Gelächter aus und konnte mich gar nicht mehr ein kriegen, vor allem, da beide jetzt in die Luft starrten und ich mir jetzt fliegende Augenbrauen vorstellen musste.
Keiner der beiden sagte noch ein Wort, sie waren die ganze Zeit still, nur mein Lachen war zu hören, welches mit der Zeit immer leiser wurde. Ich stand von meinem Stuhl auf und zog an Franzis Arm.
„Okay, Franzelchen, du hattest jetzt erstmal genug, komm wir gehen schlafen."
Murrend stand meine Freundin auf und wir verabschiedeten uns von Thranduil, der uns zum Bleiben bewegen wollte, doch ich beharrte stur darauf, dass wir jetzt gingen. Der Tag war sicher schon angebrochen, was hieß, dass Bilbo bald die Zwerge befreite und wir uns schnell auf den Weg machen mussten. Da der König ja eh nichts mehr mitbekam, schlich ich zu ihm und mopste eine hübsche Tasche, die groß genug für die Kamera war, denn ehrlich gesagt wollte ich die jetzt nicht andauernd ungeschützt draußen lassen. Nach getaner Arbeit gingen wir zu unserem Zimmer und nahmen unsere Sachen. Eigentlich hätte ich mich umziehen sollen, und dass das eine gute Idee gewesen wäre, würde ich noch früh genug merken.
Unsere Taschen legten wir uns um die Schultern und schlossen die Tür leise hinter uns, bevor wir uns auf den Weg zu den Zellen machten. Alles verlief ruhig und reibungslos, bis Franzi anfing mit einer Pflanze am Rand des Weges zu quatschen...
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
