Der Angriff

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Emmi POV:
Kili lag da auf dem Tisch und Fili und Oin waren dabei sich um seine Wunde zu kümmern, auch Bards Kinder schienen irgendetwas zusammen zu mischen, damit es ihm besser ging, so hatten sie es uns jedenfalls erklärt. Kili wand sich vor Schmerzen und keuchte, doch sein Bruder ließ nicht von ihm ab. Franzi und ich standen an der Wand, nahe eines der Fenster und schauten bloß zu. Ihr fragt euch vielleicht, wie wir da nur so untätig bleiben konnten, doch das taten wir nicht freiwillig. Fili hatte uns die Anweisungen gegeben, dass wir besser gar nichts tun sollten, da wir seiner Meinung nach nur im Weg rumstehen würden und so kam es, dass wir das ganze nur beobachteten.
Besorgt sah der blonde Zwerg ständig zu seinem Bruder, was man ihm aber auch nicht verübeln konnte, doch lange mussten seine Sorgen nicht mehr weilen, bald würde Tauriel kommen und alles wäre wieder in Ordnung. Bei dem Gedanken an die Elbin fing ich innerlich schon wieder an zu kotzen, wie konnte man nur gleichzeitig so nervig und bescheuert sein? Ich atmete ein paar mal tief durch und schon ging es wieder einigermaßen. Um mich etwas abzulenken, summte ich in Gedanken einfach ein paar Liedchen, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte... wie denn auch, hier gab es ja schließlich keinen Strom oder eine andere Möglichkeit, wie man Musik hören könnte. Irgendwann fing ich leise an zu kichern.
„Warum lachst du?", fragte Franzi.
„Najaaaa, ich hab gerade nur daran gedacht, dass Bard vorhin mega einfach zu überzeugen gewesen war.", sagte ich ihr, während ich auf Bard deutete.
„Ja, das war lustig, genauso wie Thorin.", grinste meine Freundin zurück und zusammen dachten wir an vorhin, als wir plötzlich mit den Zwergen bei Bard vor der Tür gestanden hatten und ihn überzeugen mussten uns rein zu lassen.
Genau wie bei Thorin hatte es auch geklappt einfach nur niedlich zu gucken und so wurde uns eine lange und unnötige Diskussion erspart, ob er uns nun helfen würde oder nicht. Doch schlagartig waren wir ernst.
„Ob es Lele und Anne gut geht?", fragte ich Franzi besorgt, doch diese Stimmung blieb nicht lange, denn die Antwort von Franzi riss die ernste Stimmung wieder ein.
„Lea hat doch ihre krasse Pfanne dabei. Smaug wird vor ihr flüchten, wenn sie auch nur ein bisschen auf die Palme gebracht wird."
Wir brachen in schallendes Gelächter aus und kriegten uns erst wieder ein, als wir Kilis schmerzerfülltes Keuchen vernahmen, und Fili uns einen bösen Blick zuwarf. Er sprach höflich, aber ernst: „Verhaltet euch bitte endlich ruhig, wenn ihr schon nicht helft!"
Entnervt seufzte ich auf und dachte daran, dass der blonde Zwerg uns doch gesagt hatte, dass wir nicht helfen konnten. Doch wir befolgten das, was er gesagt hatte und verhielten uns ruhig. Ungeduldig warteten wir, dass etwas passierte.
Wie es Bofur wohl gerade ging, fragte ich mich in Gedanken, obwohl ich die Antwort bereits kannte. Er hetzte sich durch die ganze Stadt, um eine kleine Pflanze zu finden, die gerade von einem Schwein gefressen wurde und hatte Angst nicht rechtzeitig zu kommen, obwohl er am Ende, mal abgesehen von Tauriels krassem Auftritt, die Situation retten würde.
Das würde auch zu mir passen, da ich morgens, als ich noch zu Schule ging, mich auch immer so abgehetzt hatte, da ich erst so drei Minuten, bevor der Bus kam, aus dem Haus ging, da ich nie Lust gehabt hatte ewig an der Haltestelle zu stehen. Gut, die Situation von Bofur war ernster, doch so gesehen war es doch meiner ziemlich ähnlich.
Ein Beben erschütterte uns, Staub rieselte von der Decke und alle sahen erschrocken auf.
„Vater", fragte...irgendwer, ich hatte den Namen vergessen, und blickte ängstlich zu Bard.
„Das kommt vom Berg", bemerkte Bain.
Fili löste sich von Kilis Seite und riet dem Kahnführer mit seinen Kindern zu fliehen.
„Und wohin?", fragte Bard. „Wir können nirgendwo hin."
„Werden wir sterben, Vater?", fragte die kleine Tilda und mir fiel auf, dass sie sehr beunruhigt wirkte. „Der Drache, er wird uns alle töten"
Bard schluckte und schien nach einem kurzen Moment des Zögerns einen Entschluss gefasst zu haben. Bestimmt griff er an die Decke, in eines der Netze, das an einem der niedrigen Dachbalken befestigt war und brachte einen schwarzen Pfeil zu tage. So in echt sah der viel eindrucksvoller aus, als im Film, viel größer und mit mehr kleinen Verzierungen. Franzi und ich staunten jedenfalls nicht schlecht, als wir ihn sahen. Nicht so wie alle anderen, denen beinahe der Speichel über das Kinn lief, aber ähnlich.
„Nicht, wenn ich ihn zuerst töte!", sagte Bard mit fester Stimme, die nur so vor Überzeugung triefte.
Bard nahm seinen Sohn und ging mit ihm nach draußen, um sich auf den Weg zu diesem krassen Pfeil-Abschuss-Dings zu machen, damit er den Pfeil in die Lanze setzten und beim Drachenangriff vorbereitet sein konnte, auch wenn die Zwerge ihm versicherten, dass es kein Drachenfeuer zu befürchten galt. Oh, wenn sie nur wüssten, wie falsch sie damit lagen.
Nun waren nur noch die Töchter von Bard, die drei Zwerge und Franzi und ich hier oben im Haus und Franzi und ich besprachen uns der weilen leise. Sigrid war mittlerweile nach draußen auf die Terrasse gegangen und wir wussten beide, dass der Orkangriff jetzt kurz bevor stand. Also verteilten wir uns auf zwei gegenüberliegende Fenster und lauschten in die Nacht hinein, was uns durch Kilis ständiges Aufkeuchen oder anderes erschwert wurde.
„Könnt ihr mal versuchen, dass er vielleicht für eine Minute die Klappe hält?", fragte Franzi, doch sie bekam keine Antwort, weshalb wir dann eher auf verräterische Schatten achteten, doch da war nichts.
Das Geschrei von Sigrid ließ uns erschrocken aufblicken und als sie versuchte einen Ork mittels des Schließens der Tür fernzuhalten, wussten wir beide automatisch, dass es los ging. Ein Zweiter trat die Haustür auf und ein anderer brach durch die Decke, so waren innerhalb weniger Sekunden drei hässliche, stinkende Orks im Haus, welche wir bekämpfen durften.
Sigrid flüchtete sich unter den Holztisch, welcher in der Mitte des Raumes stand und auch ihre kleine Schwester wurde von Oin unter diesem versteckt, ehe er sich dem Kampf widmete. Fili sprang einen der Orks an und auch Oin nahm sich einen vor. Franzi und ich hatten unsere Schwerter gezogen und stellten uns einem gemeinsam. Als ein weiterer durch die Decke brach, warf Tilda ihn mit ein, zwei Tellern ab, welche jedoch nichts brachten, aber sie war echt mutig, dass sie sich unter dem Tisch hervor gewagt hatte, auch wenn sie gleich darauf wieder darunter verschwand.
Ich übernahm den neu angekommenen Ork, doch es half alles nichts. Franzi stand mit ihrem Schwert schützend vor dem Tisch und wehrte vereinzelte Angriffe eines Orks ab. Immer mehr dieser hässlichen Viecher kamen herein und wir waren nur vier, die kämpfen konnten, von denen auch nur zwei eine wirkliche Waffe in den Händen hielten. Ich hätte einem der beiden Zwerge liebend gerne mein Schwert gegeben, doch dann wäre ich schon längst drauf gegangen und Fili und Oin konnten sich ja auch gut ohne verteidigen, also beließen wir es dabei.
Der Tisch wurde umgeworfen und Tilda und Sigrid tauchten wieder auf. Auch die Zwerge hatten es nicht geschafft gegen sie anzukommen, unterlagen den Orks gnadenlos, welche ihre Klingen zum letzten Schlag bereithielten. Jedoch hatten sie die Rechnung ohne unser beiden Lieblings-Elben gemacht. Das erste und auch das letzte Mal in meinem Leben war ich froh Tauriel zu sehen, denn diese Orks waren stärker als es den Anschein hatte. Die Klingen der rothaarigen Elbin glitten durch die Orkkörper, wie durch Butter und sie zögerte nicht einen Moment, bevor sie den nächsten tötete. Im Gegensatz zu ihr waren Franzi und ich wie Elefanten in einem Porzellanladen.
In dem Moment, als die Orks abgelenkt waren, stach ich mein Schwert in die Brust meines Angreifers, womit der wohl überhaupt nicht gerechnet hatte. Er sackte zu Boden und Blut schwoll aus der Wunde. Mit einem schmatzenden Geräusch zog ich mein Schwert wieder aus der Brust der Orks und prompt bekam Franzi eine volle Ladung Orkblut ab. Meine Freundin gab ein unterdrückten Würgelaut von sich und wischte sich mit den verschmierte Händen über das Gesicht. Ich kicherte leise und erntete von Franzi einen schönen Thorin-liken Killerblick. Dann fiel mein Blick auf die Elben und ich konnte einfach nicht mehr weg gucken. Ihr Kampfstil war wirklich sehr elegant, und sie machten sich ihre Umgebung gut zu Nutzen. Irgendwann während des Kampfes war Legolas elegant durch das Loch in der Decke gefallen und perfekt auf dem da noch stehenden Tisch gelandet. Jetzt kämpfte er an Tauriels Seite und machte noch einen Ork platt.
Einer der letzten Orks hatte sich wohl gedacht, er sollte lieber jemanden leichteres abmurksen, anstatt gar keinen, weshalb er jetzt Kurs auf mich nahm und angriff. Er drängte mich durch die Tür nach draußen auf dieses balkonartige Ding und dort kämpften wir weiter, bis ich an das Geländer stieß. Ich hatte schon längst mit meinem Leben abgeschlossen und wartete bereits auf den alles vernichtenden Stoß, als ihm plötzlich der Kopf vom Körper glitt.
Ich blickte auf, um mich bei meinem Retter zu bedanken, doch als ich sah, wer mich gerettet hatte, schaffte ich es nur ihn dankbar an zulächeln und mich dann um zu drehen, um die Röte zu verbergen, die mir in die Wangen stieg. Ihr könnt euch sicher schon denken, wer mich gerettet hatte, doch noch mal für alle, die zu Zeit nicht auf der Höhe ihrer geistigen Denkkraft sind...oder wie das auch immer heißt, es war der Elbenprinz. Okay, ich schweife leicht ab, also weiter im Text...
Doch viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, denn neben uns sprang ein Ork hinunter und man hörte ihn etwas in seiner seltsamen Sprache sagen. Im nächsten Moment sprang ein weiterer aus seiner Deckung und griff den Elben von hinten an. Legolas parierte den Schlag gekonnt und ich flitzte in Deckung, um nichts ab zubekommen. Der blonde Elb stellte sich so, dass ich perfekt hinter ihm war und er mich so gut verteidigen konnte. Er stellte dem einen Ork ein Bein, schnitt ihm mit einem Schwung seines Schwertes die Kehle durch und dieser fiel kopfüber hinunter auf ein Boot, auf welchem der andere Ork stand. Dieser wurde hoch in die Luft geschleudert und dann mit den beiden Zwillingsklingen der Kopf abgetrennt. Der Elb betrachtete den Kopf eine Weile etwas abschätzig, ließ ihn dann aber doch ungeachtet hinunter ins Wasser fallen. Langsam drehte sich Legolas zu mir um und betrachtete mich dann von oben bis unten.
„Geht es dir gut?", fragte er und ich nickte. Der blonde Elb trat einen Schritt näher und betrachtete einen kleinen Kratzer auf meinem Schlüsselbein, der etwas brannte aber sonst nicht weiter schlimm war.
„Bist du dir ganz sicher?", fragte er und ich nickte wieder. Ich bekam leider nicht ein Wort über die Lippen, was total bescheuert war.
Dann wandte Legolas sich von mir ab und lief schnell ins Haus, erst nach einer kleinen Verschnaufpause und einem ziemlich verspäteten: „Ja mir geht's gut.", folgte ich ihm.

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt