Der Anfang vom Ende

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Sorry, dass wir letzten Samstag nichts hochgeladen haben, aber wir hatten keine Zeit. Dafür kommen die Kapis jetzt :)

Lea POV:
Okay, also irgendwie hatte ich mir das alles ein bisschen anders vorgestellt.
Ich würde als krasser Superman...äh Superwoman den Rabenberg hoch sprinten, kein einziges Mal dabei stolpern und nebenbei auch noch richtig gut aussehen. Außerdem

würde ich natürlich alle Orks mühelos platt machen, als würden sie nur lästige Insekten sein, die ich einfach mal zermatschte. Dann würde ich Kili und Thorin vor ihrem Tod bewahren und dabei kein einziges Mal aus der Puste kommen...
Das war pures Wunschdenken.
In Wirklichkeit war es so: Ich schaffte es, mich schon nach den ersten zwei Metern hinzupacken und außerdem hatte ich überhaupt keinen Plan, wo ich mich gerade auf diesem Scheißberg befand, weil mir so ein bescheuerter Felsen die Sicht versperrte. Ich war hochrot im Gesicht, meine Haare waren sowas von schmutzig und zerzaust, als hätte ich mich einmal im Dreck gewälzt und meine Ausdauer hatte sich schon lange verabschiedet. Achso, und hatte ich schon die Horde Orks erwähnt, die mir dicht auf den Fersen war? Nein? Naja, dann wisst ihr es jetzt.
„Brauch...ne...Pause...", schnaufte ich und ließ mich einfach an Ort und Stelle auf dem Boden nieder. Wieso hatte ich eigentlich nicht die Treppe genommen?
Während ich wieder zu Atem kam, überlegte ich, was ich als nächstes machen sollte. War das wirklich sinnvoll hier raufzuklettern? Würde ich nicht eh zu spät zu Kili kommen? Und außerdem könnte ich ihm eh nicht helfen, weil ich nicht seine Schmuckschließe hatte, sondern die von...
„Fuck!", fluchte ich und sprang auf. Ich hatte Thorin total vergessen!
Plötzlich war Kili nur noch nebensächlich. Ich musste jetzt sofort zu dem Zwergenkönig. Er war eh schon dabei, in seinen sicheren Tod zu laufen.
Panisch drehte ich mich einmal im Kreis, weil ich kein Ahnung hatte, wie ich hier weg kommen sollte. Der einzige Weg nach unten war der, von dem ich gekommen war und auf dem jetzt ein Dutzend Orks rumtrampelten. Und weiter nach oben brachte mir nicht wirklich etwas, weil ich ja wieder auf die Eisfläche wollte. Ich musste mir dringend etwas einfallen lassen, wenn ich nicht gleich abkratzen wollte, denn die Orks kamen immer näher.
Von irgendwo her hörte ich Tauriel Kilis Namen rufen und dann fiel mein Blick auf einen toten Ork, der ein paar Meter weit weg von den noch Lebenden lag. Seine Waffen waren um ihn herum am Boden verteilt und ich erschauderte kurz, als ich sein Gesicht sah, das brutal zugerichtet worden war. Das konnte nur einer von den Zwergen gewesen sein. Dann hatte ich endlich den rettenden Einfall...
Ich packte meine geliebte Pfanni fester und machte mich dann wieder an den Abstieg und lief extra genau auf die sechs Orks zu, die mich wohl platt machen wollten. Entweder ich würde jetzt sterben oder...sterben?
„Ach, scheiß doch drauf!"
Mit diesen Worten beschleunigte ich meine Schritte und hob meine Bratpfanne in die Höhe, sodass es so aussah, als würde ich gleich zuschlagen. Dann brüllte ich los und sprang direkt auf die Orks zu. Jetzt konnte mich nur noch die Schnelligkeit retten. Eine dumme Idee, wenn man immer die Lahmste gewesen war, aber egal...
Die Orks guckten nur blöd, als ich auf sie zu steuerte. Sie hatten wohl nicht damit gerechnet, dass jemand so dumm war und als Einziger gegen sechs von ihnen kämpfen wollte. Der mir am nächsten war, versuchte wohl zu grinsen, aber für mich sah es nur nach einer hässlichen Fratze aus. Kurz bevor ich direkt in ihn rein lief, drehte ich nach rechts ab und rannte einfach so schnell ich konnte und immer noch schreiend, an allen vorbei.
„Haha!", lachte ich sie aus. Überraschung war im Notfall einfach immer noch die beste Waffe!
Die Orks hielten inne, grunzten verwirrt und nahmen dann wieder meine Verfolgung auf, diesmal in die andere Richtung wieder nach unten.
Jetzt lachte ich nicht mehr und stolperte einmal fast über einen Stein, den ich übersehen hatte. Als ich schon dachte, sie hätten gewonnen, erreichte ich endlich den toten Ork. Erleichtert ließ ich mich  neben ihn fallen und löste die schon gefrorenen Finger vom Schild, das dem Viech wohl nichts genutzt hatte. Ich verzog das Gesicht.
Ich hab ne Leiche angefasst...Boha, ist das widerlich!
Ich warf erst einen Blick nach unten und schätzte ab, ob mein Plan aufgehen würde, dann sah ich hinter mich auf die Orks, die nur noch vielleicht fünf oder zehn Meter von mir entfernt waren. Jetzt gab es kein zurück mehr. Ich musste es einfach versuchen. Ich drehte das Schild so, dass die Innenseite nach oben zeigte und setzte mich dann einfach im Schneidersitz drauf. Wenn der Plan beschissen war und nicht aufging, war ich am Arsch und würde mit Sicherheit drauf gehen. Aber lieber so, als von einem Ork erschlagen zu werden. Und außerdem hatte ich dann wenigstens versucht, jemanden zu retten und hatte nicht tatenlos zugesehen.
Ich atmete tief durch und gerade als die erste Bestie bei mir ankam, stieß ich mich mit den Händen vom Boden ab und sagte: „Und Tschüss!"
Das Schild rutschte auf dem Schnee sofort nach unten und wurde immer schneller. Wenn ich hier nicht gerade in so einer ernsten Lage gewesen, hätte ich es vielleicht lustig gefunden, den Berg runter zu rodeln, aber jetzt hatte ich einfach nur noch Angst, dass ich mir dabei das Genick brechen könnte. Und das würde hier ziemlich schnell passieren, weil überall Felsen waren, gegen die ich knallen könnte. Der kalte Wind trieb mir die Tränen in die Augen und ich kniff sie zusammen, während ich immer weiter Richtung Boden schlitterte. Das hier war die reinste Hölle.
Und dann kam dieser beschissene Nebel, der alles nur noch schlimmer machte. Im nächsten Moment sah ich nur noch weiß und hatte keine Ahnung mehr, wo ich hin fuhr. Ich betete einfach nur, das alles gut werden würde. Das hier konnte jetzt nicht das Ende sein. Nicht jetzt, wo wir schon so weit gekommen waren.
Plötzlich rodelte ich über irgendeine Unebenheit und verlor das Gleichgewicht. Ich fiel vom Schild und rollte ein paar Meter weit nach unten, bis ich auf dem zugefrorenem Wasser aufschlug und kurz alles schwarz vor meinen Augen wurde. Ich stöhnte und presste meine Stirn für einen Moment gegen das kalte Eis, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Eins ist klar, das würde ich nie wieder machen.
„Lea?!"
„Nein, bitte keine Halluzinationen", flehte ich und setzte mich langsam auf. Ich hatte das Gefühl, dass alle meine Knochen auf einmal zerbrochen waren, auch wenn ich wahrscheinlich nur ein paar Prellungen hatte.
Wieder war da diese Stimme, die meinen Namen rief und im nächsten Moment wurde ich gepackt und auf die Beine gezerrt. Dann schob mich jemand irgendwo hin und ich brauchte einen Moment, bis ich wieder klar sehen konnte.
„Fili? Oh, Gott sei Dank, du lebst!", sagte ich erleichtert und bemerkte, dass er mich in eine Art Nische geschleift hatte, die zwischen zwei Felsen lag.
„Wo ist Franzi?", fragte ich ihn und er sah mich nur an.
„Ich weiß es nicht, sie hat nur gesagt, dass ich mich irgendwo verstecken und erst wieder raus kommen soll, wenn ich die Adler am Himmel sehe.", entgegnete er.
Ich nickte. Gut, dann war sie wohl bei Kili.
„Bleib weiter hier. Ich muss noch was erledigen. Wünsch mir Glück."
„Lea! Aber du kannst doch jetzt nicht einfach..."
Weiter verstand ich nicht mehr, was er sagte, weil ich schon wieder ins Freie trat und seine Stimme sich unter das Heulen des Windes und das Kreischen der Orks mischte.
Ich lief los und schlitterte mehr oder wenig über das Eis. Ich musste eigentlich nur den Kampfgeräuschen folgen. Der Nebel lichtete sich bald wieder und ich konnte jetzt die ganze Eisfläche überblicken.
Im nächsten Moment wünschte ich mir, dass der Nebel nie verschwunden wäre. Ja, ich hatte Thorin endlich gefunden und sah, wie er mit mehreren Orks gleichzeitig kämpfte und von Azog jede Spur fehlte. Ich hörte nur seine Stimme. Doch das eigentliche Problem war, dass über zwanzig Orks in mein Blickfeld rannten und alle hatten den Befehl, den Zwergenkönig zu erledigen.
„Verdammt!", fluchte ich und zog meine Pfanne. Das zog die Blicke der Orks auf mich und auch Thorin verlor kurz die Fassung, als er mich entdeckte. Der schwarzhaarige Zwerg fing sich aber schnell wieder und kämpfte weiter um sein Leben.
Mehrere Orks auf einmal steuerten auf mich zu und ich wusste, dass ich nicht die geringste Chance hatte. Doch zum Glück hatte ich jemanden vergessen. Legolas.
Die Viecher in meiner Nähe fielen mit einem Pfeil im Rücken vorne über und nur einer erreichte mich, den ich mit meiner Pfanni nieder schlug. Ausnahmsweise freute ich mich mal, den blonden Elben zu sehen. Und wenn Willi da war, musste auch Emmi irgendwo sein. Endlich.
Ich wollte gerade Thorin zu Hilfe eilen, als mich irgendetwas mit voller Wucht umwarf. Ich knallte wieder hart auf dem Boden auf und verzog vor Schmerzen das Gesicht.
Muss das jetzt sein?
Oh, und es wurde sogar noch besser, als das fette Ding allen Ernstes auf mir drauf landete. Außerdem verlor ich dabei meine Bratpfanne, die mehrere Meter weit weg geschleudert wurde. Direkt über mir grinste mich so eine hässliche Fratze namens Ork an und ein bisschen Schweiß tropfte auf meine Wange.
„Uää!", machte ich und strampelte mit Armen und Beinen, damit dieses Viech irgendwie von mir runter ging. Ich wurde wortwörtlich von ihm nieder gewalzt.
Im letzten Moment, fiel mir ein, dass Franzi mir damals noch einen kleinen Dolch gegeben hatte, als wir uns zusammen für den Krieg gerüstet hatten. Still dankte ich ihr dafür und tastete nach der Waffe. Dann zog ich sie aus einer Innentasche meiner Jacke, und stieß blindlings zu. Der Ork grinste immer noch, verdrehte aber die Augen und wieder tropfte etwas auf mein Gesicht, dieses Mal war es aber Blut. Die Bestie sackte über mir zusammen und ich stieß ein Keuchen aus, als der Ork mit seinem ganzen Gewicht auf mich drauf fiel.
Und das war der dümmste Fehler gewesen, den ich jemals in meinem Leben gemacht hatte.
Ich musste erkennen, dass ich mich nicht so schnell von diesem fetten Viech befreien konnte. Hilflos sah ich zu, wie Thorin immer weiter in seinen Tod lief und das Schlimmste war, dass ich nichts dagegen tun konnte. Ich merkte, wie mir Tränen in die Augen stiegen und schrie vor Verzweiflung einmal laut auf. Dann wandte ich mich hin und her und versuchte, irgendwie diesen bestimmt hundert Kilo schweren, toten Körper von mir runter zu bekommen. Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag ins Gesicht.
Ich konnte Thorin nicht helfen.

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt