Emmi POV:
„Ohne dich ist alles doof. Baum doof. Vogel doof. Menschen doof. Stifte doof. Katze doof und so weiter", las ich murmelnd von der Tasse ab, aus welcher ich gerade meinen Tee schlürfte.
Lea, Franzi und Anne hatten mir die Tasse mal geschenkt, als ich wegen dem Abistress alles einfach nur scheiße fand und ich muss sagen, der Spruch beschreibt die derzeitige Situation am besten. Anne war tot und dieser fragwürdige Traum ließ mich nicht mehr los. Ich meine, als ob jemals etwas derartiges passieren würde. Was mich jedoch noch immer stutzen ließ war, dass die Rettungskräfte niemals Annies Leiche gefunden hatten, aber vielleicht ist die ja einfach nur mit verbrannt...
Argh, warum wandern meine Gedanken schon wieder dahin ab?!, schrie ich mich innerlich an.
Ein lautes Gähnen entfloh mir, als ich auf die Uhr sah: 5:30 Uhr am Morgen.
Warum ich noch wach war?
Naja, seit der „Nachricht" konnte ich nicht mehr schlafen, Alpträume plagten mich und dann wachte ich immer wieder schweißgebadet auf und darum hatte ich beschlossen einfach wach zu bleiben. Das ging jetzt schon zwei Tage lang so und langsam konnte ich meine Augen gerade noch so offen halten. Oh man, würde Anne mich jetzt sehen, würde sie mir einen Vortrag drüber halten, wie wichtig Schlaf ist.
Bei dem Gedanken kicherte ich ein wenig, doch so schnell wie es gekommen war, so schnell war es auch schon wieder verschwunden, denn auch wenn es irgendwann nervig wurde, so war das auch eine der liebenswerten Dinge an ihr, die wir aber nie wieder erleben konnten.
Meine Sicht verschwamm langsam und ich fühlte als würde ich gleich wieder anfangen zu weinen, doch es kamen keine Tränen, die waren bereits durch Tage langes Rumgeheule versiegt, alles was man hörte waren tränenlose Schluchzer.
Wie lange würde es nun so weiter gehen?
Von Franzi hatte ich seit zwei Wochen nichts mehr gehört und von Lea kam auch nicht wirklich etwas. Zwar antwortete sie auf WhatsApp, aber die Dinge waren noch weit vom Normalen entfernt. Es war für mich, als wären wir wieder zu unserer Anfangszeit zurückgekehrt, als wir uns noch nicht so gut kannten und nur ab und zu mit den anderen redeten oder schrieben. Dieser Gedanke machte mich traurig, zu wissen, dass wir schon so leicht ins Wanken geraten konnten, denn ich dachte eigentlich, dass uns diese Reise noch enger zusammengeschweißt hatte, aber vielleicht war das auch nur meine Einbildung. Wenn ich so genau darüber nach dachte war die ganze Reise mit den Zwergen Einbildung, auch wenn ich es nicht wahr haben wollte, musste ich das akzeptieren.
Als hätte Pauli bemerkt, dass ich mich nicht wohl fühlte, sprang er neben mir auf das Sofa und machte es sich auf meinem Schoß bequem.
„Na du?", sprach ich ihn leise an, doch alles, was man hörte kam eher einem Krächzen gleich.
Der schnurrende Fellfussel auf meinen Beinen beruhigte mich zunehmend und durch das Streicheln seines Felles wurde ich auch immer müder, noch mehr als eh schon.
Nein, ich will nicht schlafen!, rief ich mir immer wieder in Gedanken zu, zu groß war die Angst erneuter Alpträume, doch siegte am Ende mein Körper über den Geist und meine Augenlider senkten sich, bis sie ganz geschlossen waren. Mit hintergründigem leisen Schnurren driftete ich immer weiter in die Welt des Nichts ab.
...ck, Knock...
Was war das?
Murrend öffnete ich die Augen.
Knock, knock...
Da schon wieder, die Tür?
Mein Blick wanderte zu der Uhr über der Tür: 12 Uhr. Ich hatte es wirklich geschafft zu schlafen und glücklicherweise war es ein traumloser Schlaf gewesen.
Immer noch müde schlurfte ich zur Tür, Pauli stets an meiner Seite, aber eigentlich nur, weil er Hunger hatte.
Ein Blick durch den Spion verriet mir, dass es der Paketbote war, der da an meiner Tür klopfte und ungeduldig wartete. Gerade wollte er schon gehen, da öffnete ich ihm doch noch die Tür.
„Ja bitte?"
Meine Stimme war schwach, eher ein leises Flüstern.
„Eine Sendung für Sie", antwortete er und überreichte mir einen Stift und ließ mich auf seinem Scanner unterschreiben. Danach verabschiedete er sich und ich ging mit dem Paket in der Hand hinein in mein Zimmer.
Etwas neugierig war ich nun, was sich in dem Karton befand, da ich der Meinung war nichts bestellt zu haben, doch als ich den Inhalt sah, stockte mein Atem.
Es war ein Geschenk meiner Eltern und Großeltern, ein Willkommensgeschenk.
Nun stiegen mir doch noch die restlichen Tränen in die Augen, als ich die Gegenstände, es waren zwei, aus der Kiste holte.
Es waren die Zwillingsklingen von Legolas und die Karte mitsamt Schlüssel des einsamen Berges. Unwillkürlich schweiften meine Gedanken ab zu dem blonden Elben, zu meinem Traum und den unvergesslichen Momenten in diesem, die Schlacht, die Tode und zu guter Letzt der Kuss.
Oh, wie sehr wollte ich bei ihm sein, in seinen Armen liegen, mich geborgen fühlen...
Schluchzend umfasste ich die beiden Dolche nur noch fester und drückte sie an mein Herz.
Bitte Gott, lass das keinen Traum gewesen sein!
Nun fasste ich mir ein Herz und holte mein Handy aus dem Schlafzimmer, öffnete WhatsApp und den Chat mit Franzi. Ich schrieb, dass ich einen seltsamen Traum gehabt hatte und ob wir reden könnten. Sie stimmte zu und wir verabredeten uns um fünf bei ihr.
Das Handy schmiss ich danach unachtsam auf die Couch und mein Blick blieb an den angekommenen Sachen hängen. Sie waren mir definitiv wichtig, weshalb ich auch auf stand und sie in meine Vitrine für besonderes Dinge legte, die Dolche verweilten jedoch wie schon zuvor länger in meinen Händen als gewollt.
Widerwillig schloss ich die Tür zur Vitrine und machte mich schwankend auf in die Küche, mein Kater hatte immerhin noch Hunger und so platzierte ich etwas Futter in seinem Napf und verließ das Zimmer daraufhin. Essen wollte ich nichts, das hatte ich seit Annes Tod nicht mehr, doch so langsam bekam ich die Folgen zu spüren.
Doch das war mir egal.
Ich begab mich in mein Zimmer und besah mich im Spiegel: ich musste unbedingt duschen, so konnte ich mich nicht in der Öffentlichkeit sehen lassen, also schnappte ich mir willkürlich irgendwelche Sachen aus dem Schrank und steig unter die Dusche im Bad.
Das warme Wasser fühlte sich gut auf meiner ziemlich kühlen Haut an, es lief in Strömen an meinen Armen hinab und tropfte auf den Duschboden.
Frisch geduscht und mit jeweils einem Handtuch um den Körper und um den Kopf putzte ich mir die Zähne und zog mir die Kleidung an. Haare föhnen wollte ich nicht, immerhin war noch genügend Zeit, sodass sie auch an der Luft trocknen konnten.
Wieder im Wohnzimmer angekommen, warf ich mich auf die Couch und überlegte, wie ich Franzi von dem Traum erzählen wollte, ich meine das klang echt fragwürdig, würde sie mir glauben?
Aber ehe noch weitere Zweifel Platz hatten, meldete sich mein Magen mit einem lauten Grummeln, dass er nach drei Tagen wieder etwas in sich haben wollte. Widerwillig verließ ich das gemütliche Möbelstück und begann in der Küche etwas Reis mit Gemüse zu kochen, immerhin konnte ich nicht wirklich kochen und wollte es auch nicht.
Die Zeit verstrich und nun stand ich vor der Haustür meiner Freundin, welche mir die Tür öffnete.
„Emmi..." flüsterte sie und ihre Augen wurden glasig. Meine Stimme versagte, weshalb wir uns einfach nur in die Arme fielen, in die Schulter des jeweils anderen schluchzend.
Schon nach kurzer Zeit waren keine Taschentücher mehr im Haus und wir redeten bei Eiscreme über verschiedenes.
Das Thema Anne ließen wir geflissentlich außen vor, um uns vor weiteren Heulkrämpfen zu bewahren, doch was ich irgendwann wissen wollte war, ob sie mal wieder Hobbit geguckt hatte, warum genau wusste ich nicht, aber es war mir wichtig.
Sie antwortete mit einer Gegenfrage, weshalb ich nun den Traum ins Gespräch brachte.
„Einen Traum von Mittelerde, indem Thorin ein totaler Idiot war und Gandalf zum Stalker mutiert ist?"
Sie meinte, sie hätte dasselbe erlebt, beteuerte jedoch, es sei ein Traum gewesen.
„Aber was, wenn es wirklich passiert ist?"
„Das ist unmöglich, aber wenn, dann will ich zurück"
Ja, das wollte ich auch. Um die düsteren Gedanken zu vertreiben, schüttelte ich meinen Kopf und grinste sie an.
Wir merkten, dass Anne ja dann eigentlich gar nicht tot wäre und wir erinnerten uns an all die Fanfictions, die einem sagten, man müsse sterben oder sich ein Klo runterspülen lassen, um in die andere Welt zu kommen.
Leider hatte ich noch eine Verabredung mit meinen Eltern, weswegen ich los musste. Nachdem wir in einem Restaurant essen gewesen waren und ich ihnen meine Erlebnisse in Japan erzählt hatte, saß ich wieder hier zu Hause und surfte im Internet. Doch klicke ich nicht wahllos durch die Seiten, sondern suchte nach etwas ganz Bestimmten, einen Weg zurück. Doch da ich unter dem Suchbegriff nichts finden würde, googelte ich nach spirituellen Ritualen, die den Weg in eine andere Welt oder Dimension ebneten.
Tatsächlich wurde ich fündig und eines davon könnten wir sogar schon bald versuchen, es hatte nämlich etwas mit einer Sonnenfinsternis zu tun, welche schon in einer Woche sein würde. Natürlich stand da nicht, dass es eine bestimmte Sonnenfinsternis geben sollte, sondern einfach irgendeine, was ich vor Glück kaum fassen konnte. Alles was man sonst noch benötigte schrieb ich auf einen Zettel und packte ihn zusammen mit meinem Portemonnaie in einen Rucksack und wollte los gehen, doch war es schon 21 Uhr. Wie schnell doch die Zeit verging.
Mit neu gewonnenem Enthusiasmus machte ich mich Bett fertig, und legte mich hin, zuversichtlich diese Nacht ruhig schlafen zu können.
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
