Emmi POV:
Legolas und Tauriel legten ein ordentliches Tempo vor, denn nun liefen sie nicht wie auf dem Gundabad-Berg nach oben, nein, die konnten geradeaus rennen und dann waren sie natürlich schneller.
Insgeheim fragte ich mich schon, warum ich überhaupt mit den beiden mit gegangen war, doch nachdem ich einen Moment lang die gerade herrschende Situation bedachte, fiel es mir wieder ein. In dem Getümmel wäre ich schon längst verreckt.
Und da ich wusste, dass auf dem Weg, den die beiden Elben nahmen, nicht ganz so viele der stinkenden Orks auftauchten, dachte ich, dies wäre die bessere Entscheidung. Außerdem konnte ich so nicht ganz so schnell den Löffel abgeben, da ich (hoffentlich) beschützt wurde, jedenfalls sofern es möglich war. Und natürlich wegen Legolas, aber das wollte ich natürlich nicht zugeben...
So aber nun zurück zum Thema, Laufen. Meine Beine wurden mittlerweile immer schwerer und ich musste ständig irgendwelchen Leichen oder sogar Angreifern ausweichen, was sich als nicht ganz so einfach herausstellte. Einmal war ich nämlich fast über einen toten Ork gestolpert und mit gezogener Waffe sollte man das besser lassen, wäre zumindest ratsam.
Immer wieder kamen uns der ein oder andere Pfeil, sowie Schwerter oder Äxte entgegen geflogen, was den beiden vor mir aber nichts auszumachen schien, denn die hüpften fröhlich weiter über das Gelände. Als ein nächster Pfeil geflogen kam, konnte ich gerade noch so ausweichen und die rothaarige Möchtegern- Zwergenfreundin grinste mich von vorne schadenfroh an. Das war ja nicht das einzige Mal, wie schon gesagt, hatte sie mich gerade erst mit nem doofen Pfeil abgeschossen.
Ich sage euch, ich räche mich noch an der, da kann sie Gift drauf nehmen...
Der Weg zog sich und ich hatte schon Bedenken, wann wir denn endlich zu diesem seltsamen Abhang kamen mit den Fledermäusen, da das ja nicht allzu lange dauern sollte, immerhin dürfen wir nicht zu spät kommen. Einfach so das Schlachtfeld überblicken, konnte ich ja auch schlecht, ich war einfach zu klein dafür und es herrschte ein zu großes Durcheinander. Doch glücklicherweise hatten wir es wirklich beinahe geschafft, denn zwischen den Kämpfenden konnte ich einen kurzen Blick auf das Ende des Schlachtfeldes erhaschen und es war gar nicht mehr so weit entfernt, was mich noch mal dazu anspornte, zu Legolas und Tauriel aufzuschließen. Zwar schaffte ich es nicht ganz zu ihnen, aber die Distanz war geringer geworden.
Jetzt hatte ich endlich aufgeholt, da wurde ich schon wieder von einem der am Boden liegenden Feinde am Knöchel gepackt und wurde zu ihm runter gezogen. Wieso musste es eigentlich immer der linke Fuß sein?
„Legiiiihhh!", schrie ich schon fast über den Lärm hinweg und eigentlich wollte ich Legolas sagen, aber gut, ist halt doch Leggi geworden.
Jedenfalls rollte sich dieser Ork halb auf mich und ich versuchte, so gut wie möglich an mein fallen gelassenes Schwert zu kommen, was sich als sehr schwer heraus stellte.
„Sorry, Bro. Aber ich steh nicht so auf Orks", meinte ich, doch irgendwie schien ich ihn aufgebracht zu haben und er wollte mich mit seinem Messer abstechen, doch ich schaffte es gerade noch mich so zu drehen, sofern man es drehen nennen konnte, sodass er mich nicht richtig traf, aber das bisschen reichte schon aus, um mir höllisch weh zu tun. Gerade als er noch mal ansetzte, fiel er leblos neben mir zusammen.
Über mir stand der Elbenprinz, den ich vorher noch gerufen hatte und hielt mir eine helfende Hand hin.
„Geht es dir gut?", fragte er mich und ich meinte einen besorgten Unterton vernommen zu haben, war mir aber nicht sicher.
Bevor ich nun seine Hand nahm, schnappte ich mir noch mein Schwert. Wieder stehend, wollte ich nun seine Frage beantworten, doch er schien die Schnittwunde an meiner Seite bemerkt zu haben und strich kurz sanft mit seiner Hand über den Außenbereich der Wunde, um den Stoff beiseite zu schieben und es besser sehen zu können.
Ich zuckte bei der Berührung zusammen und stieß seine Hand beiseite. Und auch wenn er die Verletzung nur leicht berührt hatte, tat es doch verdammt weh.
„Das ist nicht tief", versicherte ich ihm, nachdem ich gerade so noch ein: „Autsch", unterdrücken konnte.
„Können wir dann weiter?", fragte ich schnell.
„Aber...", doch weiter kam er nicht, da ich nun an ihm und Tauriel vorbei lief, die mir noch einen ihrer dämlichen Blicke zuwarf.
Kurz darauf hatten die beiden mich schon wieder überholt, aber Leggi lief etwas näher bei mir.
Wir hatten es jetzt endlich vom Schlachtfeld geschafft. Die ganzen stinkenden Orks und die lauten Geräusche auf einmal sind nicht unbedingt das, was ich jeden Tag haben wollte.
Sichtlich erleichtert atmete ich aus, ehe die Rennerei weiter ging, immerhin durften wir jetzt wieder bergsteigen.
Das Gestein war diesmal etwas steiler als Gundabad aber immer noch begehbar für so einen Normalo, wie mich, der nicht über Schnee und sonst was hinweg schweben konnte.
Glücklicherweise konnte ich mich so auch etwas an den Steinen festhalten, um mir das Laufen zu erleichtern. Einen Moment sah ich kurz auf die Wunde an meiner Seite und stellte erleichtert fest, dass sie aufgehört hatte zu bluten, aber nicht weniger weh tat. Das dumpfe Stechen in meiner Seite erschwerte mir das Laufen zusätzlich.
Aber gut, das war Krieg, da musste man mit so was rechnen.
Ich fragte mich, wie es wohl Lea und den anderen ging. Vor allem Lea, immerhin war sie ja bekanntlich Tollpatsch Nummer eins, an manchen Tagen knapp gefolgt von mir, aber ich war guter Dinge, solange sie ihre Pfanne hatte und Thorin, der würde sie ja beschützen...Hoffen wir mal.
Schneller als ich gedacht hatte, waren die Elben und ich auch schon oben angekommen, auf einer langen Brücke, die wir noch bis zu ihrem abrupten Ende entlang liefen.
Die Landschaft von hier oben zu überblicken war toll, ich konnte meilenweit sehen, jedenfalls auf der Seite. wo wir hochgekommen waren, denn auf der anderen Seite konnte man was sehen?
Genau, Berge, Berge und nochmal Berge.
Aber von hier aus konnte man sogar das ganze Schlachtfeld überblicken, auf welchem der Krieg eher so aussah, als würden Ameisen gegeneinander kämpfen, weil wir so weit oben waren. Und etwas weiter daneben stand er, der Ort der Entscheidung, der Rabenberg.
Ich versuchte mich an den Film zu erinnern und stellte fest, dass wir sogar früher hier oben angekommen waren, als geplant, da im Film zu dieser Zeit bereits die Fledermäuse hier oben wären und Fili schon gestoben wäre. Moment mal... FILI!? Den hatte ich total vergessen, ich musste mich beeilen, er beißt gleich ins Gras!
„Legolas, Tauriel, könnt ihr mir kurz einen Gefallen tun?"
„Worum geht es denn?", kam die etwas genervte Antwort Tauriels.
„Seht bitte auf den Rabenberg. Könnt ihr da vielleicht drei Mädchen sehen? Es sind die, die auch mit im Düsterwald waren."
Die beiden Elben sahen angestrengt in die Ferne, da der Nebel sehr dicht war und uns die Sicht nahm.
„Ich kann zwei Mädchen sehen", sagte der Prinz, „...die, mit der du die Audienz bei meinem Vater hattest und die von der Größe eines Zwerges und den braunen Haaren, aber die Dritte kann ich nicht ausmachen."
„Wirklich nicht? Puh, dann ist sie hoffentlich bei Elladan. Warte, Franzi und Lea sind da oben? Und...und was passiert gerade?"
Nun war es die Rothaarige, die mir antwortete, diesmal sogar ohne genervten Unterton. Sie schien bemerkt zu haben, dass es wirklich wichtig für mich war, immerhin ging es um meine besten Freundinnen.
„Sie sehen sich um, glaube ich. Sollten nicht noch einige Zwerge bei ihnen sein?"
„Ja, das sagte Gandalf" meinte Legolas.
„Ich kann aber nur zwei von ihnen sehen, die anderen beiden sind weg."
„Verdammt, Kili und Fili sind bereits im Berg!", fluchte ich erschrocken.
Die beiden Anwesenden sahen mich verwundert an und fragten mich woher ich wissen konnte, wo die Zwerge waren, wo ich doch nur mit ihnen unterwegs war und ich es deshalb eigentlich gar nicht wissen konnte.
„Das ist jetzt unwichtig. Wir müssen uns beeilen, Kili und Fili sind in Gefahr!", drängte ich sie.
Tauriels Blick veränderte sich von monoton zu besorgt und ich wusste auch warum, immerhin hegte sie tiefere Gefühle für den Zwerg.
In der Ferne hörte ich einen Schrei. Ich nahm an, dass er von Franzi kam, so wie es sich angehört hatte, also musste das bedeuten, dass Fili bereits gestorben war.
„Scheiße", murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart und es dauerte nicht lange, bis man Kampfgeräusche vernehmen konnte, das sagten zumindest die Elben. Ich konnte nichts dergleichen hören, aber ihre Blicke wandten sich in die Richtung, in der ich den kämpfenden Kili vermutete.
„Kili", sagte Tauriel entsetzt und ich stupste sie ermutigend an, nur um sie gleich davon laufen zu sehen.
Legolas drehte sich zu mir um, und ich tat es ihm gleich, nur um einige riesige Fledermäuse zu uns fliegen zu sehen.
Leggi schwang sich direkt auf eines der Ungeheuer und flog davon. Ich wollte es ihm gleichtun, doch schaffte es nur knapp die Fledermaus zu erreichen und hielt mich krampfhaft an ihren Beinen fest. Während des Fluges dachte ich doch tatsächlich einige Male, ich würde abstürzen und tat es dann letztendlich auch, doch ich schien echt vom Glück gesegnet worden zu sein, denn ratet mal, wer jetzt auf einer Fledermaus reitet? Richtig, ich.
Als ich fiel, flog glücklicherweise eine weitere Fledermaus unter mir und ich landete relativ sanft auf ihr.
Vom Rücken des Riesen, konnte ich viel besser die Landschaft betrachten, ich sah immerhin schon unser Ziel und Runterfallen wäre jetzt auch schwieriger. Wir flogen über den Kampfplatz von Azog und Thorin und ich machte mir echt Sorgen, immerhin müsse Lea zum zweiten Mal mit ansehen wie der Zwerg stirbt, wenn es so ablief, wie im Film.
Mittlerweile flogen unserer beide Reittiere neben einander und wir setzten zur Landung an, jedenfalls die von dem Elbenprinz, denn ich wusste nicht, wie ich runterkommen sollte, und töten wollte ich das Viech auch nicht. Dafür konnte ich aber Leggis *hust* perfekte Landung *hust* sehen, denn als der seine Füße auf den Boden stellen wollte und die Fledermaus losließ, nachdem er sie erschossen hatte, stolperte er über einen Stein und fiel der Länge nach hin. Gerade noch so konnte ich mir das Lachen verkneifen und hielt mir die Hand vor den Mund. Ich meine, wann sieht man einen Elben bitte den Boden abknutschen und vor allem den Prinzen höchstpersönlich?
Und ich konnte sogar noch einen leichten roten Schimmer auf seinen Wangen sehen, als er schnell wieder aufsprang.
Aber das änderte immer noch nichts an meinem kleinen Problemchen, denn die Fledermaus flog immer noch weiter und ich konnte nur hilflos zu sehen, wie ich den blonden Elben hinter mir ließ, der auch nicht wusste, was er tun sollte.
Ich wurde panisch und fing an rum zu zappeln. Das verstand mein kleiner 'Freund' aber wiederum und flog tiefer. Langsam hatte ich mich seitwärts gesetzt und krallte mich förmlich an den Rücken unter mir, ehe ich elegant, jedenfalls so elegant, wie bei mir möglich, absprang und zu meiner großen Überraschung mit einem: „Uff", sicher auf meinen Füßen landete. Ich wollte schon angeben, dass ich so krass war, als mir auffiel, dass mir gar keiner zu sah. Legolas befand sich jetzt auf
diesem großen Steinturm und ich...
„Oh, nein...", flüsterte ich, als ich Franzi entdeckte, die gar nicht so weit weg von mir neben dem toten Fili hockte und von Schluchzern geschüttelt wurde.
Entschlossen griff ich nach der Kette, die um meinen Hals hing, und lief auf meine Freundin zu.
DU LIEST GERADE
Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
