Franzi POV:
Mein Hintern tat weh...dachte ich zu mindestens, denn ich konnte ihn nicht mehr spüren. Ich fühlte Emmi hinter mir bei jedem von Filadiors Schritten zusammenzucken, sie hatte sich immer noch nicht an das Reiten gewöhnt. Und auch Lele vor mir auf ihrem Pony, guckte, als säße sie seit Stunden auf einem Brett, obwohl sie genauso wie ich, früher Reitstunden genommen hatte. Es half einfach nichts, wenn man solche bescheuerten Sättel hatte.
Irgendwann während unseres Rittes hatte ich die Orientierung verloren, aber ich vertraute Gandalf, dass er wusste wo es lang ging...oder auch nicht. Ich bließ die Wangen auf und sah wieder nach vorne zu Lea, die sich auf ihrem Pony, dass sie übrigens Gruthilde genannt hatte, versuchte zu strecken.
„Okay, STOP!", brüllte ich nach vorne und jeder hielt sofort an.
„Wir machen jetzt eine Pause oder ich werde den ganzen restlichen Weg lang Lady Gaga singen.", schrie ich nach vorne, sodass mich Thorin und Gandalf mit Sicherheit hören konnten.
„Wir machen eine Pause, wenn ich es sage.", schnauzte Thorin mich an und trieb sein Pony vorwärts.
„Oh, nein.", hörte ich Emmi hinter mir seufzen und auch Lea sah verzweifelt aus. Sie wussten beide, was jetzt kam. Als ich die Drohung wahr machte und den ersten Ton anstimmte, schloss Lea gequält die Augen und ich wusste dass sie sich wünschte, dass es bald vorbei sein würde. Aber sie konnte mir glauben, ich würde solange singen, bis Thorin mich zum Aufhalten zwang. Also sang ich extra schief.
„I wanna hold em like they do in Texas Plays.
Fold em let em hit me raise it baby stay with me, I love it.
Luck and intuition play the cards with Spades to start.
And after he's been hooked. I'll play the one that's on his heart.
Oh, oh, oh.
I'll get him hot, show him what I've got.
Oh, oh, oh.
I'll get him hot, show him what I've got.
Can't read my, can't read my...
No he can't read my poker face.
Can't read my, can't read my...
No he can't read my poker face.
P-p-p-poker face, p-p-poker face.
P-p-p-poker face, p-p-poker face", trällerte ich leidenschaftlich vor mich hin und merkte bereits, dass die Zwerge, die neben mir ritten das Gesicht verzogen. Stunde um Stunde verstrichen in denen ich Telephone, Applause und Just Dance sang. Selbst die Zwerge versuchten sich die Ohren zuzuhalten oder bettelten Thorin an, endlich stehen zu bleiben. Emmi versuchte die ganze Zeit, mich dazu zu bewegen, auf zuhören. Aber stur wie ich war, sang ich einfach weiter. Alle anderen versuchten, so weit wie möglich von mir weg zukommen. Sogar Lea verkrümelte sich nach vorne, obwohl sie sonst fast nie von irgendetwas genervt war. Ich wollte gerade den Mund aufmachen und irgendein weiteres dummes Lied von Lady Gaga singen, als Thorin die Hand hob und uns zum Stehen brachte.
„Okay, wir machen eine Pause, aber nur, wenn du versprichst mit diesem scheußlichen Liedern, bei denen wir noch nicht einmal die Sprache verstehen, aufzuhören.", sagte er etwas angepisst und ich grinste zufrieden.
„Klar.", sagte ich und stieg von Filadiors Rücken. Als ich mich streckte, knackte mein Rücken und alle Kno-chen rückten wieder in die richtige Position. Ich beobachtete etwas belustigt, wie Emmi sich von Filadiors Rücken gleiten ließ und stöhnend auf dem Boden landete. Jetzt kam auch Lea etwas humpelnd zu uns und sagte: „Diese Stille! Einfach himmlisch."
„Thorin wollte es ja nicht anders", sagte ich nur schulterzuckend und Emmi entgegnete lachend: „Ich glaube, das wird er sein Leben lang bereuen!"
„Ihr habt fünfzehn Minuten!", rief Besagter und ich nickte.
„Ja wohl, Sir.", erwiderte ich, salutierte, drehte mich um und ging los.
Zusammen mit Lea und Emmi lief ich ein Stück und versuchte meine Muskeln zu lockern. Dabei entfernten wir uns aber nicht allzu weit von den anderen, weil wir nicht wussten, was hier für ekelhafte Viecher rumliefen. Im Notfall, wollten wir in der Nähe von Gandalf bleiben. Bei Thorin bezweifelte ich, dass er uns retten würde. Nach dem, was ich da gerade gebracht hatte, hasste er mich bestimmt genauso sehr wie, Azog. Ich musste leise kichern bei dem Gedanken, wobei mich Emmi etwas verwirrt von der Seite an sah, sagte aber nichts. Doch im nächsten Moment war ich schon von etwas ganz anderem abge-lenkt. Ich sah einen großen Baum und hatte plötzlich eine Idee.
„Ich geh jetzt klettern.", entschloss ich und ohne auf eine Antwort zu warten, lief ich auf den Baum zu und zog mich an einem niedrigen Ast nach oben. Gerade hörte ich noch, wie Emmi seufzte und Lea ihr zuflüsterte, dass man auf mich aufpassen musste, wie ein kleines Kind. Das ignorierte ich jetzt einfach mal und kletterte ein Stück. Dann setzte mich auf eine Astgabel. Ich atmete tief die frische Luft ein, die so anders als zu Hause war und genoss die warme Sonne.
Plötzlich bewegte sich etwas neben mir und ich wäre beinahe runter gefallen, hätte ich mich nicht im letz-ten Moment festgehalten. Vorsichtig schielte ich nach rechts... Neben mir auf dem Ast saß ein kleines fettes...Ding. Anders konnte man es wirklich nicht bezeichnen. Es war klein, hatte winzige Flügel oder was das auch immer war, einen Schnabel und...hatte es überhaupt Füße? Naja, egal. Auf jeden Fall sah es aus, wie eine kleine Eule mit in allen Richtungen abstehenden Federn und riesigen Glupschaugen. Aber um es noch einmal zu betonen, es war fett und kugelrund.
„Oh, wie süß!", sagte ich und das Ding guckte mich mit noch größeren, gelben Augen an. Als es realisierte, dass ich ein Mensch war, blinzelte es, schreckte auf und flatterte wild mit den winzigen Flügeln.
„Ey, Leute! Guckt mal...", rief ich, stoppte aber, als die Eule versuchte zu fliegen und prompt nach unten fiel.
„Aufpassen, fettes Ding im Anflug!", brüllte ich und Lea konnte gerade noch so ausweichen, bevor das Ding auf den Boden aufschlug, wieder in die Luft katapultiert wurde und dann weiter hüpfte. Wahr-scheinlich war es zu dick, um zu fliegen.
„Was ist das denn?", fragte Emmi.
„Egal! Es ist klein, süß und ich will es haben!", schrie Lea begeistert und rannte dem Ding mit ausgestreckten Armen hinterher.
Vorsichtig kletterte ich vom Baum herunter und stellte mich neben Emmi, die Lea beobachtete, wie verrückt dem Ding hinter her zu rennen.
„Hmm. Ich glaube, wir sollten ihr helfen", überlegte Emmi und ich nickte. Meine Freundin rannte also los, doch ich hatte eine andere Idee. Schnell lief ich zurück zu den Zwergen, die sich mittlerweile auch von ihren Pferden runter bewegt hatten.
„Darf ich?", fragte ich und ohne auf eine Antwort zu warten, riss ich Thorin seinen Mantel von den Schul-tern, der ganz schön blöd guckte und rannte zurück zu Lea und Emmi.
„Emmi, nimm den hier", rief ich und sie packte das eine Ende des Mantels, während ich das andere fest-hielt. Zusammen rannten wir zu Lea und ließen dann den Mantel nach vielen gescheiterten Versuchen und verzweifeltem Fluchen meinerseits, über das fette Ding fallen.
„Wir haben es!" schrien wir glücklich und klatschten uns ab. Währenddessen kamen Kili und Fili an ge-schlendert, die von unserem lauten Rufen und Umhergerenne neugierig geworden waren.
„Was habt ihr denn da?", fragte Kili interessiert.
„Das wissen wir auch nicht so genau, aber es voll süß!", erwiderte ich begeistert. Lea ging in die Hocke und hob vorsichtig den Mantel hoch, um darunter zu sehen. Einen kurzen Moment passierte nichts, doch dann schob meine Freundin den Stoff endgültig zur Seite.
„Tschip.....", machte die Eule und guckte uns mit riesigen gelben Augen an. Lea streckte vorsichtig die Hand aus und streichelte dem Ding behutsam über den Kopf. Nach kurzem Zögern schmiegte es sich an ihre Hand und kuschelte sich dann in Thorins Mantel. Lea wickelte es so ein, dass es oben rausgucken konnte und hob es dann hoch.
„Man, ist das knuffelig!"
„Wie wollen wir es nennen?", fragte ich und Emmi begann laut los zu lachen.
„Wir nennen es Mupfel! Franzi, es sieht dem Kuscheltier verdammt ähnlich, dass wir dir mal geschenkt haben.", lachte Emmi und ich fing auch an, denn sie hatte wirklich Recht.
„Oh, Mupfelchen. Hör nicht auf die beiden, die haben einen an der Klatsche.", sagte Lea in Babystimme zu Mupfel und ich bekam Lachtränen in die Augen.
„Ehrlich, Lele? Mupfelchen?", fragte ich und auch Lea musste grinsen. Zusammen gingen wir zurück zu den Pferden und saßen auf. Die Zwerge musterten mich argwöhnisch, aber kein Blick war so schlimm wie der von Thorin. Ich hatte das Gefühl, er würde jeden Moment auf mich los stürzen wollen, um mich umzubringen.
„Ähm...Sir? Wir wollten los, glaub ich.", sagte ich an Thorin gewandt und bemerkte gerade noch, wie Kili ein Lachen unterdrücken konnte. Ich grinste ihm zu und ließ Filadior vorwärts gehen.
„Achso Sir, wegen eurem Mantel. Den bekommt ihr später wieder.", sagte ich, ohne Thorin anzusehen, aber an Leas Gesicht war ab zu lesen, das jetzt wahrscheinlich Rauch aus seinen Ohren rauskam, denn meine Freundin wurde in ihrem Sattel immer kleiner.
„Wo ist eigentlich Bilbo?", fragte ich und sah mich um.
„Gandalf wollte ihm etwas sagen, sie werden gleich wieder hier sein.", sagte Ori und ich nickte ihm dankend zu. Ich wendete Filadior und lenkte ihn auf einen umgestürzten Baum zu, der am Wegrand lag, damit Emmi aufsteigen konnte.
Emmi setzte sich hinter mich, und sobald Filadior sich in Bewegung setzte, schlang sie die Arme um meine Hüften und hielt sich fest.
Wenig später gesellten sich Gandalf und Bilbo wieder zu uns und dann zogen wir weiter. Lea holte mit ihrem Pony zu uns auf und sagte etwas ängstlich zu mir: „Das ist sein Mantel?"
Ich nickte ungerührt.
„Oh, Gott. Das kannst du doch nicht machen! Der wird mich töten!", sagte meine Freundin aufgebracht und ich winkte ab.
„Ach, was. Höchstens wird er mich töten, wenn überhaupt. Mach dir da mal keine Sorgen..."
Lea warf nochmal einen verzweifelten Blick zu Emmi, die stumm zugehört hatte und ließ sich dann wieder zurückfallen, um mit Bofur über Mupfel zu sprechen, der gerade in ihren Armen eingeschlafen war, was total süß aussah.
Ich hoffe, wir sind bald an unserem ersten offiziellen Rastplatz, dachte ich und beobachtete den Himmel, der sich rot verfärbte und der untergehenden Sonne ihren Weg wies.
Lyrics: Pokerface-Lady Gaga
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanfictionVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
