Ein Fangirl kommt selten allein!

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Emmi POV:
Radagast hatte sich also auf seinen Schlitten geschwungen und düste mit einem Affenzahn an uns vorbei. Dies war eigentlich auch das Zeichen für uns, los zu rennen, doch ich blieb wie angewurzelt stehen und schaute zu, wie der braune Zauberer die Orks und Warge ablenkte... Irgendwie war das schon spannend. Auch wenn Franzi eben erst geschrien hatte, dass wir rennen sollten, so rührte ich mich kein Stück vom Fleck. Radagast sah immer so schwerfällig aus, doch wie er da so auf seinem Schlitten von den Karnickeln gezogen wurde und vor den Orks wegfuhr, sah er faszinierend aus. Ich selbst konnte es mir nicht erklären.
Ein starkes Rütteln an meiner Schulter holte mich zurück aus meinen Gedanken und ich schüttelte meinen Kopf. Was hab ich da gerade gedacht? Radagast ist elegant und faszinierend?!, über meine eigenen Gedanken schockiert, sah ich der Ursache des Rüttelns in die Augen. Franzi war zurückgekommen, um mich zu holen, wahrscheinlich nicht auf Geheiß Thorins, der hasste uns ja so schon und dachte, dass wir nur ein Klotz am Bein sind.
„Los, wir müssen zu den anderen. Hast du nicht gehört was ich gerade zu Lea gesagt habe? LAUF!", sagte sie mir noch, ehe wir zu zweit zu den anderen rannten. Zwischen uns beiden gab es einen beträchtlichen Abstand und manchmal fragte ich mich, wie Franzi das immer machte. Durch ihre geringe Körpergröße konnte man vermuten, dass sie eigentlich sehr langsam wäre, doch genau das war sie nicht. Früher in der Oberschule hatte sie auch schon Leichtathletik gemacht und war immer noch genau so schnell wie damals. Niemand konnte ihr bis jetzt das Wasser reichen.
Schon nach kurzer Zeit kamen wir bei den anderen hinter einem Fels an und ich röchelte wie eine Bekloppte. Naja, das war ich ja auch, aber ich meinte das in einem anderen Zusammenhang.
Von unserer Position aus konnte man wunderbar auf die grünen Ebenen vor uns schauen mit dem Gras, welches sich sachte im Winde bog und wenn wir nicht in so einer Situation gewesen wären, hätte ich mich jetzt hier hingepflanzt und hätte es einfach nur genossen hier zu sein, aber neeeinnn die scheiß Orks mussten uns einen Strich durch die Rechnung machen.
Ich schwör's, irgendwann bring ich die um, wenn die solche schönen Momente nochmal zerstören!, dachte ich erbost, ließ mir jedoch nichts anmerken.
Thorin, der ganz am Anfang der Gruppe hinter dem Felsen die Lage ausspionierte, machte irgendwelche Handzeichen und anscheinend wussten alle, was sie zu tun hatten, nur nicht wir drei Mädels. Fragend schauten wir ihn an, doch anstelle uns zu antworten, wiederholte er diese Handzeichen immer wieder, was uns jedoch nicht weiter brachte.
„Alter Thorin, jetzt hör auf zu zappeln und sag uns, was wir tun sollen.", meinte Franzi genervt. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war der ungekrönte Zwergenkönig auch nicht gerade happy und man merkte, dass er sich zusammenriss, um uns nicht gleich anzubrüllen.
„Ihr sollt einfach den anderen folgen, leise und unauffällig", wies er uns an, mit ruhiger, fast schon angsteinflößender Stimme.
Wir sahen uns an, nickten und schlichen uns vor zu den anderen. Wer jetzt denkt, wir sind da hin gegangen, wie alle anderen auch, der irrt sich. Wie in einem Agentenfilm rollten wir uns zu der anderen Seite und zeigten mit unseren Händen eine Pistole. Auf der sicheren Seite angekommen, hockten wir uns hin, überprüften mit gezogener Pistole die Umgebung, flüsterten: „Gesichert!", und stellten uns wie die anderen hin, so als wäre nie etwas gewesen. Die verwirrten Blicke, die wir dafür ernteten, nahmen wir nicht mal war.
OMG, bald sind wir in Bruchtal! Ich freu mich voll drauf, ob wir auch diese komischen Brüder von Arwen treffen, die, die in den Filmen nie vorkommen?
Die wirrsten Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum, wie kleine Fliegen, die ein Pferd austricksten.
Thorin gab uns mehr und mehr Handzeichen, doch verstehen konnten wir die immer noch nicht. Das einzige, was wir machten, war dasselbe wie die anderen, und zum ersten Mal schienen wir alles richtig zu machen, denn Thorin sah uns kein einziges Mal böse an oder machte 'ne blöde Bemerkung. Innerlich klopften wir uns auf die Schulter, waren stolz, mal nicht das falsche zu machen, was bei uns echt selten war, denn alles, was wir im Kopf hatten, war Pudding.
Na supi gemacht, Emmi, jetzt hast du Hunger und willst Pudding haben. Ob die hier in Mittelerde über-haupt welchen haben? Ich hoffe doch sehr, oder wenigstens Erdbeeren...Wenn die hier keine Erdbeeren haben, dann bring ich mich um. Ohne die ist das Leben nicht lebenswert. Ne halt... Ich bring die um, die die Erdbeeren noch nicht erfunden haben. In Gedanken schmiedete ich ganz viele verschiedene Mordpläne, doch die alle zu verraten wäre langweilig, denkt euch selbst welche aus!
Wir standen nun schon hinter der letzten sicheren Felswand, danach wäre ein Marsch über freies Feld unsere Aufgabe, bei der wir sicher abkacken würden, doch man durfte die Hoffnung nie aufgeben! Neben mir schnaufte Lea schon ganz schön, ihr schien das Gerenne am meisten was auszumachen. Sie war diejenige aus unserer Gruppe, die nicht so gut im Rennen war, dafür aber vieles andere gut konnte. Um ihre Schnelligkeit machte ich mir jedoch weniger Sorgen, viel mehr darüber, dass sie bestimmt hinfallen würde. Auf dem ganzen Weg hatte sie nicht einmal Bekanntschaft mit dem Boden gemacht und ich hatte das Gefühl, dass das heute noch passieren würde.
Plötzlich ertönte über uns ein dunkles Knurren und ein Warg streckte seinen Kopf über die Schwelle des Steines. Glücklicherweise sah er uns noch nicht und ich hegte noch etwas Hoffnung, bis mir die Filmszene einfiel.
Erst kam nur ein Warg und danach ein Ork, der die anderen zu uns lenkte. Mir wich alle Farbe aus dem Gesicht und meine Freundinnen musterten mich besorgt.
„Emmi, alles okay?", fragte Franzi und ich schüttelte den Kopf.
„Ihr wisst, dass wir bald in Bruchtal sind oder?", flüsterte ich leise, bekam ein Nicken und fuhr fort, „Das ist die Szene mit dem Ork, wo Gandalf die Zwerge in den kleinen Tunnel lenkt." Es fiel jetzt auch den anderen beiden wie Schuppen von den Augen und sie wurden genauso bleich wie ich.
„Es war schön, euch gekannt zu haben", sagte Lea und wir erwiderten nur das gleiche, als das Schnauben des Orks über uns zu hören war.
Kili machte sich bereit zu schießen, spannte den Bogen und ließ den Pfeil davon sausen. Der Warg fiel mitsamt Ork zu uns herunter, welcher noch einen letzten Schrei ausstieß, ehe er leblos zu Boden sank.
„Lauft!", rief Thorin, während er das Schwert wieder aus dem Ork riss und wir setzten uns in Bewegung. So schnell, wie wir jetzt waren, sind wir noch nie gerannt. Einige der Zwerge hatte schon das Loch erreicht und auch die letzten trudelten ein. Nur noch Thorin, Kili, Franzi, Lea und Ich befanden uns auf freiem Feld. Eigentlich dachte ich ja, Lea würde hinfliegen, doch dieses Mal erwischte es mich, als ich über einen Stein fiel. Jaa, da lagen Steine auf dem Boden. Die Zwerge rannten weiter gen Sicherheit, aber meine Freundinnen kamen zu mir und halfen mir auf.
Vor uns bauten sich fünf Orks mit ihren Wargen auf, sahen uns bedrohlich an und kamen Schritt für Schritt näher. Franzi sah abwechselnd zu Lea und mir und flüsterte: „Leute...Ablenkungsmanöver."
Für solche Fälle hatten wir aus irgendeinem Grund ein Manöver entwickelt, und wir nickten. Gemeinsam sangen wir die Zirkusmelodie und bewegten unsere Hände nach unten oder oben, wenn unsere Beine auseinander gingen. Sah affig aus, war es auch, aber so konnten wir uns von den Orks wegbewegen, da sie sehr verwirrt schienen.
„Afro, Zirkus, Afro, Zirkus, Tupfen, Tupfen, Tupfen, Afroooo!" Als der letzte Ton ausgeklungen war, kamen wir bei der Sicherheit der Höhle an und rutschten hinunter. Keine Sekunde zu früh, denn schon kurz nachdem unsere Füße den Boden berührten, schoss Kili den Ork ab und der fiel zu uns. Ach ja, Kili und Thorin hatten es vor uns geschafft in die Höhle zu kommen.
„Ihhh!", machte Franzi und stupste den Ork mit einem Stöckchen an. Lea sagte gar nichts, genauso wie die Zwerge und ich meinte nur: „Cool!", und grinste. Durch diese Bemerkung jedoch, erntete ich nur verstörte Blicke von allen Seiten, aber was sollte ich denn tun? Ich war nun Mal jemand, der sowas toll fand, alles mit gruseligen Sachen, fand ich lustig... irgendwie. Mir wurde jedenfalls schon öfter mal gesagt, dass ich krank im Kopf sei oder so, aber das war mir relativ Schnuppe.
Die Zwerge, der Hobbit und der Zauberer hatten sich inzwischen davon überzeugt, dass der Ork tot war und Dwalin rief von weiter weg: „Hier ist ein Weg, folgen wir ihm?" und Nori antwortete ihm, anstelle des eigentlichen Chefs, Thorin. Dieser sagte nichts zu dem Ganzen und folgte einfach nur seinen Freunden. Als eine der Ersten hüpften meine zwei Freundinnen und ich den Weg entlang, konnten aber nicht die gesamte Zeit über nebeneinander her laufen. Nach kurzer Zeit schon kamen wir zu den engen Bergpassagen und mussten uns regelrecht hindurchzwängen. Einmal drehten wir uns um, und nur dieses eine Mal reichte schon aus, um uns zum Lachen zu bringen. Ihr wollt wissen, was passiert war, dann bitte schön: Bombur war stecken geblieben und blockierte die anderen Zwerge, die hinter ihm liefen, also mehr als zwei Drittel. Nur mit vereinten Kräften konnten sie ihn aus dem Weg rollen und wir liefen weiter.
Die Zeit verging und noch immer war kein Ende in Sicht. Wir liefen und liefen, uns taten schon die Füße weh, doch abgesehen von dem Licht der Sonne, die über uns schien, sahen wir nichts als diesen mittlerweile abgrundtief hässlichen Stein.
Dann, endlich, ein Licht am Ende des Tunnels! Na gut, es war kein Tunnel, aber egal.
Franzi und ich begannen zu rennen, steuerten dem rettenden Ausgang entgegen und... wären fast an der Kante runtergefallen. Die anderen trudelten mit der Zeit auch alle ein und versammelten sich hinter uns. Meine Freundin und ich standen immer noch am Rand und bestaunten die Landschaft. Vor uns erstreckte sich ein tiefes Tal, in welches Häuser aus weißem Stein hineingebaut waren und Wasserfälle in der Mitte aufeinander trafen, ein herrlicher Ausblick. Bilbo stellte sich zu uns und auch ihm blieb der Mund offen stehen.
„Das Tal von Imladris", ertönte die tiefe Stimme Gandalf's hinter uns, „Aber bekannt ist es unter einem anderen Namen."
„Bruchtal" antwortete der kleine Hobbit.
Misstrauisch und wütend entfuhr es Thorin: „Du hast uns absichtlich hier her geführt, zu unseren Feinden! Du wusstest es!"
Vor Wut konnte er sich fast nicht mehr halten und der graue Zauberer erwiderte ruhig: „Ja, ich wusste es, aber hier ist man niemandes Feind."
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren begann er die Treppen hinab zu steigen und wir taten es ihm nach, einzig allein Thorin Eichenschild blieb zurück. Bilbo eilte zurück und redete auf ihn ein. Wir konnten nicht verstehen was er sagte, aber schlussendlich kam der Zwerg mit dem Hobbit nach und wir konnten nun endlich Bruchtal aus der Nähe sehen.
Mupfel war schon voraus geflogen und erwartete uns am Tor. Wir traten ein und fanden uns auf einem großen Platz wieder, auf dem Boden waren Ornamente zusehen und vor uns erstreckte sich eine riesige Treppe, und wenn ich riesig sage, dann meine ich auch RIESIG. Davor standen einige Statuen und ich ging hin, um mir diese genauer anzusehen. Vorsichtig stupste ich sie an, und als ich die berührte regte sie sich. Erschrocken sprang ich zurück und eine Stimme über mir sagte: „Keine Angst, die Wachen tun euch nichts... Mellon."
„Lindir", lächelte Gandalf und fragte wo denn Elrond abgeblieben sei und kurz nachdem der Angesprochene gesagt hatte, er wäre nicht da, ertönte lautes Hufgetrappel. Die Zwerge bildeten einen Kreis, zogen Bilbo und uns drei in die Mitte und zückten ihre Waffen. Die reitenden Elben waren auf den Pferden viel größer als ich und Panik machte sich in mir breit.
„Die sind viel größer als im Film", raunte ich zu meinen Freundinnen und auch die sahen nicht besser aus als ich. Auch die Elben bildeten einen Kreis um uns herum und türmten sich regelrecht vor uns auf. An der Spitze war der gesuchte Elb: Elrond.
Er saß von seinem Pferd ab, nahm den Helm von seinem Kopf und ging zum Zauberer.
„Mellon", sagte er und die beiden unterhielten sich, über die Orks und so weiter. Danach sprach der Elbenfürst auf Elbisch zu den Zwergen und Gloin brauste auf: „Was hat er gesagt? War das etwa eine Beleidigung!?" Gandalf beruhigte ihn: „Nein Herr Gloin, nur eine Einladung zum Essen."
Alle Zwerge, einschließlich Bilbo berieten sich und gerade als Gloin antworten konnte, kam ich ihm zuvor.
„Klar, immer doch. Aber nur wenn ihr auch Erdbeeren ha...", doch ich kam nicht weit, da jetzt eine Person die steinerne Treppe runter kam.
„Anne?", keuchte Franzi neben mir auf und wir drei Mädchen starrten unsere Freundin erstaunt an, die ähnlich wie die anderen Elben hier ein Kleid trug, das bis zum Boden reichte. Für einen Moment war es still, nur das aufgebrachte Murmeln der Zwerge, woher wir denn bitte dieses Mädchen kannten, war zu hören. Dann kreischten wir alle vier begeistert auf und es gab erstmal ein großes Gruppenkuscheln und tausende Fragen, die wir uns gegenseitig an den Kopf warfen.
Dann erhob Anne die Stimme und rief: „Die Mittelerde-Gang ist wieder vereint!"
Lea antwortete: „Einer für alle...", und wir stiegen ein: „...alle für einen!"

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt