Von Männern mit krassen Augenbrauen und sabbernden Hunden

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Franzi POV:
Der weiße Tiger legte sich in seinem Käfig hin und beobachtete Kelsey mit wachem Blick. Er schien jede ihrer Bewegungen genau zu beobachten. Sie holte das Fleisch aus einem der Zirkuswagen und trug es hinüber zu ihm. Sie öffnete langsam die Futterklappe und schob das Fleisch in den Käfig. Der Tiger schien zu zögern, seine Muskeln spielten unter seinem Pelz, aber er wartete, bis Kelsey ihre Hand zurückgezogen und die Klappe geschlossen hatte. Dann stand er auf und ging langsam auf sein Futter zu. Kelsey beobachtete ihn einen Moment, drehte sich dann um und wollte gehen, doch der weiße Tiger knurrte und schlug mit einer Pfote heftig gegen die Gitterstäbe. Sie blieb stehen und drehte sich wieder zu ihm um...
In diesem Moment klingelte mein Handy und ich tauchte aus den Seiten meines Lieblingsbuches auf. Fuck! Ich hatte vollkommen die Zeit vergessen.
Meine Haare standen mir wild vom Kopf ab und ich trug noch meinen Schlafanzug. Ich seufzte, klappte mein Buch zu und griff nach meinem Handy, das auf meinem Nachttisch lag. Es waren Anne und Emmi, die mich auf Skype anriefen und ich musste automatisch lächeln. Ich nahm den Anruf entgegen und sah die beiden auch sogleich in dem Fenster, das sich geöffnet hatte. Anne lachte, als sie mich sah, und ich wusste, dass sie über meine Haare lachte. Ich sah bestimmt grauenvoll aus. Sie hatte nie solche Probleme. Mit ihren glatten, schwarzen Haaren hatte sie, so gut wie nie Knoten und ihre dunkelbraunen Augen schienen immer zu leuchten, wenn sie lächelte. Dass sie aus Vietnam kam, und einen asiatischen Tain hatte, störte da überhaupt nicht. Im Gegenteil, es schien perfekt zu passen.
„Hi, Leute", sagte ich und versuchte mit meinen Fingern das Vogelnest auf meinem Kopf so gut wie möglich wieder hinzubekommen.
„Hi,...du siehst ja echt... toll aus.", sagte Emmi und konnte nur schwer ein Lachen unterdrücken.
„Die Uni ist heute ausgefallen, und ich bin noch nicht dazu gekommen aufzustehen. Übrigens cool, dass du wieder da bist, Emmi", erwiderte ich und ließ mich zurück auf mein Kissen sinken. Ich hatte es aufgegeben meine Haare zu entwirren und ließ sie jetzt einfach so, wie sie waren.
„Also heute bei Anne?", fragte ich und Anne nickte zustimmend: „Vergesst eure Sachen nicht, ich kann nicht schon wieder jedem Schlafsachen geben."
Emmi und ich lachten und ich dachte an den Tag zurück, bevor Emmi nach Japan gegangen war. Wir hatten einen Filmabend bei Anne machen wollen, genau wie jeden Freitag. Nur dieses Mal ging alles schief. Dabei hatten wir alles eigentlich ganz genau geplant, wer was mitbringen sollte, was wir gucken wollten und worüber wir reden wollten. Naja, Lea war mit ihrem Auto im Stau stecken geblieben, Emmi hatte sich aus ihrer Wohnung ausgeschlossen, weil sie den Schlüssel vergessen hatte, was ihr aber auch erst einfiel, als sie schon auf dem halben Weg zu Anne war. Sie musste noch einmal zurück, und dann fast eine Stunde auf den Schlüsseldienst warten, weil der auch im Stau feststeckte. Mein Motorrad sprang nicht an, und als wir es dann endlich alle geschafft hatten bei Anne zu erscheinen, war uns aufgefallen, dass wir alle etwas vergessen hatten. Nämlich unsere Schlafsachen, das hieß Kissen und Decken. Trotzdem wurde es noch ein schöner Abend und wir blieben bis früh am Morgen wach.
„Keine Sorge, heute werden wir auf die Minute pünktlich, bei dir auf der Matte stehen.", sagte Emmi und ich nickte zustimmend. Da fiel mir etwas auf. Jemand fehlte, denn wir waren nur zu dritt.
„Wo ist eigentlich Lea?", fragte ich und Emmi und Anne zuckten im selben Moment mit den Schultern.
„Ok, ich ruf sie an.", sagte ich und scrollte meine Telefonliste runter, bis ich bei Lea angekommen war. Ich drückte auf den Button für „Anrufen" und mein Handy wählte. Es klingelte zweimal, dann nahm Lea ab.
Ich vermutete, dass sie im Bus saß und zum Training fuhr, da gerade eine Computerstimme die nächste Station ansagte. Auch sie lächelte und ich hatte das Gefühl, dass sie sehr froh war, uns zu sehen.
„Hey, Leute.", sagte sie.
„Huhu!", lachte Emmi glücklich und ich musste automatisch noch mehr grinsen.
„Leute, für heute Abend ist alles vorbereitet, aber könnte einer von euch noch Popcorn mitbringen? Ich hab keins mehr.", erklärte Anne und sah ein bisschen verlegen aus, sie hatte wie immer etwas vergessen.
„Jo, das mach ich.", rief Emmi, zog einen Zettel und einen Stift hervor und notierte in Großbuchstaben POPCORN darauf, wie immer, wenn sie an etwas denken wollte.
„Gut, dann hätten wir das geklärt.", erwiderte ich und drehte meine Musik lauter, die die ganze Zeit leise im Hintergrund gespielt hatte. Es lief „I see fire" von Ed Sheeran.
„Leute ich muss Schluss machen. Muss gleich raus.", sagte Lea und blickte hektisch von ihrem Handy auf.
„Dann bis heute Abend.", sagte Anne und ich stimmte ihr zu.
„Macht's gut, Leute und viel Spaß beim Training, Lea.", jubelte Emmi, und ich hatte das Gefühl, sie hatte vergessen irgendwelche Tabletten zu nehmen. Was eigentlich total unwahrscheinlich war, weil Emmi weder irgendwelche Tabletten, noch Drogen nahm.
Ich lachte in mich hinein, verabschiedete mich noch einmal und legte dann auf.

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt