Franzi POV:
„Kili!", rief ich und rannte zu ihm. Nachdem Tauriel mit Bolg in die Tiefe gestürzt war, hatte ich einen Moment völlig erstarrt da gesessen, doch dann war mir eingefallen, dass ich Kili noch helfen musste.
„Okay...streng dich an, ja.", murmelte ich zu mir selbst und ließ mich neben Kili auf den Boden fallen. Leicht rümpfte ich die Nase, als ich die offene Wunde sah...gehen wir nicht näher darauf ein. Ich holte meine Kette unter meinem Hemd hervor und zog mir das Lederband über den Kopf.
„In Ordnung, also...wie haben das die anderen gemacht?", murmelte ich und legte meine Kette auf Kilis Wams. Gebannt starrte ich auf das silberne Schmuckstück und wartete auf die große Explosion, die Kili wiederbeleben würde. Doch es passierte nichts.
„Jetzt komm schon. Alle schaffen das, aber ich bin zu doof oder wie?", fluchte ich und schlug mit der flachen Hand auf den Stein. Plötzlich bebte der Boden und ich zuckte zusammen.
„Okay tut mir leid.", rief ich laut...zu wem auch immer und hob entschuldigend die Hände.
„Ich werde mir mehr Mühe geben."
Das dieses Beben gar nicht von mir gekommen war, sondern durch den umstürzenden Turm ausgelöst worden war, wusste ich nicht. Wäre mir auch egal gewesen.
„Okay Kili, versuchen wir es erneut.", sagte ich und wandte mich wieder dem toten Zwerg zu. Ich wollte gerade erneut meinen krassen Woudou-Zauber beginnen, als jemand mich von hinten packte und mit Schwung wie eine Puppe gegen die nächste Wand warf. Mein Kopf knallte gegen die Wand und jemand drückte mir ein Messer an die Kehle.
„Was willst du hier?", fragte Tauriel und drückte die Klinge ihres Messers noch etwas fester gegen meinen Hals.
Okay, ihr wisst ja noch, wer hier gerade erzählt, weshalb meine Antwort so ausfiel: „Ich suche den Kaninchenbau, damit ich ins Wunderland komme."
Tja, was Besseres fiel mir halt nicht ein.
„Sag die Wahrheit.", knurrte Tauriel und ich seufzte. „Schön. Ich wollte Kili helfen, aber bei deiner netten Begrüßung würde ich mir das nochmal überlegen."
„Du kannst ihm nicht helfen. Er ist tot.", sagte Tauriel und ließ mich los. Sie trat ein paar Schritte zurück und ich schnappte nach Luft.
„Ich glaube, ich kann ihm doch helfen.", sagte ich und rollte mit den Schultern um die Verspannung zu lösen.
„Ach ja?", schnaubte Tauriel.
„Und wie willst du das anstellen?"
Ich hatte gerade keine Lust, mich mit einer durchgeknallten Elbin herumzuschlagen, also schob ich sie beiseite und ging wieder zu Kili, der mich jetzt dringender brauchte.
„Franziska...", fing Tauriel an, doch ich hob die Hand. Emmi hatte Recht, manchmal sollte man einfach mal die Klappe halten. Ich hockte mich neben den braunhaarigen Zwerg, legte meine Hand auf seine Brust und schloss konzentriert die Augen. Es war ein seltsames Gefühl, so als würde man ein Teil von mir raus reißen und es dann in Kili rein setzten. Mein ganzer Körper kribbelte und im nächsten Moment erhellte ein grünes Licht die Umgebung. Irgendwie hatte es bei jedem Zwerg eine andere Farbe. Als es fort war, öffnete ich wieder die Augen und betrachtete Kili, der erst völlig regungslos da lag und dann nach Luft schnappte.
„Bei Mahal.", fluchte er und ich erwiderte: „Eigentlich bin ich es nur, aber du kannst mich gerne für Mahal halten."
Kili öffnete stöhnend die Augen und lachte leise als er mich sah. „War ja klar. Es musste ja ausgerechnet du sein, die mir den Arsch rettet."
„Hab dich auch lieb, Kili.", sagte ich und tätschelte Kili den Kopf, als wär er ein Hund oder so.
„Lass das lieber nicht Fili hören.", stöhnte dieser und erstarrte dann.
„Fili...ist er...ist er...tot?"
Seine Stimme versagte am Ende des Satzes und mit einem leichten Lächeln schüttelte ich den Kopf.
„Nein, ist er nicht. Er lebt, genau wie du.", meinte ich und Kili schloss beruhigt wieder die Augen.
„Warte...", sagte er und öffnete die Auge wieder „Ich lebe?"
Er setzte sich langsam auf und betrachtete dann die Stelle, wo seine Wunde gewesen war, doch genau wie bei Fili war sie weg.
„Nein, eigentlich bist du ein Geist und an diese Welt gebunden, bis sie untergeht, aber...", bei Kilis Gesichtsausdruck fing ich an zu lachen und er bemerkte, dass ich ihn nur verarscht hatte.
„Kili?", hörte ich eine Stimme hinter mir und drehte mich zu Tauriel um, die mich und Kili verwundert musterte.
„Du lebst wieder.", flüsterte sie und ließ sich dann neben mich auf den Boden fallen. Ich wollte den beiden ein bisschen Freiraum lassen, also erhob ich mich und setzte mich auf die Treppe, die ein paar Schritte weiter weg war.
Ich genoss gerade sie Sonne, als Tauriel schrie: „Was soll das heißen?"
„Das soll bedeuten, dass ich dich nicht mehr liebe!", brüllte Kili zurück und irritiert blickte ich zu den beiden hinüber.
Was läuft denn jetzt schon wieder schief?, fragte ich mich und beobachtete. wie Tauriel aufsprang und begann hin und her zu laufen.
„Du liebst mich nicht mehr?", fragte Tauriel und ich hörte die pure Verzweiflung aus ihrer Stimme. Das war für die jetzt wahrscheinlich noch schlimmer als Kilis Tod...obwohl...Nein!
„Es tut mir Leid, Tauriel. Aber...du bist eine Elbin und ich bin ein Zwerg und ich sehe keine Zukunft für uns.", erklärte Kili und kam langsam auf die Füße.
„Ach, du siehst keine Zukunft?", fragte Tauriel und Kili schüttelte den Kopf.
„GLAUBST DU ETWA ICH HÄTTE EINE GESEHEN? UND TROTZDEM WOLLTE ICH ALLES FÜR DICH AUFGEBEN!", brüllte Tauriel und ich hielt mir die Ohren zu.
„DU WARST SCHON VORHER VERBANNT. NUR DESHALB BIST DU DOCH HIER!", schrie Kili zurück und ganz im Ernst es hätte nur noch Popcorn gefehlt und die Sache wäre perfekt gelaufen. Mal so nebenbei, nach dieser Wiederbelebungs-Geschichte hatte ich jetzt echt Hunger.
„Das stimmt doch überhaupt nicht.", sagte Tauriel jetzt etwas leiser, aber man sah sofort, dass sie log.
„Natürlich stimmt das. Und du mochtest mich doch nur, weil du Legolas nicht haben konntest.", fauchte Kili und ich zog die Augenbrauen zusammen.
Woher weiß er das nur?
„Ich...ich...", fing Tauriel an, doch sie konnte ihren Satz nicht beenden.
„Wusste ich's doch.", schnaubte Kili und verschränkte die Arme vor der Brust. Er zitterte leicht und ich bemerkte, dass dieser Streit ziemlich an seinen neu gewonnen Kräften zerrte.
„Ja, am Anfang schon, aber dann hab ich dich immer besser kennen gelernt und jetzt liebe ich dich wirklich.", beteuerte Tauriel. Ich gähnte und lehnte mich zurück, um das Spektakel noch ein bisschen zu genießen.
„Ach wirklich?", fragte Kili.
„Das heißt, du warst nicht wie auch alle anderen nur auf das Gold meiner Familie aus?"
„N...Nein.", stotterte Tauriel zögerlich und ging auf Kili zu.
„Kili, ich will dich."
„Wer's glaubt...", murmelte ich und erhob mich.
„Was willst du denn jetzt schon wieder?", fauchte Tauriel und warf mir einen wütenden Blick zu.
„Ich rette die Situation.", sagte ich und schob mich zwischen Tauriel und Kili.
„Du wirst dich jetzt umdrehen und gehen und ich hoffe für dich, dass du dich nicht wieder umdrehst.", sagte ich und lächelte leicht.
„Was?", fragte Tauriel und blickte mich verständnislos an.
„Du hast mich schon verstanden.", sagte ich und machte eine Handbewegung, als wollte ich eine lästige Fliege verscheuchen...was irgendwie auch der Fall war.
„Geh, Tauriel.", sagte Kili und mit einem letzten Blick wandte die Elbin sich von uns ab...naja, zu früh gefreut.
In einer einzigen Bewegung drehte sie sich zu mir um und rammte mir ihre Faust in die Magengegend. Alle Luft wurde aus meinen Lugen gedrückt, ich krümmte mich zusammen und versuchte wieder normal zu atmen.
„Du bist schuld!", schrie Tauriel und verpasste mir eine Ohrfeige, sodass meine Ohren klingelten. Ich hatte das Gefühl zu ertrinken, schnappte verzweifelt nah Luft, doch es kam nichts.
„Ich hasse dich.", brüllte Tauriel und verpasste mir noch Eine. Meine Lippe platzte auf und ich spuckte Blut. Doch bevor sie den nächsten Schlag ausführen konnte, packte ich ihre Faust, drehte ihr den Arm auf den Rücken und zog ihr die Füße unter dem Körper weg.
Danke, dass wir mal einen Selbstverteidungskurs gemacht haben, dachte ich und erinnerte mich an die zwei Wochen in den Sommerferien nach der elften Klasse, als ich mit Lea, Anne und Emmi so einen Kurs besucht hatte.
„Ich bin nicht schuld an Alldem!", knurrte ich und ließ Tauriel wieder los. Sie sprang sofort auf, doch bevor sie auch nur mit der Wimper zucken konnte, holte ich aus und landete mit meiner Faust einen perfekten Treffer auf Tauriels Nase.
„Und das wollte ich bereits tun, seit ich dich kenne.", fuhr ich fort und rieb mir meine schmerzenden Fingerknöchel. Tauriel stolperte rückwärts, fuhr mit ihrer Hand zu ihrer Nase...und in diesem Moment rutschte eine mir allzu vertraute Kette in mein Blickfeld.
„Woher hast du die?", fragte ich und deutete auf die Kette. Denn es war nicht irgendeine Kette, es war die Schmuckschließe von Lea, die wir ihr zum achtzehnten Geburtstag geschenkt hatten. Tauriel ließ die Hand sinken und grinste breit. Blut tropfte über ihre Lippen und genau wie ich vorhin spuckte sie es auf den Boden.
„Deine kleine Freundin hat sie mir geschenkt.", sagte sie und lachte.
„Lüg mich nicht an, du widerliches...", das letzte Wort sprach ich nicht aus.
„Lea würde ihr Kette niemals hergeben."
„Tja, offenbar kennst du deine Freundin nicht so gut, wie du denkst.", meinte Tauriel.
„Gib sie wieder her oder ich verpass dir noch eine!", knurrte ich und ballte meine Hände zu Fäusten. Meine Fingernägel gruben sich in meine Handinnenflächen und meine Fingerknöchel wurden weiß.
„Nein.", sagte Tauriel und ich holte zu einem weiteren Schlag aus, doch ich traf sie nicht. Ein Windstoß fuhr über mich hinweg und mein Körper begann sich aufzulösen. Alles schien in Zeitlupe zu verlaufen, denn ich konnte beobachten, wie Tauriel mich lachend ansah, meine Faust auf sie zu flog und plötzlich war alles weg.
*
Mit einem Ruck wachte ich auf und sah mich in meinem Zimmer um. Alles sah so aus, wie vorher.
Mein aufgeschlagenes Buch, mein Wecker, der halb sechs zeigte...doch trotzdem stimmte etwas nicht. Für einen Moment starrte ich einfach nur in die Gegend und realisierte dann erst, dass ich in meinem Bett war.
Ich hab das alles nur geträumt..., dachte ich niedergeschlagen.
Ich konnte nicht sagen, was es war, aber etwas war seltsam.
Stöhnend stand ich auf und taumelte ins Bad. Ich brauchte jetzt ganz dringend eine heiße Dusche. Schnell schlüpfte ich aus meinen Klamotten, und kletterte in die Dusche. Das heiße Wasser beruhigte meine Nerven und entspannte mich. Ich weiß nicht, wie lange ich in der Dusche stand, bis ich das Wasser abschaltete und mich in ein Handtuch hüllte. Ich ließ meine Klamotten liegen und lief in mein Zimmer, um mir neue Sachen zu nehmen. Lange stand ich vor meinem Schrank und betrachtete meine Klamotten. Am Ende entschied ich mich für eine schwarze Jeans mit Lederbesatz über den Knien, ein rotes Shirt und eine schwarze Sweatshirt-Jacke. Ich ging zurück ins Bad und begann meine Haare zu föhnen. Doch jetzt bemerkte ich was seltsam war, meine Haare waren zu lang. Und sie sahen ganz anders aus, ordentlicher, glänzender. Ich lief zurück in mein Zimmer und griff nach meinem Handy. Immer wieder wählte ich die Nummern meiner Freundinnen, doch nie hob eine von ihnen ab. Ich musste dringend mit ihnen reden. Noch ein allerletztes Mal versuchte ich es bei Anne. Jemand hob ab.
„Anne?!", rief ich erleichtert, doch ich hatte mich zu früh gefreut. Die Stimme war zu dunkel, zu männlich.
„Hallo. Hier ist der Leiter der örtlichen Feuerwehr. Wer spricht dort?", fragte die Stimme und ich schluckte.
„Mein Name ist Franziska, ich bin eine Freundin von Anne. Was ist passiert?", fragte ich und lief in meinem Zimmer nervös auf und ab.
„Es tut mir sehr leid, Ihnen dies mitteilen zu müssen, doch in der Wohnung ihrer Freundin gab es einen Unfall. Irgendetwas hat wahrscheinlich eine Explosion ausgelöst. Wir konnten nichts mehr tun...Ihre Freundin ist tot. ", sagte der Feuerwehrmann langsam und mir fiel vor Schreck das Handy aus der Hand.
„Nein.", flüsterte ich und bemerkte, wie mir eine Träne über die Wange lief.
„Hallo? Sie müssen sich beruhigen, sagen sie uns ihre Adresse. Dann kommen wir vorbei", rief der Feuerwehrmann in den Hörer, doch ich bemerkte es gar nicht mehr. Ich drückte den Typen einfach weg und sank dann auf den Boden. Das konnte alles nicht wahr sein. Heute morgen hatten wir noch telefoniert und jetzt war sie tot?
Was war bloß passiert?
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Vier Bekloppte in Mittelerde
FanficVier Bekloppte schaffen es das Leben in Mittelerde komplett umzukrempeln. Sie halten den krassesten Typen für schwul, spielen ihm Streiche, zerstören eine komplette Frisur und schießen andauernd Selfies. Sie machen mehr kaputt, als irgendwie zu hel...
