Bard

1.5K 98 12
                                        


Anne POV:

Okay, zu Anfang kurz drei Sachen.

Erstens: mir war arschkalt, zweitens: ich wollte aus diesem verdammten Fass raus und drittens: ich war nass bis auf die Knochen. Doch dann sah ich, wortwörtlich, das rettende Ufer.

„Alle zum Ufer.", hörte ich Thorin rufen und am liebsten hätte ich ihn in diesem Moment fest geknuddelt. Fragt nicht wieso, ich hab auch keine Ahnung.

„Gott sei Dank.", stöhnte ich laut und sprang aus dem Fass, als wir endlich an Land waren.

„Wer ist Gott?", fragte Balin und sah mich fragend an.

„Ähm...naja, Gott ist für mich, wie Mahal für dich. Verstanden?", erklärte ich.

„Ja.", sagte Balin und lächelte mir zu. Tja, obwohl ich Dwalin hasste, dass er mich in dieses Fass gesteckt hatte, mochte ich Balin total gerne. Er war wie ein alter Opa, den man am liebsten einfach nur knuddeln wollte.

Man, was hast du heute mit knuddeln?, fragte ich mich und sah mich dann nach meinen drei Freundinnen um. Als erstes entdeckte ich Lea und Franzi.

Lea steckte noch im Fass und versuchte gleichzeitig mit Thorin raus zu klettern. Naja, aber weil beide zusammen zu fett waren, steckten sie fest. Tja, und da kam Franzi ins Spiel. Anstatt den beiden zu helfen, stand sie daneben und lachte sie aus. Thorin würde sie noch mehr hassen als vorher. Als ich meinen Blick weiter schweifen ließ, entdeckte ich in einiger Entfernung Kili, der sich auf den Boden fallen gelassen hatte und sich ein nasses Stück Stoff auf seine Wunde drückte. Sein Gesicht verzog sich schmerzhaft und Bofur sah ihn besorgt an.

„Es geht mir gut.", fuhr Kili den Zwerg mit dem lustigen Hut an als er seinen Blick bemerkte. In diesem Moment kam Thorin an gestapft und schnauzte Kili an, dass er aufstehen solle. Wow, er hatte es aus dem Fass raus geschafft. Das verdient einen Applaus, oder?

„Kili ist verwundet, sein Bein muss verbunden werden!", sagte Fili, der neben seinem Bruder stand und ihn besorgt ansah. In diesem Moment merkte man, wie nah sich die beiden Brüder standen und das Fili immer auf seinen kleinen Bruder aufpassen würde und umgekehrt.

„Eine Orkmeute folgt uns. Wir müssen weiter.", erwiderte Thorin.

Ja Thorin, in diesem Moment hat wieder der Egoist aus dir gesprochen! Hab doch mal ein bisschen Mitgefühl. Schließlich ist Kili aus seinem Fass geklettert und hat uns die Flucht ermöglicht, dachte ich.

„Also langsam wird er echt Irre.", flüsterte Emmi mir ins Ohr. Hatte sie meine Gedanken gelesen?

„Wohin?", fragte Balin gerade und Bilbo antwortete: „Zum Berg. Wir sind dicht dran."

„Ein See liegt zwischen uns und dem Berg.", belehrte ihn Balin und warf Thorin einen Blick zu.

In diesem Moment kam Lea zu uns, die Franzi im Schlepptau hatte. Franzi kicherte immer noch und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Wirkung des Elbenweins solange anhielt. Kein Wunder, dass Lea genervt war und sagte: „Ich finde, wir schmeißen sie wieder in den Fluss!"

Emmi nickte zustimmend und gerade wollten die beiden Franzi hoch heben, doch ich hielt sie davon ab.

„Jetzt kommt bald Bard. Da können wir Franzi nicht auch noch aus dem Fluss fischen.", sagte ich und warf Lea und Emmi einen tadelnden Blick zu.

Mit einem zweiten Blick zu den Zwergen, bemerkte ich, dass wir ihre Auseinandersetzung, wie wir über den See kommen, verpasst hatten. Naja, auch nicht traurig, hatte mich eh nicht sonderlich interessiert.

Vier Bekloppte in MittelerdeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt