20.2 Mind your own business

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Ich blinzelte verwirrt, als ich verschlafen meine Augen öffnete und in einen Raum blickte, der einem Märchenfilm entsprang.
Um mich herum spürte ich, wie sich starke und feste Arme um meinen Körper geschlungen hatten und eine Hand sanft über meine Wange fuhr.
Mich an den letzten chaotischen Abend erinnernd drehte ich meinen Kopf und blickte genau in Arthurs grün strahlende Augen.
Auch noch ein wenig verschlafen lächelte er mich an und strich erforschend mit seinem Daumen über meine Unterlippe. Ich schauderte angenehm unter seiner vorsichtigen Berührung und erwiderte sein Lächeln müde. „Guten Morgen." murmelte ich und gähnte.
Arthur lachte leise und beugte seinen Kopf herunter, um meine Wange zu küssen.
Wärme schoss durch meinen ganzen Körper und ich spürte wie meine Wangen unter seinem behutsamen Kuss rot wurden.
"Buongiorno Kaileigh." hauchte Arthur mit verschlafen rauer Stimme, die mein Herz zum rasen brachte.
Verstohlen und im Moment verwahrend sahen wir uns eine Weile in die Augen.
In meinem Gedanken lief mein Hirn heiß, als ich daran zurückdachte, wie wir uns gestern auf seinem Sofa geküsst hatten, bevor Leighton eingeritten kam.
Gänsehaut zog sich über meine Arme, an die Erinnerung von den Gefühlen, die mit mir, so wie mit ihm durchgingen.
"Hast du gut geschlafen?" fragte Arthur mich mit einem halben Lächeln. Ich streckte mich in seinen Armen und nickte. „So gut wie schon lange nicht mehr." grinste ich und log nicht einmal.
In den letzten Nächten hatte ich kaum ein Auge zugedrückt bekommen, da ich neben Leighton in einem wesentlich kleineren Bett geschlafen hatte und er sich viel zu breit machte.
"Hab ich mich zu breit gemacht?" fragte ich Arthur hinter her.
Er schüttelte den Kopf und legte ihn auf meine Schulter. „Warst nur manchmal ein bisschen zu schwer, wenn du auf meinem Arm gelegen hast." kommentierte er.
Ich seufzte. „Tut mir Leid, wenn du deshalb nicht...."
Arthur brachte mich mit einem plötzlichen kurzen Kuss zum schweigen. „Ich hab sehr gut geschlafen neben dir, Kaileigh. Auch so gut wie seit einer Ewigkeit nicht mehr." redete er mir meine angedeutete Entschuldigung mit einem Blick aus, der nichts mehr als die Wahrheit sagte.
"Ich... ich hab mich das erste mal wieder wohl gefühlt dabei die Augen zu schließen, ohne auf einen Alptraum zu warten." murmelte er und zog seinen Arm unter mir vor, um sich aufzustützen und sich mit der anderen Hand durch die Haare zu fahren.
"Alpträume über was?" wollte ich besorgt wissen und setzte mich ebenfalls auf.
Arthur machte eine wegwerfende Handbewegung. „Nicht so wichtig. Du musst dir keine Sorgen darüber machen. Das ist manchmal bei mir so." er lächelte, doch seine Augen wollten nicht mit diesem leuchten. „So wie ihr Mädchen eure Tage habt, so hab ich meine Alptraumphasen."
Er zuckte mit den Schultern und drehte seinen Kopf eine Runde.
Ich hörte es knacken und verzog mein Gesicht. „Du scheinst echt ne Menge Verspannungen zu haben, wenn es bei dir so knackt." bemerkte ich.
Arthur grinste und drehte seinen Kopf weg. „Willst du sie mir weg massieren?" fragte er mich schelmisch.
Ich lehnte mich gegen das Kopfstück des Bettest und hielt mir kopfschüttelnd meine puderroten Wangen.
Arthur lachte amüsiert. „Das war doch nur ein Scherz. Aber wenn du das machen willst, dann werde ich dich nicht davon abhalten." lud er mich verspielt ein und ließ sich wieder in die Kissen fallen.
Er drehte sich zur Seite und griff nach meiner linken Hand, um sie in seine zu nehmen und unsere Finger miteinander zu verschränken.
Ein verträumtes Lächeln zog sich bei dieser Geste über meine Lippen.
"Wir sind jetzt zusammen." flüsterte Arthur mit einem ähnlichen Lächeln genau das was mir eben durch den Kopf sind.
"Und das wesentlich schneller als erwartet." fügte ich hinzu und drückte Arthurs Hand.
"Aber es fühlt sich doch richtig an oder?"
Aus großen verwirrten Augen funkelte Arthur mich nun an und hielt meine Hand auf einmal so zaghaft, als habe er angst, ich würde sie wieder aus seiner nehmen.
Ich nickte. „Es fühlt sich mehr als nur richtig an."
Arthur strahlte nun und drückte fest und sicher meine Hand. „Denkst du Celine und die anderen konnten das gestern erahnen?" fragte er mich und deutete mit dem Kinn auf die Tür, die den Gang entlang zur Stube führte, in der die anderen eingeschlafen waren.
"Celine, Caleb und Monty definitiv. Denen war das klar, als sie gesehen haben, wie weit weg du von mir gesessen hast"
Das brennen auf meinen Wangen nahm nicht ab, wenn ich daran zurückdachte, was ich bewirkt hatte, als ich auf Arthur saß und seinen Hals geküsst hatte.
"Und Leighton? Denkst du, dass er deshalb bleiben wollte? Weil er ahnen konnte, wieso du wirklich bei mir warst?"
Arthur blieb bei seinem Thema und seufzte.
"Ich... ich weiß nicht." gestand ich. „Es kann sein, dass er so vor Wut getrübt war, dass ich ihn angelogen habe, dass ihm das nicht in den Sinn gekommen ist. Vielleicht ist er aber auch genau deshalb wütend geworden, dass ich etwas allein mit dir hinter seinem Rücken unternommen haben." wog ich unschlüssig ab und ließ die Schultern hängen.
"Leighton... Leighton ist manchmal sehr schwer zu durchschauen, Arthur. Ich kenne ihn seit wir Babys sind und bin immer wieder von neuem überrascht, was sich noch hinter ihm verbirgt."
Arthurs Mundwinkel zuckten. „Das ist mit Caleb nicht anders. Nur dass seine Unberechenbarkeit in eine ganz andere Richtung fällt, als Leights." bezog er amüsiert auf sich.
"Auf jeden Fall will ich aber nicht mehr, dass Leighton auf deinen Brüsten schläft." lenkte Arthur das Thema wieder auf den Vorfall, bevor wir schlafen gegangen sind.
Ich rollte mit den Augen. „Arthur..."
Er fiel mir ins Wort. „Es ist mir egal, ob ihr euch seit Kleinkindzeiten kennt oder nicht. Sein Kopf hat auf deinen Brüsten nichts zu suchen." schaukelte er sich wieder hoch, doch blieb dem Ernst weit entfernt. Arthur nahm Leighton seine Gewohnheit nicht sehr krumm, aber ich spürte, dass es ihn wirklich störte, dass mein bester Freund mir so nahe kommen durfte.
"Ich... was soll ich denn machen?" lachte ich. „Ich kann ihn schlecht mitten in der Nacht wecken ihm sagen dass mein... mein...."
Ich scheiterte echt daran das Wort Freund ihm gegenüber und auf ihn bezogen das erste mal mit der eigentlichen bedeutung auszusprechen.
"Doch du kannst ihm sagen, dass das deinen Freund eifersüchtig macht und sich das als Gentleman nicht gehört auf den Brüsten einer Frau zu schlafen."
Ich raufte mir die Haare und lachte.
"Kannst du aufhören das andauernd zu sagen?" bat ich ihn.
Arthur zuckte mit den Schultern. „Meinst du Brüste?" Grinste er.
Ich konnte nicht anders, als ihm zurechtweisend auf den Brustkorb zu hauen.
"Ist es denn nicht ungeniert, das als Gentleman andauernd zu sagen?" drehte ich den Spieß seiner Worte um.
"Solange ich nichts davon ungebeten anfasse oder darauf schlafe, kann ich reden wovon ich will." säuselte er und führte unsere verschränkten Hände an seine Lippen, um den Handrücken meiner zu küssen.
Ich hielt in meinem eben herangezogenen Argument inne und sah verlegen von Arthur weg.
Kaum hatte ich mich versehen, ließ er von meiner Hand ab, griff nach mir und zog mich auf sich, so dass ich auf seinem Bauch saß und er mich breit grinsend anstrahlte
Schmetterlinge flatterten um uns herum und kribbelten mir durch jede Faser meines Körpers.
Ich tat das, was mein Körper im Unterbewusstsein von mir verlangte, meine Zeigefinger in seine Grübchen stecken und sein breites Lächeln erwidern.
"Ich mag dein lächeln." teilte ich ihm mit und wurde verlegen dafür ihm ein Kompliment gemacht zu haben.
Arthurs Lächeln weitete sich aus, sanft strichen seine Hände über meinen Rücken und überbrachten mir eine schaudernde Gänsehaut.
"Und ich mag dich, Kaileigh." murmelte er und drückte mich an meinen Schultern herunter, so dass wir uns küssen konnten.
Ich schloss die Augen und schmiegte meine Hände an sein Gesicht, während das wohlige warme Kribbeln, welches nur er in mir auslöste, von meinem Herz aus in jede Pore meines Körpers wanderte.
Vorsichtig neigte ich meinen Kopf und intensivierte den Kuss.
Arthurs Finger streichelten hauchzart und eine blitzende Spur hinterlassend über meine Schultern entlang an meine Taille.
"Ich hab ne Idee." hauchte Arthur nahe meinen Lippen.
Flatternd schlug ich meine Augen auf. Er sah mich aus verschwörerischen grünen Augen an und pustete eine Strähne von mir weg, die ihm im Gesicht hing.
"Ich den Hauch einer Ahnung, dass dabei nichts gutes rauskommen wird." vermutete ich kichernd.
Arthur nahm eine Hand von meiner Taille und strich mir meine Haare über die Stirn weg, so dass ich komplett bescheuert aussah und er nichts mehr im Gesicht hängen hatte.
"Also so bescheuert finde ich die Idee nicht, dass du zu mir ziehen könntest." enthüllte er und küsste neckisch meine Wange, bevor ich reagieren konnte.
Mehr als ein Lachen entfiel mir nicht. „Wäre das nicht etwas zu voreilig?"
Erkannte ich.
Arthur betitelte seinen Vorschlag als Spaß, aber etwas in dem leuchten seiner Augen sagte, dass er einen kleinen Funken wirkliches Wunschdenken in seine Worte gepackt hatte.
Irgendwann einmal mit Arthur zusammen zu leben, das er schien mir als keine schlechte Sache, sollte aber, wenn wir so lange halten würden, bis nach der High School warten.
Beim Studium würde das ganz wieder anders aussehen.

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