Unter Protesten bekam ich Celine dazu mich zum Essen mit Arthurs... Adrianos Vater zu begleiten.
Sie hatte ebenso eine Einladung von Caleb... Cole bekommen und diese ohne mit der Wimper zu zucken abgeschlagen, ihn abgewiesen.
Ohne sich richtig rechtfertigen zu dürfen, ohne die Situation um ihren Seelenverwandten und seinen besten Freund aufzuklären drehte Celine ihrer und seiner Beziehung den Rücken zu.
Jetzt saß sie neben mir. Nach langem Reden und dem Argument, dass Jacopo Giulani die vollen Kosten für das Essen tragen würde, überzeugte ich sie mich zu begleiten.
Die letzte Zeit mit Cole zu verbringen würde sie brauchen, egal wie kalt sie tat, sie hatte an der Wendung ihrer Beziehung zu nagen und an der Tatsache Abschied zu nehmen.
Ich genauso.
Arthur... Adriano Giulani, er würde und müsste woanders hin. Jetzt wo die Feinde seines Vaters wussten wo er sich aufhielt, blieb er nicht mehr im versteckten.
Mein Herz wurde zehn Pfund schwerer wenn ich auch nur daran dachte ihn gehen lassen zu müssen, mir vorzustellen dass er nicht mehr lange hier blieb.
"Wie kannst du diesem Bastard nicht sauer sein?" verständnislos glubschte Celine mich von der Seite an.
Mit einer Hand warf sie sich die kunterbunten Haare über die Schulter. Mir fiel auf, dass sie weniger Farbe hatten, als an dem Abend meines Geburtstags im Krankenhaus.
Die Strähnen verschwanden nach und nach, als würden sie verwaschen oder als habe sie sich mit einem Drogeriefarbzieher selber entfernt, oder es versucht den blass hallten die Farben noch auf dem sonst ungefärbten hellbraun.
"Caleb oder Cole oder meinetwegen auch Colubus braucht bei mir nicht mehr ankommen. Er ist untendurch. Er hat mich angelogen, dich, Monty, uns alle. Sogar meine Großmutter und sie hat ihn wirklich lieb gewonnen." Sie ruderte mit den Armen und drehte den Kopf, um aus dem Fenster zu schauen.
Ich unterdrückte ein Seufzen.
"Er hat aus Loyalität zu Arthur gelogen." murmelte ich.
"Adriano." berichtigte mich Celine auf die Sekunde, erinnerte mich außerhalb meiner Gedanken daran wie ungewohnt dieser Name auf meinen Lippen klang.
Diese frechen jungenhaften dunklen Locken und seine grünen Augen hießen für mich immernoch Arthur, während seine Abstammung und seine Geschichte etwas ganz anders über den Jungen sagten, den ich kennen und lieben gelernt hatte.
"Aber für ihn bestand doch nie die Gefahr umgebracht zu werden, verdammte scheiße, er hätte bleiben können!" Celines Stimme rasselte.
Ich unterdrückte es sie darauf hinzuweisen, dass ihr Tränen in den Augen standen, dass sie blasser war als ich sie je gesehen hatte.
"Sein Vater ist Jacopo Giulanis Anwalt. Das hat ihn zu einer möglichen Gefahr gemacht." meine Stimme war ein gerader Strahl, kein Zeichen einer höhe oder Tiefe.
Meine Art mit allem umzugehen, kalt und unnahbar zu wirken, während ich innerlich arbeitete und mich zerbastelte nicht sofort durchzudrehen.
Celine holte ganz tief Luft und blies sie übertrieben Laut durch die Nase wieder aus, dann schloss sie die Augen.
"Ich kann die beiden verstehen Celine." gestand ich, meine Hände krallten sich ans Lenkrad.
Jetzt da der Motor an ist, müsste ich vielleicht mal losfahren. Doch meine Füße fühlten sich an wie Blei, als ich den ersten Versuch startete aus der Einfahrt zu tuckern.
Ich würgte den Wagen meiner Eltern ab und drehte erneut auf.
"Er... A...Adriano hat seine Mutter und seine Schwester verloren. Sein Vater wird bedroht. Alles was er gemacht hat war um sich und seine Familie zu schützen, dass sind Umstände, die wir uns nicht..."
Schrill unterbrach Celine mich und schlug mit den Händen auf das Amaturenbrett.
"Ich kann mir das sehr wohl vorstellen!"
Ich verkniff mir zu erwähnen, dass egal wie viele Mafiafilme wir gesehen hatten, keiner der Realität entsprach. Weder sie noch ich hatten den wirklichen Hauch einer Ahnung wie es in diesen Hierachien aussah, wie der Teufel wirklich die Karten verteilte und wann man ihn zog.
"Wenn Caleb..."
"Cole." berichtigte ich sie und brachte es fertig aus der Ausfahrt zu rollen.
"Wenn Cole mich wirklich geliebt hätte und das hat er ganz offensichtlich nicht, wenn er mir diesen Fakt über sich verheimlicht hat, dann hätte er mich eingeweiht."
Celine verschränkte die Arme vor der Brust und hob die Nase in die Höhe.
Ich biss die Zähne zusammen und konzentierte mich beim einfahren auf die Straße nicht das Auto von Leightons leiblichen Vater zu schrotten.
"Sie wollten es uns sagen. Arthur..."
"Adriano!"
"Adriano wollte es mir als Rätsel auf den Weg geben, mir eine Kette mit seinen wirkichen Initialen schenken und sobald ich den Fehler bemerkt hätte, wäre er damit konfrontiert worden mich in sein Geheimnis zu lassen."
Celine beäugte mich.
"Ist das der Bazen Gold den du da um den Hals trägst?" verächtlich sah sie meine Kette an.
Meine Finger krallten sich ins Lenkrad.
"Es ist rosegold und sie ist dezenter als deine ganzen bunten Strähnen." brummend knirschte ich die Zähne.
Sie musste nicht alles verteufeln, dass Adriano und Cole betraf.
"Die möglichst verschwinden sollen, bevor ich meinen Wohnort von Salisbury zu Washington ändere."
Celine straffte die Schultern und sah durch die Frontscheibe auf die Straße.
Da war ja noch das.
Die letzten Tage hatte sich mein Kopf mehr darum gedreht was in den letzten Tagen passiert ist. Die Zeit nach vorn zu sehen hatte ich nicht, die wollte ich nicht. In meinen Gedanken gab es offiziell noch keine Zukunft alleine.
Nicht alleine im einsamen Sinne, alleine im Sinne von ohne Arthur... Adriano.
Er würde nicht nach LA oder London oder nach New York gehen, nicht mal zum studieren. Sein Weg führte ihn zurück nach Italien, in seine Heimat. In die Stadt in der sein Vater den Hauptsitz seines Unternehmen hatte. Dem legalen und dem illegalen.
"Oder muss ich damit rechnen, dass das doch nichts wird?" Die Stimme meiner besten Freundin hatte einen markanten und provozierenden Unterton.
Meine Schultern fielen zusammen.
"Das... das..." Die Worte in meinem Mund trockneten aus wie Wasser in der Wüste.
Mein Zeitstrahl ging nicht weiter als heute abend, danach war alles schwarz. Ich sah mich weder nächste Woche auf der Prom noch im September mein Studium beginnen, weder meinen Umzug nach Washington antreten. Das alles erschien mir unrealistisch, noch unrealistisch als mit dem Sohn eines Dons, eines Mafiabosses zusammen zu sein oder zusammengewesen zu sein.
Was auch immer noch zwischen ihm war, es färbte sich vor zwei Tagen genau so schwarz wie meine Zukunft.
"Gehen wir dann morgen nach Kleidern shoppen? Wenn ich jetzt eh singel bin muss ich nicht darauf achten zu viel Haut preis zu geben. Von mir aus kann ich auch nackt gehen." unsensibel plätscherte Celine mit dem nächsten Thema auf mich ein. Der Abschlussball.
Adriano... und ich wir wollten gemeinsam hingehen, er und Cole hatten den Auftritt mit Monty und Leighton als Sunrise, zum letzten mal als Sunrise.
Mein Magen krampfte, ich wollte plötzlich umdrehen, Celine aus meinem Wagen scheuchen und mich in meinem Zimmer vor dem rest der Welt verstecken.
"Ja." presste ich dennoch hervor und hielt zu früh an einer Ampel.
"Ja zu was Kai. Shoppen oder Umzug?"
Wie konnte sie das?
Sich damit quälen sie sei über alles hinweg und dennoch aussehen als wäre ihr nie eine Laus über die Leber gelaufen, während sie vorhin in der Einfahrt beinahe in Tränen ausgebrochen wäre?
Wie behielt sie ihre Nerven so zusammen?
Diesen Alleskleber könnte ich auch gut gebrauchen, doch gefunden hatte ich ihn in letzter Zeit nirgends.
"Du willst wirklich so tun, als hätte es euch nie gegeben?" lugte die Frage mir über die Lippen, schneller als ich denken konnte.
Celine presste die Luft aus und lehnte sich tief in den Beifahrer Sitz zurück.
"Seinen Namen gibt es offiziell nicht, also hat es uns offiziell nie gegeben." redete sie sich schulterzuckend heraus und lächelte selbstzufrieden. Diesmal bröckelte ihre Fassade nicht, alles wirkte als würde sie es wirklich so meinen wie sie es sagte, als wäre alles mit Cole an ihr vorbeigerasselt, als wäre er eine ihrer alten zwei Wochen Liebhaber gewesen, die sie einfach abschoss.
"Hör auf von Caleb..."
"Cole!" wurde ich berichtigt.
"Hör auf von Cole zu reden, als wärt ihr nie gewesen. Du hast ihn geliebt. Er war der erste der dich nicht nach zwei Wochen gelangweilt hat. Er hat dich gefordert und du ihn. Ihr habt euch gegenseitig..."
Celine hielt sich die Ohren zu.
"Von was redest du überhaupt? Gefordert? das einzige was er kann ist schlechte Sprüche zu klopfen und zu Lügen."
Cole war besser als das und das wusste sie.
Er besaß eine Art die Leute einnahm. Seine Art die Welt zu sehen, zu reden, sich auszudrücken, mit seinem eigenen aber nicht schlechtem Sinn von Humor, wenn man ihn erstmal ein Stück weit kannte.
"Wieso willst du überhaupt mitkommen? Ich würde den Abend auch allein überstehen."
Celines Augen funkelten mich missverstanden an.
"Du wolltest doch dass ich unbedingt mitkomme und vielleicht meine Meinung ändere! Ich komme nicht aus freien Stücken mit!"
Da war dieser Riss in der Fassade, den ich sehen wollte, dieser Funken, der mir sagte, dass sie doch noch für Cole fühlte, ihn nicht weggesperrt hatte.
Ihr war bewusst das heute eine der letzten Chancen stand ihn zu sehen, sich sein Gesicht einzuprägen.
Das Haus von Adrianos Tante wurde rund um die Uhr bewacht. Jacopo Giulani hatte jeden einzelnen seiner Sicherheitsmänner nach Amerika beordert und diese privat Armee würde nicht zögern einen Unbekannten zu opfern zum Schutz deren Anführer.
Luciana und Adriano hatten mir das Zeitenversetzt geschrieben und mich gewant, dass ich nicht gedankenlos auftauchen sollte.
Heute im Restaurant würde das nicht anders aussehen.
Jeder einzelne Gast, sogar die Kellner wurden ausgetauscht, unauffällig untergemischt um es nicht zu aufdringlich zu machen, wie sehr Adriano und sein Vater unter Beobachtung und Schutz standen.
"Ich dachte vielleicht siehst du den ganzen Scheiß nach diesem Essen dann genau so wie ich. Wenn du siehst wie es ist diese ganzen Sicherheitsmänner um dich zu haben, Cole in seinem Wahren Sein zu sehen."
Celine plüsterte sich auf.
"In seinem wahren Sein? Das kann mir am Arsch vorbei gehen!"
Sie griff sich in die Haare, verständnislos wie ruhig ich bleiben konnte, schüttelte sie den Kopf.
"Wie egoistisch bist du eigentlich? Leighton und Monty sind am Boden zerstört ich habe von keinem etwas in den letzten zwei Tagen gehört, keinen Ton! Deine einzige Sorge ist es zu diesem Essen zu gehen. Denkst du auch mal an deinen besten Freund?"
katapultierte sie auf mich ein.
Ich bremste in letzter Sekunde am Straßenrand und bekam sämtliches Hupen hinter mir als Rückmeldung.
"Ich bin egoistisch?" spie ich.
"Warum bin ich egoistisch? Weil ich verstehen kann? Weil ich nicht wie du wegen jedem Scheiß ne Szene schiebe?
Ich weiß wie es Leighton geht. Er kugelt sich ein. Als ich ihn gestern besuchen wollte, hat mir seine Mutter gesagt, dass er keinen sehen will. Sie hat mir gesagt, dass er wütend ist, sein halbes Zimmer auseinander genommen hat!" schilderte ich ihr die Lage meines besten Freundes.
"Gestern abend hat er mir geschrieben. Er meinte er bräuchte seine Zeit um zu verstehen was los ist, dass er wütend wäre, kurz davor steht Arthur..."
"Adriano" berichtigte Celine mich eisig.
"Dass er kurz davor steht Adriano den Hals umzubringen und dass er sich sorgen um mich macht und ihn das mehr zerfrisst als seine Wut aber sich beides auf seine Nerven verträgt."
Celine zischte die Luft aus.
"Und wie geht es Monty? Wenn du fertig bist die letzten Monate zu ignorieren, dann kannst du ihn gerne auch mal nach seinem Wohl fragen." ich zog die Augenbraue hoch und sah Celine provozierend an.
Die Wagen hinter uns fuhren laut hupend und mit wütenden blicken an dem Auto meiner Eltern vorbei.
Mir war das egal. Ich konnte nicht streiten und fahren gleichzeitig.
"Weißt... weißt du wie es ihm geht?" murmelte Celine in sich zusammengefallen und spielte mit einer ihrer noch bunten Strähnen.
"Ähnlich wie Leighton. Er möchte nicht, dass ihm jemand zu nahe kommt. Beide sind geladen. Ich kann sie verstehen. Ich kann auch dich verstehen, aber ich sehe nicht ein, dass du so ein Drama daraus machst. Das kannst du machen, wenn er dir verheimlicht hätte auch noch eine andere in Italien zu haben, aber das hat Cole nicht." führte ich ihr vor Augen und startete langsam den Motor um mich wieder in die Straße einzureihen.
Celine blieb den Rest der Fahrt ruhig, summte die leise Musik aus dem Radio mit und starrte auf ihre schwarz lackierten Fingernägel.
Ich krallte mich am Lenkrad fest, als wäre es der letzte Halt, den mir das Leben gab.
Verrückt wie sich ganze Beziehungen binnen weniger Tage auflösen oder brechen können.
Leighton und Monty hielten zusammen, aber ob sie je den Willen und das Vergeben aufbrachten den anderen beiden zu verzeihen blieb offen.
Leighton, das wusste ich, machte sich schwer Menschen zu verzeihen, die einen großen Einfluss auf sein Leben hatten.
Jahrelang redete er nur das nötigste mit seinem Vater, da dieser die Familie hintergangen hatte, heute war es seine Mutter, bestimmt würde Adriano dazu zählen.
Er hatte Leighton herausgeputzt und zum strahlen gebracht, nachdem er allen Hass von ihm auf sich gezogen hatte.
Adriano war Leighton ein Mentor um mit offenem Kopf weiter zu denken als nur bis zum nächsten zerfressenden Frust. Er hatte Leighton einen Horizont gegeben, zu dem er aufsehen und hingehen konnte.
Ich hielt auf dem letzten freien Parkplatz vor dem Italiener in Saliybury.
Alle anderen Plätze und viele in der anliegenden Straße waren besetzt.
Viele Besucher, auffällig männliche und gut gebaute, spazierten durch den Park hinter dem Restaurant und besahen Celine und mich ausgiebig, als wir ausstiegen.
Sie sah sich um.
"So viel ist in der Straße selten los." murmelte sie und schlang die Arme um sich.
"Sie haben die ganze Wohngegend abgesichert, aber hier am meisten. Erlaube dir keine Dummheiten. Die sind ausgebildet zu schützen und zu töten ohne mit der Wimper zu zucken." grummelte ich und riegelte den Wagen ab.
Celine schauderte und drehte den Kopf, um sich einen erneuten Überblick über die hohe Sicherung zu verschaffen.
Ganz verängstigt richtete sie sich dann ihre Haare, passte mit jeder Bewegung auf nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schüren.
"W... wissen die wer... wer wir sind?" Celine blickte aus großen Augen zu mir.
Ich nickte.
"Wenn nicht wäre der Parkplatz nicht frei gewesen."
Vielleicht hatte ich mit dem ausgebildet um zu töten doch zu viele Stricke bei ihr gerissen, aber so vermied ich, dass sie vor Adrianos Vater und Cole eine Szene hinlegte die sie am Ende ein gebrochenes Handgelenk kosten könnte.
Abgeholt oder erwartet wurden wir vor dem Restaurant nicht.
Durch die Scheiben konnte ich nur sehen wo Adriano mit seinem Vater und Cole saß.
Adriano hob seinen Kopf, als er Celine und mich erkannte und deutete mit seinem Finger in unsere Richtung.
Jacopo Giulani saß mit dem Rücken zu uns, Cole neben ihm.
Was ich von einem der größten Dons seines Business erkennen konnte war ein breiter Rücken und ein dunkles Hemd mit hochgekrämpelten Ärmeln.
Auf dem Kopf türmten sich gelockte dunkelbraune, fast schwarze Haare die im Licht des Restaurants und auf die Entfernung noch keinen einzigen schimmer Grau verlauten ließen.
Von dem was ich wusste, musste er ungefähr ende vierzig sein, so sah der Mann auf dem Stuhl bisher jedoch noch nicht aus.
Adriano bewegte den Mund und lächelte Celine und mir herzzerreißend zu.
Sein Lächeln wurde wehleidiger und gleichzeitig freudiger mit jedem Meter, den wir näher kamen.
Jacopo Giulani nickte und beide, Cole und Adriano standen auf.
Kurz danach, schon als Celine und ich fast vor dem Eingang standen, erhob sich Adrianos Vater.
"Heilige Höllenscheiße." Celine stolperte beinahe über ihre Füße, als die drei sich im Foyer des Restaurants einfanden.
"Das ist niemals sein Vater, Kaileigh, der sieht auf den Bildern im Internet ganz anders aus." Sie blieb stehen und hielt mich an dem Ärmel meines halblangen Pullovers zurück.
"Sag mir, dass der Kerl da nicht Jacopo Giulani ist." hauchte sie aus und blinzelte heftig.
Cole hob die Schultern und ließ sie fallen, sah auf den Boden, an die Decke, überall hin nur nicht zu Celine.
Knapp inspizierte ich Adrianos Vater und verglich ihn mit den Bildern die ich gesehen hatte.
Es passte alles.
Die dunklen, unangetasteten fast schwarzen dichten Locken, die sein Sohn vererbt bekommen hatte, die markante und scharfe Kieferpartie und die durchdringenden grünen Augen, die nach Gefahr schrien.
Zumindest sollten sie das.
"Das ist er." Ich schliff Celine mit mir mit und die beiden Bodyguards an der Tür hielten sie auf, zwei weitere traten aus dem Foyer heraus und durchsuchten uns einer nach dem anderen. Neben bei erblickte ich noch zwei weitere.
"Scheiße, der ist noch heißer als auf den Bildern." hörte ich Celine zischen.
Heiß konnte man Jacopo nicht beschreiben.
Eher alterte er fein, achtete auf sein Aussehen.
Doch im Moment blieb mein Fokus auf seinen Augen.
Ich wusste nicht wie viel Adriano ihm von mir erzählt hat, doch er sah mich nicht an, als wäre ich die Nummer 1 auf seiner schwarzen Liste.
Die Gefahr auf jedem Bild blieb aus. Vor mir, vor Celine und mir, stand nicht der kalte Geschäftsmann, da stand der Familienvater, dessen Image er in den Medien so sehr zu betonen versuchte.
Das leuchtende Grün in Jacopo Giulanis Augen strahlte wärme und freundlichkeit aus.
Celine und ich bekamen das grüne Licht. Keine Waffen oder Gifte oder andere Gegenstände und Mittelchen wurden an uns gefunden.
Celine musste lediglich ihre Ohrringe und die Haarspangen lösen und sie der Security aushändigen.
Adrianos Blick und der seines Vaters ruhten auf mir.
Die beiden glichen einander, wie man es kaum glauben konnte, als stünde die selbe Person vor mir, doch in verschiedenen Generationen.
Jacopo Giulani war wie der ältere Zwilling seines Sohns.
"Kaileigh Beaufort."
Ich hielt im gehen inne, als Jacopo auf mich zu steuerte, mich direkt beim Namen nannte.
Wie bei seinem Sohn hörte ich deutlich den Akzent dabei heraus, wie er ihn aussprach.
Meine Schultern strafften sich, ich spürte wie mein Atem aussetzte, als Jacopo Giulani meine Hand sanft in seine rauen nahm und sie drückte.
Ich hatte alle Mühe unter seinem Blick nicht weg zu ducken, doch die Wärme war nicht gewichen.
Celine, wenige Schritte neben mir, fielen beinahe die Augen aus.
Meine Überraschtheit zu verstecken verlangte mir so einiges ab.
Adriano strahlte nun, in seinen Augen das Leuchten, dass er hatte, als er meinen Eltern zum ersten mal begegnete, als er mit ihnen scherzte, bevor wir das erste mal ausgingen.
"Mia figlia, mio angelo!" Jacopo Giulanis Stimme war tief, tiefer als die seines Sohnes und aus ihr heraus sprach Erleichterung und die Freude mich kennenlernen zu dürfen.
Das er meinen ganzen nahmen bereits kannte, ließ verlauten, dass er so ziemlich alles über mich wusste, was auch Adriano bereits erfahren hatte.
"Papa!" Adriano hinter seinem Vater sah beschämend weg, verkniff sich aber das drucksende Lachen nicht, als er sich zwischen mich und seinem Vater schob.
Adrianos Blick richtete sich auf die Kette um meinen Hals, dann umarmte er mich.
Ich schloss die Umarmung, sog den Duft seines Perfüms ein, genoss jede kleinste Sekunde dieser Berührung, dieses Moments.
"Principessa." flüsterte er mir zu.
Lange hatte ich die Worte nicht mehr aus seinem Mund gehört und sie ausgerechnet jetzt in meinen Ohren zu haben trieb mir Tränen in die Augen.
Ich blinzelte sie weg.
"Was hat dein Vater zu mir gesagt?" fragte ich ihn.
Adriano schmunzelte, drückte mich mit seinem gesunden Arm fest an sich.
Im Augenwinkel sah ich Celine und Cole eisig und schweigend an den Tisch ziehen.
"Das du wie eine Tochter und ein Engel für ihn bist. Dafür, dass du mir hier so gut getan hast."
Mein Herz zog sich zusammen.
Er sprach, als würden wir heute Abend bereits für immer Abschied nehmen müssen.
"Wohl eher hast du Leighton und mir gut getan." schmunzelte ich und ließ meine ersten Tränen ihren Lauf.
"Nicht weinen Kaileigh. Nicht heute." auch Arthurs... Adrianos Stimme erstarb, brach, als würde auch er beginnen zu weinen.
"Wir sind nicht zum Abschied hier, Kaileigh." ertönte Jacopos Stimme.
"Wir sind hier um uns kennenzulernen, zu verstehen. Für heute Abend möchte ich, dass das die letzten Tränen sein werden, von euch beiden."
Adriano und ich lösten die Umarmung und wischten uns die Augen trocken. Gleichzeitig nickten wir und sahen uns an, brachen den Blickkontakt jedoch ab, bevor weitere Tränen uns überwältigen konnten.
Jacopo nutzte die Gelegenheit um sich mir nun richtig vorzustellen. Er meinte es sei Unfair und eigentlich unanständig eine junge Dame bei der ersten Begegnung so zu überrumpeln, aber er konnte nicht anders nach all den guten Dingen die er von seinem Sohn über mich gehört habe.
Er entschuldigte sich, an den Tisch zu Cole und meiner Begleitung zurück zu gehen um Adriano und mir einen Moment zu lassen und glitt dann Elegant und völlig fehl am Platz in diesem kleinen Dörfchen am Arsch der Welt, zurück zum Tisch.
"Schmachtet Celine meinen Vater an?" Adriano deutete mit seinem Blick auf meine beste Freundin die sich provokant in ihrem engen Kleid über den Tisch lehnte und sich Jacopo vorzustellen schien.
Cole ballte die Fäuste unter dem Tisch und plüsterte sich auf.
"Ich musste ihr fast einen Eimer geben, beim reingehen, damit sie nicht den Boden vollsabbert." seufzte ich.
Adriano lachte herzlich, klang dabei als säßen wir in der Schule und führten eine ganz normale Unterhaltung.
"Ich muss ihr die Hoffnung leider austreiben. Für Papa gab es immer nur Mama und keine andere. Sie... sie mag zwar nicht mehr sein, aber sie sind selbst danach noch verheiratet."
Seine Augen trübten sich, wurden wieder so traurig wie vorher.
Ich erinnerte mich an die Geschichte, die Adrianos Vater und seine Mutter zusammengeführt hatte und bekam sofort Gänsehaut.
"Er hat nur einmal geliebt und liebt nur einmal und das wird immer Mama sein."
Sanft nahm ich meine Hand in seine.
Von diesen Liebesgeschichten träumte jedes Mädchen, jede Frau. Ein Mann der seiner besseren hälfte auch noch nach dem Tod treu blieb.
"Außerdem ist Celine absolut nicht sein Typ. Viel zu unreif und aufgekratzt."
Jetzt lachten wir beide und wagten es uns richtig anzusehen, ohne sofort in Tränen auszubrechen
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Deadend
Romantik"Was soll ich denn bitte machen, dass über dein Erscheinen von meinen Kollegen als Notfall gesprochen wird. Habt ihr mit Menschen gehandelt und ich soll Spuren verwischen? Habt ihr Gelder hinterzogen? Jemanden ausversehentlich mit einem gezielten Ko...
