16.2 Than can I come over and get drunk with you?

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„Ich kann nicht glauben, dass er das wirklich gemacht hat!" entsetzt stemmte Celine einen Fuß auf den Boden und schüttelte den Kopf, so dass die bunten Haare ihr nur so um den Kopf flogen. „Mit allem hätte ich gerechnet, wirklich mit allem. Ich meine wir beide wissen wie skrupellos dein bester Freund ist, wenn es um Arthur geht. Aber dass er dir dein Date versaut? Der gehört auf den Scheuterhaufen. Leight ist viel zu weit gegangen." regte sie sich schamlos auf, als sie am Sonntag bei mir vorbei kam mit dem Vorwand mit mir für Biologie zu lernen.
Der eigentliche Grund ihres Erscheinens war jedoch, dass sie mich über Arthurs und meinen Abend ausfragen wollte. Sie hatte nicht mal einen Hefter eingepackt.
"Leight muss von eurem Date irgendwie Wind bekommen haben."
Jetzt war sie kurz davor meine Scheibtischlampe durchs Zimmer zu werfen.
Ich rollte mit den Augen. Klar war Leightons Anruf keine Glanzleistung, aber sie sollte nicht übertreiben. „Jetzt muss ich dir den Wind aus den Segeln nehmen. Leighton hatte keinen Plan, das ich mit Arthur unterwegs gewesen bin." klärte ich sie auf und lehnte mich in die Kissen zurück.
"Und woher weißt du das überhaupt?"
Das war meine erste Frage gewesen, seit meine beste Freundin vor fünf Minuten in mein Zimmer gestürmt kam und sich seit dem über nichts anderes mehr aufgeregt hatte als über Leighton.
"Ich war Samstagabend noch bei Caleb. Du hättest Arthur wirklich mal sehen sollen, er kam in die Stube, wie ein Honigkuchenpferd. So habe ich ihn noch nie lächeln sehen." beschrieb sie und kam von ihrem Thema ab.
Celine räusperte sich. „Was auch immer du mit ihm gemacht hast, es hat ihm gefallen." sie zuckte mit den Augenbrauen. Ich müsste ihr definitiv erklären, dass Arthur und ich nicht gemacht haben, was sie sich dachte.
"Aber jedenfalls, er hat erzählt dass ihr nach eurem Abendessen noch unterwegs wart und dann plötzlich ein Anruf bei dir einging. Er meinte, dass er dich wegen Leighton nach Hause bringen wollte." ratterte sie herunter und hippelte auf meinem Drehstuhl.
"Ich will jetzt aber mehr von dir hören. Wie war euer Abend?"
Ihre blau grauen Augen blinzelten mich aufgeregt an. Beinahe wirkte Celine wie eine gestörtere Version der Grinsekatze.
"Hat dir Arthur denn nicht schon genug erzählt?" ich zog eine Augenbraue hoch und legte den Kopf schief. Ich traute Arthur nicht zu, dass er über unseren Abend los schnattern würde.
"Mehr hat er nicht erzählt. Außer dass ihr vor dem Essen im Kino wart." unangetan zuckte Celine mit den Schultern, wartend auf meine Schilderungen.
"Deshalb will ich ja von dir jetzt den Rest erfahren und das pronto!" beorderte sie mich zum reden.
Ich lachte, als sie sich vom Stuhl schmiss und hastig über den Boden an meine Bettkante gekrochen kam.
"Erzähl mir alles und lass ja kein Detail aus! Du weißt ich weiß, wenn du lügen solltest." zischte sie und kniff die Augen zusammen.
Ich beschloss sie nicht länger warten zu lassen, da eine immer ungeduldiger werdende Celine niemand war, mit dem man es sich verscherzen wollte.
Also holte ich tief Luft, suchte mir die richtigen Worte im Kopf zusammen und begann drauf los zu reden.
Und wie ein Wasserfall plätscherten die Gefühle vom Vorabend auf mich ein, als ich begann zu erzählen.
Beginnend damit, dass mich Arthur mit roten Rosen an der Tür abgeholt hatte, wie er dieses wirklich peinliche Gespräch mit meinen Eltern geführt hatte, bevor ich ihn mit mir zu seinem Wagen zog.
Nebenbei deutete ich auf die Vase auf meinem Schreibtisch. Mom hatte die Rosen in mein Zimmer gestellt, nachdem wir gegangen sind.
Ich konnte nicht glauben, dass Arthur mir Blumen schenkte.
Bis gestern dachte ich, dass nur Jungs im Fernseher oder aus Büchern ihrem Date Blumen mitbrachten und sich gut Eltern verstanden.
Ich erzählte Celine, wie wir zum Kino gefahren sind und wie wir über Last Christmas diskutiert und philosophiert hatten und griff im Reden vertieft nach einem Kissen, mit dem ich die ganze Zeit herumspielte.
Ich hatte den Geschmack von dem Popcorn im Mund, dass Arthur mir im Kinosaal zuwarf.
Mir schlich das nervöse Kribbeln in den Bauch, als Arthur und ich auf den Sitzen immer näher aneinander rutschten.
Heikel wurde es im erzählen, als ich zu unserem Spaziergang kam.
Von dem ganzen prickeln und dem breiten und unvermeidlichen Grinsen in meinem Gesicht wurde ich im weiter reden unterbrochen.
"Ihr wart spazieren. In einem Park, soviel hab ich von Arthur auch noch rausbekommen." Celine schmunzelte, sie wusste was passiert ist, wenn ich mein Gesicht zur hälfte im Kissen versteckte, um meine Wangen und mein Grinsen zu verdecken.
"Ist im Park noch irgendetwas passiert, was ich wissen sollte?" Celine zog die Augenbrauen hoch und wartete geduldig auf meine Antwort.
Ich konnte unmöglich in Worte packen, dass ich Arthur mehr als nur einmal geküsst hatte, wenn mir bereits beim Gedanken daran meine Knie zitterten und ich seine Lippen behutsam und sanft auf meinen spürte.
"Wir haben nur geredet." nuschelte ich in das Kissen. Ich schlang meine Arme darum.
Ungläubig lachte Celine und nickte langsam. „Das könnt ihr auch gemacht haben, aber war da noch irgendwas, was ich vielleicht als beste Freundin wissen muss? " harkte sie spitz nach und riss die Augen verstörend auf.
"Also sowas wie ein Kuss oder so?" sprach sie ihre eigentlich klare Schlussfolgerung von diesem Abend in einer Frage aus. „Sowas soll immerhin ab und an mal auf einem Date vorkommen." setzte sie voller Sarkasmus nach.
Ich stieß die Luft aus und drückt mein Gesicht ins Kissen, als ich nach langem abwarten zögerte.
"Ich wusste es!" quieckte sie und sprang auf. Sie tänzelte durch mein Zimmer.
"Ich wusste es, seit du angefangen hast rot zu werden und dich hinter dem Kissen zu verschanzen!" rief sie begeistert aus und zeigte mit dem Zeigefinger auf mich.
Ich schielte über mein Kissen zur ihr und lachte.
"Ich kann nicht glauben, dass du dich wirklich in ihn verliebt hast." singsangte sie herum. „Ich hab mich nicht..." setzte ich an, aber kam gar nicht dazu meinen Satz zu vervollständigen. Zum einen weil ich mich selbst belogen hätte, zum anderen weil Celine dazwischen plärrte.
"Ich wusste es seitdem er mit Cal und Monty in der Cafeteria aufgetaucht ist, dass etwas aus euch beiden wird!" verkündete sie stolz, dass sie mit ihrem Gedanken ganz offenbar recht hatte.
"Das kann man noch nicht als etwas bezeichnen." murmelte ich verunsichert von der lauten guten Laune meiner besten Freundin. „Ich meine wir waren doch nur einmal aus. Und... und ich weiß nicht ob ich wirklich so für ihn fühle, wie er es sich vorstellt." beschlich mich meine Angst, obwohl sie gestern nach diesen wundervollen Küssen hätte verschwinden müssen. Ich hatte den ganzen Abend über etwas für Arthur empfunden und das stärker, als wenn Celine oder Leighton um uns herumsprangen. Insofern sollte ich nicht länger zweifeln.
"Das tust du, Kai. Ich sehe tagtäglich, wie ihr euch in der Schule gegenseitig anschmachtet. Du bist genau so vernarrt in ihn, wie er in dich."
Celines Ton schaltete einen Gang ruhiger. Aufbauend sah sie zu mir.
"Oder muss ich dich an euren Tanz zum Homecoming erinnern? Ihr hättet euch vor Leights Augen beinahe geküsst."
Ich lachte in Erinnerung an den Abend auf. „Ja und dafür hat Leighton uns allen den Abend herzlich vermasselt."
Celine zuckte mit den Schultern. „Das hat Monty davor auch schon. Leighton hat wie Leighton gehandelt, aber das bringt jetzt nichts zur Sache." schob sie diesen wirklich unbehagenen und Verrückten Abend schnell zur seite.
"Wichtig ist nur, dass Arthur sich in dich verliebt hat und du dich ganz offensichtlich auch in ihn." feixte sie.
"Aber was ist mit Leighton?" flüsterte ich Tonlos und zog die Beine an.
Grade jetzt, da sich sein ganzes Leben auf Absturzkurs befindet, da sollte ich ihm nicht in den Rücken schießen und mich in den verlieben, den er hasst.
"Was? Ich glaube die Akustik auf deinem Fußboden ist im Moment ganz schlecht." überhörte sie mich ganz plötzlich und machte mir klar, dass Leighton, jetzt da ich verliebt zu sein schien, mein kleinstes Problem sein sollte.
Aber das konnte ich nicht mit mir vereinbaren.
"Ich kann Leight nicht einfach so in den Rücken fallen." seufzte ich und schielte zu einem Bild von uns beiden vom Homecoming von vor zwei Jahren.
"Er ist dir zum Ball auch in den Rücken gefallen. Du hast mich vorhin selber daran erinnert, außerdem hat er dir dein Date versaut." zog Celine ins Gedächtnis zurück.
Ich schüttelte den Kopf. „Das hat er nicht. Der Abend war trotzdem schön. Er hat sich nur einen unpassenden Moment ausgesucht mich anzurufen." stellte ich richtig.
"Er hat euch beim rumknutschen gestört. Da ist unpassend die Untertreibung des Jahrtausends." übertrieb Celine und sah mich anmaßend an.
"Was war eigentlich der erschütternde Notfall?"
"Ich habe Leighton geschworen das keinem zu verraten. Er hatte einen Grund, nichts an der Nase herbeigezogenes." machte ich ihr nüchtern klar und erwiderte ihren Blick genau so.
"Jedenfalls, Leighton sollte sich daran gewöhnen, dass es von nun an bei dir nicht mehr nur um ihn geht und das so schnell wie möglich. Irgendwann wird wie eines dieser Kinder, die mit fünf noch zu ihrer Mommy rennen und gestillt werden wollen." verglich sie wirklich schlecht.
"Er ist viel zu abhängig von dir. Du denkst gar nicht mehr für dich allein!"
"Ich denke sehr wohl für mich allein, sonst hätte ich Arthur nicht das erste mal vor meiner Haustür von mir aus geküsst, noch vor dem Date!" packte ich aufgebracht aus.
Es nervte mich, dass meine beste Freundin Leighton und mich so darstellte, als würde er ohne mich nicht mal mehr einen Schritt vor die Haustür machen.
"Und so solltest du viel öfter handeln. Das tut dir gut. Arthur bringt dich zum strahlen. Bei Leighton versteckst du dich nur." schloss Celine für sich.
Genau so ähnlich hatte meine Mutter sich auch ausgedrückt, als sie Arthur und mich vor einigen Wochen vor dem Haus beobachtet hatte.
"Arthur holt das beste aus dir heraus. Lass ihn dir nicht kaputt machen." bat Celine mich.
Ich nickte. „Das hatte ich nicht vor. Ich hatte auch nicht vor wegen Leight meine Gefühle für ihn einzustampfen." murmelte ich gegen meine Knie. „Celine, wir haben für uns beide entschieden, dass es für uns und für etwas festes noch zu früh wäre und wir es auf keinen Fall an die große Glocke hängen wollen." verriet ich ihr, damit der ganze Spuk, darum wie schlecht mein bester Freund mich beeinflusste und wie sehr er mich an sich band, endlich endete.
"Dabei haben wir beide Einstimmig beschlossen Leighton nichts zu sagen, zumindest noch nicht. Uns ist klar, dass dies für alle das beste ist." unterstrich ich ihr und raufte meine Haare. „Er ist für uns kein Hindernis. Ich mache mir aktuell nur sorgen um seine emotionale Lage. Denn das wegen dem er angerufen hat, war verdammtnochmal nicht ohne."
"Wenn es wirklich so schlimm um ihn stehen sollte, kümmern Monty und ich uns um ihn, wenn du etwas mit Arthur unternehmen willst." Sah sie ein, dass Leighton mich gestern nicht willkürlich angerufen hatte. „Wir spielen gerne Babysitter für ihn, so lange wir wissen, dass du abschalten kannst." ging sie auf meine Worte ein.
Ich schmunzelte. „Ich würde sagen Monty reicht. Dich brauche ich als Alibi."
Sie nickte. „Dann bin ich dein Alibi und Arthur dein Motiv." schaukelte sie um und grinste.
„Und Monty die perfekte Ablenkung." endete ich zustimmend.
"Dann ist das beschlossene Sache." Sie hob die Hand zu einem High Five. „Solange Arth und du eure Gefühle ergründet und euch näher kommt, solange decken wir alle dich vor Leighton zu unser aller Sicherheit."
Ich war wirklich erstaunt darüber, dass sie nicht länger mit mir herum diskutierte Leighton klar zu sagen, dass ich Arthur mochte und er mir nicht mehr auf die Nerven gehen sollte.
Anscheinend hatte Caleb Celine weich werden lassen und nahm ihr einen großen Teil ihrer Divenhaftigkeit und Zickenmarotten.
"Und noch was, bevor wir einschlagen: Sollte es zwischen Arthur und dir wirklich etwas ernstes werden, versprich mir, dass du nicht aus Angst um Leighton und seiner Reaktion zurückschrecken wirst." verlangte sie ernst von mir. „Deine erste Verliebheit sollte dir keiner, aber wirklich keiner nehmen oder dich darüber schlecht denken lassen. Das ist etwas gutes und es sollte sich auch gut anfühlen." Ich nickte.
Mit Arthur Zeit zu verbingen, ihm so nahe wie gestern gekommen zu sein, das fühlte sich für mich definitiv gut und richtig an und Celine hatte recht, selbst Leighton konnte mir meine Gefühle nicht nehmen. Sie waren da und ich musste mit ihnen umgehen können, so wie Leight in einiger Zeit damit umgehen sollte, dass er mich teilen muss.
"Jetzt kannst du einschlagen." verkündete Celine mir und wackelte mit ihren Fingern.
Ich zögerte. „Aber nur wenn ich meine Bedingung aufstellen darf."
Meine beste Freundin rollte mit den Augen. „Und die wäre?"
Ich entwirrte mich aus meinem unbequemen Sitzen und lehnte mich zu ihr. „Du hörst auf den Moment auf Arthur irgendwelche unnötigen Fakten über mich zu erzählen, die ich ihm vielleicht selber mal mitteilen will." forderte ich mit verengten Augen von ihr.
Sie setzte an um etwas zu sagen, aber ich unterbrach sie noch im selben Moment. „Nein. Keine wenns und abers. Ich habe Caleb auch nicht verraten, dass dein Lieblingslied der Themesong von American Dragon ist!" prangerte ich sie an.
"Einverstanden, Kai und jetzt schlag ein, mir tut die Hand vom hochhalten schon weh." ging sie nörgelnd ein, bevor ich meine Hand hob und ihr ihren langersehnten und besiegelnden High Five gab.
Wir beide lachten und schoben das Thema Leighton und Arthur zur Seite.
Tatsächlich bekam ich Celine sogar dazu, dass sie wenigstens etwas durch meinen Biologiehefter blätterte und sich ein paar Fakten für die anstehende Klausur merkte. Im Gegenzug dafür hatte ich eine misslungene Lady Gaga-Schleife auf meinem Kopf, die sie mir nach einem Tutorial auf YouTube frisieren wollte.
Überraschend zeitig, dafür dass sie sonst sogar Sonntags bis mitten in der Nacht bleiben konnte, verschwand sie wieder. Als ich sie fragte, wieso so zeitig (am späten Nachmittag), zwinkerte sie mir zu und verriet mir, dass sie noch etwas mit Caleb vorhatte, der sie an der Kreuzung eine Straße weiter abholen würde. Wir verabschiedeten uns voneinander, wobei sie es nicht lassen konnte, mich an unseren Deal zu erinnern und wie sehr ich Arthur und seine erfrischende Wirkung auf mich doch verdient hatte.
Ich schmiss ihr schmunzelnd die Haustür vor der Nase zu und hörte sie noch darüber wettern, wie sehr ich es bereute, wenn ich mich nicht auf Arthur einlassen würde.
Doch ihre Parolen währten nicht lange, als ich sah, wie sie die Straße entlang an Leightons Haus vorbei zur Kreuzung stiefelte.

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