146. Kapitel

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|Samu| Es machte mich ganz fuchsig, wie sehr Tarja für Niilas Musik schwärmte und ich konnte mir sowohl dafür, als auch für die Tatsache Niila überhaupt in das Studio eingeladen zu haben, um ihn ihr vorzustellen, selbst ohrfeigen! Im Gegensatz zu mir schien Tarja verdammt gute Laune zu haben. Während der Studioarbeit sah ich sie öfter lächeln, als in den vergangenen Wochen und selbst das machte mich wütend, obwohl ich ihre tanzenden Gesichtszüge doch eigentlich so sehr liebte. Die Konzentration hatte mich zudem auch noch verlassen. Immer wenn ich in dem kleinen schallgedämmten Raum vor dem Mikro stand und eigentlich meine Aufnahmen für die Single 'You can never be ready' singen sollte, starrte ich abgelenkt in den Raum mir gegenüber und beobachtete, hinter der Glasscheibe, wie Niila und Tarja immer wieder um die Wette strahlten und laut auflachten. Die Bandjungs am Technikpult machten mich etwas genervt immer wieder auf sich aufmerksam, bis wir dann nach einigen Stunden (eine ungewohnte Ewigkeit für unsere Arbeit) endlich die Aufnahmen im Kasten hatten. "Warst wohl heute nicht so ganz bei der Sache was?", bemerkte Raul, als ich wieder zu den anderen dazu stieß, während meine Augen immer noch auf der kichernden Tarja verharrten, der Niila gerade lachend die Schulter tätschelte. "Hey Erde an Samu!", versuchte Raul erneut sein Glück und ich riss den Blick herum. "Hm, was?" "Okay, das reicht mir als Antwort.", lachte der Bassist auf. "Hey Leute, was haltet ihr davon, wenn wir die erfolgreiche Arbeit, heute Abend erst mal gebührend feiern gehen?", warf Osmo ein und erhielt damit sofort von allen, außer mir, begeisterte Zustimmung. "Ich hab von so einem Berliner Club gehört in dem wohl vor allem alte Mucke gespielt wird und Karaoke gibt's da auch!", schlug Sami vor. "Super Idee! Ich liebe Karaoke!", erklärte Tarja freudestrahlend. "Oh, die Herausforderung nehme ich gerne an!", grinste Niila schelmisch und sah provokativ in Tarjas Richtung, die unbeeindruckt schmunzelnd die Augenbrauen hob. In mir brodelte es bei diesem Anblick. Dieses Spielchen zwischen den Zweien war mir mehr, als zuwider. "Ich denke, heute feiern zu gehen, wäre keine so gute Idee...der nächste Auftritt steht vor der Tür und wir sollten uns so kurz vor dem Konzert nicht...", setzte ich, alles andere als von den Plänen der anderen begeistert, an, doch schon wurde ich von Osmo unterbrochen, der mir auffordernd in die Seite stieß. "Was is denn mit dir los? Du bist doch sonst nicht so ne Anti-Party-Pussy!" Sein Kommentar sorgte sofort für schallendes Gelächter im Studio. Wütend starrte ich auf Osmo hinab. "Ich. Bin. Keine. Pussy!", presste ich verärgert zwischen den Zähnen hervor, sodass sein Lachen sofort erstarb und er entschuldigend die Hände hob. "Jetzt hab dich mal nicht so! Musst ja nicht mitkommen...", mischte sich Tarja schulterzuckend ein. Tzz! Das hätte sie wohl gerne...damit sie sich mit Niila einen schönen Abend machen konnte, oder was?! Nur über meine Leiche! "Okay! Aber geht mir morgen früh nicht auf den Sack, wenn euer Kater euch dem Erdboden gleich macht! Geprobt wird trotzdem!", gab ich schließlich mit drohendem Unterton klein bei. "Seit wann hat man dem Rockstar denn das Spießer-Gen eingepflanzt?", lachte Tarja kopfschüttelnd und sah neckend zu mir auf. "Sowas nennt man auch, 'Verantwortung für etwas haben' ...kennst du scheinbar nicht!", zischte ich, wand mich auf dem Absatz um und folgte den anderen Bandjungs nach draußen.

You Give Love A Bad NameWo Geschichten leben. Entdecke jetzt