Yoongi lachte laut auf. "Ich soll was?"
"Mit mir mitkommen, oder ich stelle sicher, dass du verbrannt wirst und deine Asche irgendwo im Ozean landet. Auch wenn du unsterblich bist, einen Weg dich loszuwerden gibt es." In mir loderte der Zorn, doch ich versuchte ihn zu unterdrücken, auch wenn es mir nicht besonders gut gelang. "Außerdem musst du dieses Spiel weiterspielen, wenn du nicht die Wut einer Millionenstadt spüren willst."
"Weißt du was, okay. Ich hab sowieso nichts Besseres zu tun und du hast recht. Mir gefällt es hier, ich bin endlich mal wieder in meinem Heimatland und ich will nicht gleich wieder gehen. Im schlimmsten Fall töte ich dich einfach." Mit den Schultern zuckend stand er auf streckte sich.
"Gut, du gehst das klären während ich mit Jin rede, insofern er gerade frei ist", erklärte ich in einem strengen Ton. Yoongi nickte bloß und wir machten uns auf den Weg.
Seokjin hatte tatsächlich nichts zu tun, deswegen konnte ich ihm die Situation erklären, doch bevor ich auch nur zu sprechen anfangen konnte, zog er meinen Ärmel hoch. "Ritzt du dich etwa?!"
"N- Nein! Das ist was anderes. Musste was testen, weshalb ich jetzt deine Hilfe brauche", erklärte ich verzweifelt. "Ich weiß nicht mehr, was tun."
Jin zog mich in ein leeres Zimmer und holte Verbandszeug. "Lass mal sehen... Kim Taehyung, hättest du noch tiefer geschnitten, dann hättest du eine Pulsader erwischt! Was ist so wichtig, dass du dein Leben aufs Spiel setzt? Ganze zwei Mal? Der eine geht, den anderen hätten wir fast nähen müssen. Komm morgen vor der Arbeit zu mir nach Hause und ich schau es mir nochmal an." Er drückte an den Schnitten herum und es tat echt weh, aber es war mehr oder weniger auszuhalten.
"Mann oder Maus?", fragte er mich, als er sie desinfizierte und verband.
"Maus", meinte ich kleinlaut, woraufhin er nur den Kopf schüttelte."Aber jetzt erzähl, das war wohl nicht das, warum du so verzweifelt bist oder?", fragte er besorgt.
"Ich brauche so viele Blutkonserven wie möglich. Täglich. Wenn's sein muss mach 'ne Blutspendenaktion, aber bitte, ich brauche es."
Seokjin sah mich verwundert und verstört an. "Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit. Wozu?"
"Um noch mehr Leichen zu vermeiden. Willst du noch mehr Mütter und Väter, die um ihre Kinder trauern? Freunde und Verwandte, die sich selbst umbringen, weil sie nicht mehr können? Ich will es nämlich nicht mehr." Ich fing an zu weinen. Heiße Tränen der Wut liefen über meine Wangen. Vielleicht war es der Stress, vielleicht aber auch der Schlafmangel, der mir so zusetzte, ich wusste es nicht.
Jin nahm mich in den Arm und beruhigte mich. "Weißt du was, ich komme morgen vorbei. Wahrscheinlich kann ich nicht mehr als vier Konserven mit schmuggeln, aber es ist besser als nichts. Und du nimmst dir morgen den Tag frei, hast du mich verstanden? Du musst den ganzen Schlaf der letzten Wochen nachholen", befahl er mir. Ich nickte und wischte mir die letzten Tränen aus dem Gesicht. So richtig lange schlafen würde mir guttun.
"Ich stehe morgen um punkt neun vor deiner Tür, hab heute Nachtschicht. Also dann, ruh dich aus okay? Bis morgen" Ich verabschiedete mich von ihm und wollte gerade nach Yoongi sehen, doch er war nicht mehr da.
So ein Mistkerl.
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hunted || taegi
Fanfiction"Es war schon fast zu ruhig. Normalerweise hörte ich immer irgendwelche Tiere oder Insekten auf dem Weg, doch diesmal war keine Spur davon zu entdecken. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht sagen, was fals...