Keuchend befreite ich mich aus Yoongis Griff. Könnte ich wieder sprechen, hätte ich ihm bereits tausend Vorwürfe gemacht. Wollte er mich umbringen oder was?
"Tut mir leid, das hätte eigentlich nicht passieren dürfen. Normalerweise schmeckt es einfach nur bitter, aber giftig ist es nicht. Vielleicht hast du allergisch reagiert, auch wenn ich nicht wüsste warum, denn dieses Kraut gibt es seit über siebenhundert Jahren nicht mehr", erklärte er mir leicht geschockt.
"Leg dich hin und deck dich zu, ich mach dir etwas zu essen. Sollte helfen, ansonsten liegst du die nächsten zwei Wochen im Bett."
Er beschriftete die Beutel und nahm welche von den ungiftigen Blättern mit, ehe er den Rest wieder zurück in die Tasche packte. Dann verschwand Yoongi in der Küche.
Auf einen Schlag wurde ich richtig müde, also machte ich die Augen zu und schlief für wenige Minuten ein. Dachte ich zumindest, aber als ich wieder aufwachte, war es bereits dunkel draußen. Immerhin war die Schwellung komplett zurück gegangen, sprechen war trotzdem anstrengend. Ich wollte aufstehen und mir ein Glas Wasser aus der Küche holen, aber stehen konnte ich auch nicht, jedenfalls wurde mir sofort schwindlig und ich kippte um.
Mein Kopf fühlte sich an, als würde er brennen und mein Mund war ausgetrocknet. Wurde ich jetzt echt krank? Hoffentlich nicht, es gab nämlich noch einiges zu erledigen.
Yoongi streckte den Kopf aus der Küche und als er sah, dass ich wach war, verschwand er kurz und kam danach mit einem Glas Wasser zu mir. "Du musst viel trinken und beweg dich nicht zu viel. Zehn Minuten noch", mahnte er mich. Zehn Minuten was? Noch immer war ich wie benebelt, ich konnte nicht klar denken. Selbst bei meinem Namen tat ich mir schwer.
Da ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte, fühlten sich die nächsten paar Minuten wie Stunden an. Alles schien so langsam abzulaufen, aber irgendwie war es mir trotzdem zu schnell. Dieses Gefühl war unbeschreiblich, aber im negativen Sinne. Ich habe bereits schlimme Sachen erlebt, aber das hier war verwirrend und sehr unangenehm.
Irgendwann, vielleicht schon nach zehn Minuten wie er es gesagt hat, vielleicht auch nach fünf oder drei Stunden, kam Yoongi wieder zu mir. Diesmal hatte er einem Teller mit Suppe und ein kleines Glas mit fragwürdigem Inhalt dabei.
"Das hier ist Medizin und das hier wird dich etwas stärken", sagte er in einem ruhigen Ton. Ich fand schön, dass er so langsam und einfach sprach, als würde er wissen, dass mein Gehirn noch nicht wieder auf Hochtouren lief.
"Nimm erst die Medizin, sie schmeckt nicht gut", erklärte er, "dann iss die Suppe." Gesagt, getan. Die Medizin schmeckte echt scheußlich, aber es war mir relativ egal, da ich immer noch etwas benebelt war.
Vorsichtig begann ich die Suppe zu essen. Sie war... lecker aber ungewöhnlich, wahrscheinlich war das ein antikes Rezept oder eines aus einer anderen Kultur. Jedenfalls konnte ich den Geschmack nirgends zuordnen. Yoongi setzte sich auf das andere Ende der Couch und starrte Löcher in die Luft. An was er wohl dachte?
Da ich einen ziemlich großen Hunger hatte, dauerte es nicht lange, bis der Teller leer war. Tatsächlich fühlte ich mich schon viel besser als vorher.
"Danke", krächzte ich leise. Yoongi nickte nur und meinte, ich solle meine Stimme schonen und mich ausruhen. Er krempelte seine Ärmel hoch und brachte die Teller in die Küche. An seinem linken Unterarm konnte ich eine lange, senkrechte Narbe sehen, aber leider war mein Gehirn nicht imstande zu denken, deshalb verschob ich alle Fragen auf morgen.
Was sie wohl zu bedeuten hatten?

DU LIEST GERADE
hunted || taegi
Fanfiction"Es war schon fast zu ruhig. Normalerweise hörte ich immer irgendwelche Tiere oder Insekten auf dem Weg, doch diesmal war keine Spur davon zu entdecken. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht sagen, was fals...