Da ich nicht wusste, wann ich aufhören konnte, lief ich in letzter Zeit alleine nach Hause. Mich störte das nicht, ich nutze die Zeit einfach, um wieder ein wenig von dem Stress der Arbeit herunter zu kommen.
"Na du, Schlafmütze", meinte ich leicht lachend, als ich zur Wohnungstür hereinkam.
Von Yoongi kam nur ein niedergeschlagenes "Guten Abend". Besorgt ließ ich mich neben ihn auf die Couch fallen und griff nach seiner Hand. "Alles okay?", wollte ich wissen.
"Yeo ist vor ein Auto gerannt, als er vor einem Hund geflüchtet ist", erzählte er mir traurig. "Ich habe ihn zum Tierarzt gebracht, die meinten zwar, dass sie ihn wieder auf die Beine bringen können, aber ich habe ihre Unsicherheit gespürt. Armer Kerl."
Ich wusste, wie sehr er an diesem kleinen Fellknäul hing und es tat weh, ihn so niedergeschlagen zu sehen, also machte ich einen Vorschlag. "Weißt du was? Lass die den groben Teil machen, aber sobald er wieder halbwegs fit ist, kannst du dich um ihn kümmern. Bei dir wird er schneller gesund als bei sonst irgendwem, das wissen wir beide."
Yoongi sah mich mit großen Augen. "Du hast kein Problem, wenn er für ein oder zwei Wochen bei uns bleibt? In seinem Zustand brauche ich mindestens so lange, bis er wieder komplett gesund ist", meinte er zögernd.
"Solange du dich um die Katzenangelegeheiten kümmerst und er sich benimmt, stört es mich nicht, wenn er hierbleibt."
"Echt jetzt?", hakte mein Freund nach, woraufhin ich nur nickte. "Du bist der Beste." Zufrieden lächelte er und lehnte seinen Kopf an meiner Schulter an. Seine schlechte Laune war wie vom Winde verweht, das machte mich auch schon gleich viel glücklicher.
Wir saßen für eine Weile so da, Hand in Hand und dicht aneinander gekuschelt. Für einen kurzen Augenblick war ich sogar eingeschlafen, obwohl ich nicht einmal so müde war. Vielleicht lag es daran, dass ich die Nacht kaum geschlafen hatte, jedenfalls ging ich diesmal ziemlich früh ins Bett. Ich aß nicht einmal etwas zu Abend, ich hatte einfach keinen Hunger. Dafür konnte ich mir zwar was von Yoongi anhören, doch das war mir relativ egal. Es brachte mich schließlich nicht um.
"Irgendwann fällst du mir noch vom Fleisch, und dann werde ich dir sagen, dass ich's dir doch gesagt habe", meckerte er.
"Das kannst du gerne machen, aber damit musst du warten, bis ich tot bin und ich wortwörtlich vom Fleisch falle", konterte ich.
"Bevor das passieren kann, stirbst du und dann hörst du es nicht mehr."
Verwirrt sah ich ihn an. "Was? Naja egal, ich bin müde." Leise gähnte und streckte ich mich.
Spielerisch piekste Yoongi mir in die Seite. Leider war das eine meiner großen Schwachstellen, wenn es ums Kitzeln ging, und das nutzte er nun total aus.
"Hör auf", sagte ich lachend. "Das ist unfair."
Leicht schmollend aber dennoch grinsend ließ er von mir ab. Der Anblick war einfach zu süß. Egal wie oft ich sein Lachen schon gesehen hatte, mein Herz schmolz jedes Mal aufs Neue dahin. Ich war einfach glücklich, wenn er es war.
"Aww, jetzt wird er ganz weich", neckte Yoongi mich. "Geht's noch oder fällst du bereits auseinander?"
"Bitte sammel mich in einer Tüte auf, du bist einfach zu niedlich für mich", meinte ich und ließ mich theatralisch nach hinten fallen.
"Na komm du Dramaqueen, lass uns ins Bett gehen, sonst schläfst du hier noch einmal ein." Er streckte seine Arme aus und ich zog mich an ihnen hoch.
Gemeinsam gingen wir ins Schlafzimmer und zogen uns um, ehe wir - oder wohl eher ich - schlafen gingen.
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hunted || taegi
Фанфик"Es war schon fast zu ruhig. Normalerweise hörte ich immer irgendwelche Tiere oder Insekten auf dem Weg, doch diesmal war keine Spur davon zu entdecken. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht sagen, was fals...