Mit entschlossenem Blick sah ich ihm in die Augen. "Natürlich weiß ich das, aber ich weiß auch, wer du wirklich bist und dass du mir nie weh tun würdest. Das sind einfach deine Instinkte, deine Natur, gegen die du dich nicht wehren kannst und das ist okay."
"Genau darum geht es! Ich kann mich nicht unter Kontrolle halten und irgendwann werde ich dich verletzen, auch wenn ich es nicht will. Aber dann wird es zu spät sein", sagte er in einem etwas lauteren Ton.
"Und wenn schon, solange du leben kannst stört mich das nicht. Weißt du, ich habe keine Angst vor dir, im Gegenteil. Ich vertraue dir", erklärte ich sanft und machte einen Schritt nach vorne, um ihn in den Arm zu nehmen.
Vorsichtig schmiegte er sich an mich. "Ich will dir einfach nicht wehtun", flüsterte er.
"Ich weiß, aber können wir mit dem Thema abschließen? Lass uns doch einfach den Moment leben, ansonsten wird das die unglücklichste Beziehung aller Zeiten. Oder willst du mich etwa jede Sekunde lang beobachten und Angst haben, dass ich mir den Zeh stoßen könnte?"
Leicht schüttelte er den Kopf. "Du hast recht."
"Siehst du", meinte ich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Genau in dem Moment klingelte es an der Tür und ich ließ Seokjin herein. Er sah mich bereits mit einem leicht dreckigen Grinsen an, als wüsste er genau, was gestern passiert war.
"Wenn ihr immer etwas backt, wenn ich vorbeikomme, dann müsst ihr damit rechnen, dass ich öfter hier aufkreuzen werde", lachte er. "Yoongi, du musst echt irgendwelche Zauberkräfte haben. Immerhin leben Taehyung und die Küche noch, außerdem schmeckt es sogar."
Wir tauschten Blicke aus und lachten laut los. Wenn Jin nur wüsste...Verwirrt sah er uns an, aber dann zuckte er mit den Schultern und aß seinen Keks weiter. "Erzählt, wie lief es gestern?"
Den Morgen ließen wir vorsichtshalber aus, schließlich musste er nicht direkt alles wissen. Er würde erst Yoongi den Hals umdrehen und dann mir, nachdem er mir klargemacht hat, wie leichtsinnig und dumm ich eigentlich war. Dafür stellte er sehr viele Fragen über das Essen und was wir danach gemacht hatten.
"Warte, damit ich das richtig verstehe. Du hast dich allen Ernstes an die Regel gehalten? Aber die trifft auf Yoongi doch gar nicht zu, oder etwa doch?"
"Weiß ich doch nicht inwiefern sie gilt. Ich war einfach überrascht und leicht überfordert in dem Moment", verteidigte ich mich.
Seokjin warf einen genauen Blick auf Yoongi. "Verständlich."
Ich musste lachen, aber er hatte recht. Es war einfach so unerwartet, da hätte wohl jeder so reagiert. Wie gesagt, man trifft nicht alle Tage jemanden, der so gut aussah wie er.
"Naja, grundsätzlich war das ganze nur ein Teil des Plans", erklärte er etwas verlegen.
"Plan?", fragte Jin neugierig.
"Ich wollte ihn soweit aus dem Konzept bringen, dass er ja sagen wird, wenn ich ihn nach einem Filmdate fragen würde, damit das nicht gegen die Regel geht. Hat geklappt." Man merkte, wie er ein wenig stolz auf sich selbst war. Aber das musste man ihm lassen, das war ein ziemlich guter Trick.
Ungläubig sah Jin ihn an. "Erst klärst du dir ein Date mit Taehyung vor mir als wäre es nichts, dann das... Respekt." Etwas schüchtern bedankte er sich. So habe ihn noch nie gesehen, aber es war verdammt niedlich.
Wir redeten noch so lange, bis Jin meinte, er müsse noch etwas wichtiges erledigen. Bevor er ging, drückte er mir noch eine Tüte in die Hand und murmelte etwas davon, dass er gerne wüsste, was hier abging und dass er das nicht mehr länger machen könne. Ich nickte und verabschiedete mich von ihm, aber sobald die Tür geschlossen war, wurde mir schlecht. Mir war bewusst, dass das auf Dauer keine Lösung war.
Was sollte ich jetzt nur machen?
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hunted || taegi
Fanfic"Es war schon fast zu ruhig. Normalerweise hörte ich immer irgendwelche Tiere oder Insekten auf dem Weg, doch diesmal war keine Spur davon zu entdecken. Mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht sagen, was fals...